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    Darum werden wir die zweiteilige 4-Stunden-Fassung von "Blade Runner 2049" nicht zu sehen bekommen

    Schon kurz nach dem Kinostart hat Cutter Joe Walker verraten, dass der erste Schnitt von „Blade Runner 2049“ fast vier Stunden lang war. Aber zu sehen bekommen werden wir die längere Fassung auch im Heimkino nicht.

    Sony

    In einem Interview zu „Blade Runner 2049“ scherzte Joe Walker schon zum Kinostart: „Der erste Schnitt des Films war fast vier Stunden lang. Der Einfachheit halber und meiner Blase zuliebe haben wir ihn damals in zwei Hälften geteilt.“ In einem Gespräch anlässlich des Heimkino-Releases haben nun die Kollegen von Screencrush Regisseur Denis Villeneuve („Arrival“, „Sicario“) darauf angesprochen, ob es denn vielleicht tatsächlich noch einen solchen zweigeteilten Director’s Cut von „Blade Runner 2049“ geben könnte. Der erklärte nach einem kurzen Lachen allerdings ziemlich bestimmt:

    „Nein, der Film war nicht dafür bestimmt, in zwei Teilen veröffentlicht zu werden. Es stimmt, dass die erste Fassung vier Stunden lang war und wir uns an einer Stelle überlegt haben: ‚Okay, gehen wir jetzt zu den Produzenten und veröffentlichen den Film in zwei Teilen?‘ Aber sagen wir es mal so, die Idee mit den zwei Teilen hat den Schneideraum nie verlassen. Die beste Version des Films ist die, die im Kino lief. Die Vier-Stunden-Fassung war schon ziemlich stark, aber ich persönlich bevorzuge die Kinofassung, weil sie meiner Meinung nach eleganter ist. Man muss seine Lieblinge töten und ich denke, vier Stunden wären einfach zu maßlos.“

    Blade Runner 2049

    Es wird also offenbar keine zweite Version von „Blade Runner 2049“ geben – ganz im Gegenteil zum originalen „Blade Runner“, von dem ja inzwischen schon zig verschiedene und sich zum Teil drastisch unterscheidende Versionen entstanden sind (hier eine Übersicht). Aber wir fragen uns natürlich schon, was genau in den Szenen zu sehen war, die letztendlich auf dem Boden des Schneideraums zurückgeblieben sind. Joe Walker hat dazu einmal erklärt, dass es sich vor allem um zusammenhaltendes Material und Übergänge zwischen den einzelnen Sequenzen handeln soll. Außerdem gäbe es eine „wirklich großartige Sequenz, wenn K und Joi nach Las Vegas fliegen“. Aber im Großen und Ganzen handelt es sich wohl hauptsächlich um längere Dialoge, die Walker und Villeneuve für die fertige Fassung zwar im Film belassen, aber auf ein absolutes Minimum zusammengekürzt haben, was sie laut Walker „nur noch intensiver“ gemacht hat.

    Dass es den Vier-Stunden-Cut auch auf fürs Heimkino nicht geben wird, hat übrigens nicht nur etwas mit diesem speziellen Fall zu tun, vielmehr hält Denis Villeneuve offenbar generell nichts von der Idee eines Director’s Cut: „Ich würde sagen, es sind keine großartigen Dinge verlorengegangen. Wenn ich etwas herausschneide, dann ist es tot. Es bedeutet, dass es nicht gut genug war. Selbst wenn ich einige meiner Lieblingseinstellungen herausschneide, dann glaube ich fest daran, dass es, sobald etwas auf dem Boden des Schneideraums gelandet ist, anschließend nie wieder das Licht des Tages sehen sollte. Ich mag mit Ausnahme von ‚Blade Runner‘ und ‚Im Zeichen des Bösen‘ keine Extended Cuts. Ich bin überhaupt kein Fan von ‚Apocalypse Now Redux‘, ich halte ihn sogar für einen riesigen Fehler. Es stimmt natürlich, dass ein Regisseur manchmal die kreative Kontrolle verliert und tun muss, was die Produzenten fordern – aber in den allermeisten Fällen steht ein Film für sich selbst. Er ist stärker als ein einzelnes Individuum.“

    In Deutschland erscheint „Blade Runner 2049“ mit Ryan Gosling und Harrison Ford am 15. Februar 2018 auf Blu-ray und DVD.

     

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