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    Die 30 besten Abenteuerfilme aller Zeiten
    Von Andreas Staben, Carsten Baumgardt, Robert Cherkowski — 20.05.2017 um 18:00
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    Die FILMSTARTS-Redaktion hat diskutiert, gewählt und sich entschieden. Hier sind sie nun, die unserer Meinung nach 30 besten Abenteuerfilme aller Zeiten!

    Sean Connery auf Krawall gebürstet in „Der Mann der König sein wollte“.

    Platz 27: „Der Mann, der König sein wollte
    (John Huston, USA/Großbritannien 1975)


    John Hustons „Der Mann, der König sein wollte“ ist ein temporeicher, schamlos unterhaltsamer und auf Krawall gebürsteter Beitrag zum Thema der westlichen Intervention in fremden Kulturkreisen: Sean Connery und Michael Caine streben im späten 19. Jahrhundert als britische Offiziere in Afghanistan nach Macht, Reichtum und mehr. Huston zeichnet in seiner spektakulären Verfilmung einer Kurzgeschichte Rudyard Kiplings ein erfreulich weltoffenes und tolerantes Bild des ewigen Krisenherds am Hindukusch, an dem die Helden ebenso scheitern müssen wie die Weltmacht für die sie stehen. Man kann „Der Mann, der König sein wollte“ als prophetische Politparabel verstehen oder als kunterbunten Abenteuerreigen, in dem sich die charismatischen Stars gegenseitig mit eindrucksvollen Darbietungen überbieten. Während Connerys eindrücklich-körperbewusste Performance mindestens zwei Nummern zu groß ist für diese Welt, gibt Caine einen wunderbar beflissenen Englishman am Khyberpass, der auch in Extremsituationen nie seinen versnobten Gestus ablegt. Zusammengehalten wird dieser saftige Filmschinken von Altmeister Huston, der hier nach mehr als 30 Karrierejahren so verschmitzt und mutig aufdreht wie ein junger Wilder - heraus kam ein Stück klassische Kinounterhaltung der besten Sorte.

    Familienvater Harrison Ford mit seinen Kindern (u.a. River Phoenix) im wilden Dschungel Mittelamerikas.

    Platz 26: „Mosquito Coast
    (Peter Weir, USA 1986)


    Wer der Zivilisation den Rücken kehrt, um vor exotischer Kulisse neu anzufangen, findet unter Palmen längst nicht immer das große Glück. So ergeht es auch der Familie des verschrobenen Einzelgängers Allie Fox (Harrison Ford), der von der zunehmenden Entfremdung in den Städten die Schnauze voll hat und im Dschungel von Honduras neu anfangen will. Bald schon jedoch muss der exzentrische Erfinder, der den Eingeborenen eine von ihm entworfene Eismaschine näherbringen will, einsehen, dass die Flucht in die Natur ihm keinen Frieden bringt, im Gegenteil. Allie mutiert zu einem Despoten, der die Eingeborenen ebenso wie die eigene Familie (Helen Mirren und River Phoenix) terrorisiert. Wenn Paul Schrader als Drehbuchautor und Regisseur Peter Weir („Picknick am Valentinstag“) sich zusammentun, um eine düstere Mischung aus Psychodrama und Abenteuerfilm auszuhecken, darf man mit nicht weniger als einem hypnotisch-brütendem Meisterwerk des Genres rechnen. So kam es dann auch. In „Mosquito Coast“ wird in gewisser Weise die Geschichte, die Joseph Conrad in „Herz der Finsternis“ einst nur andeuten konnte, offen weitergesponnen. Wenn der sonst so heldenhafte Harrison Ford zum Tyrannen wird und am Ende versucht, die Hölle zu verlassen, die er einst für das Paradies hielt, reicht ein Blick in seine Augen und man weiß, wie es in ihm aussieht: „Der Horror, der Horror“.

    Christopher McCandless (Emile Hirsch) fernab jeder Zivilisation.

    Platz 25: „Into The Wild
    (Sean Penn, USA 2007)


    „Into The Wild“ ist ein rauschhaft wild-romantisches Abenteuer-Road-Movie, das allein mit der Macht seiner Bilder in den Bann zieht – ein poetischer Grenzgang zwischen Leben und Tod, begleitet von einem herausragenden Soundtrack von Pearl-Jam-Frontmann Eddie Vedder. Während Autor Jon Krakauer in seinem Tatsachen-Roman „Into The Wild“ und vor allem Regisseur Sean Penn in der gleichnamigen Verfilmung der Lebensgeschichte des jungen Zivilisationsaussteigers Christopher McCandless (im Film gespielt von Emile Hirsch) spürbar Sympathie für die Hauptfigur hegen, schlägt dem naiven Phantasten Alexander Supertramp, wie er sich zuletzt nannte, von anderer Seite auch Unverständnis entgegen, weil ihn seine Sorglosigkeit und die schlechte Vorbereitung auf seinen Solotrip in die Einöde Alaskas das Leben kostete. Die Gratwanderung zwischen Verklärung und bitterer Realität gelingt Penn jedoch famos, er ergreift zwar Partei, aber kehrt auch den Leichtsinn McCandless‘ nicht unter den Tisch.

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