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    Borat wird ernst für Netflix: Sacha Baron Cohen in "The Spy" vom "Homeland"-Erfinder
    Von Björn Becher — 11.04.2018 um 18:38

    Als Ali G, Borat und Brüno wurde Sacha Baron Cohen zum Superstar. Schon länger sucht er aber nach einer ernsten Rolle in einem biografischen Stoff. Nun hat er sie – in der Mini-Serie „The Spy“ von Gideon Raff spielt er den berühmten Spion Eli Cohen.

    20th Century Fox

    Der israelische Autor und Regisseur Gideon Raff entwickelte einst die Serie „Hatufim - In der Hand des Feindes“, die Vorlage für das US-Erfolgsformat „Homeland“, das er ebenfalls mitproduziert. Nun stemmt er ein neues Serienprojekt: Für Netflix wird er die sechsteilige Mini-Serie „The Spy“ schreiben und inszenieren.

    Darin erzählt er die wahre Geschichte von Eli Cohen, der Anfang der 1960er Jahre für Israel in Syrien spionierte. Ihm gelang es nicht nur unerkannt in Damaskus zu leben, sondern sogar dort in der High Society aufzusteigen und so besten Zugang zu hochrangigen Militärs und Politiker zu erlangen. Diese vertrauten ihm sogar soweit, dass sie seine Wohnung nutzen, um sich heimlich mit ihren Geliebten zu treffen. Als Radiomoderator wurde Cohen zudem zu einer lokalen Berühmtheit. Doch die ganze Zeit sammelte er Informationen, die er an den israelischen Geheimdienst Mossad weitergab. In Israel gilt er heute als Held, dessen Treiben zum Ende des Sechstagekrieges beigetragen haben soll. So sind unter anderem Straßen nach ihm benannt.

    Wiederholter Anlauf von Cohen

    Wenn Sacha Baron Cohen nun in der Netflix-Serie seinen Namensvetter Eli spielt, sehen wir den Comedian endlich in einer ernsteren Rolle in einer biografischen Geschichte. Schon lange versucht der Star ein solches Projekt zu realisieren. So war er der ursprüngliche Darsteller von Freddie Mercury im Queen-Biopic „Bohemian Rhapsody“, zerstritt sich aber dann mit den noch lebenden Bandmitgliedern über die kreative Ausrichtung.

    Seit Jahren versucht er zudem den „Fall der Chicago Seven“ auf die Leinwand zu bringen. Die Geschichte rund um einen Prozess gegen sieben angebliche Organisatoren einer Großdemonstration im Jahr 1968 gehört zu den interessantesten und spannendsten Ereignissen der US-amerikanischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Seit vielen Jahren existiert ein Drehbuch von Aaron Sorkin („The Social Network“), doch obwohl zwischenzeitlich so unterschiedliche Filmemacher wie Steven SpielbergBen Stiller oder Paul Greengrass an Bord waren, wurde der Film nie realisiert. Mittlerweile ist es zweifelhaft, ob es noch einmal zu einer Umsetzung kommt.

    Cohens Comeback seit Anfang April auf Netflix

    Noch gibt es keinen Termin, wann der „The Spy“ weltweit (außer in Frankreich, wo ein TV-Sender die Rechte hat) auf Netflix erscheinen wird. Cohen machte sich selbst zuletzt übrigens auf der Leinwand rar. Seine bis dato letzten Auftritte in „Der Spion und sein Bruder“ und „Alice im Wunderland 2“ kamen im Frühjahr 2016 ins Kino. Seitdem hat er auch keine Filme mehr gedreht, sondern sich vor allem Zeit für seine Familie genommen und für Flüchtlinge aus Syrien engagiert. Zuletzt gab er aber auf Netflix selbst ein Comeback: Seit Anfang April ist weltweit „Seth Rogen’s Hilarity For Charity“ abrufbar. In dem Stand-Up-Comedy-Special macht Gastgeber Seth Rogen mit zahlreichen Kollegen auf Alzheimer aufmerksam.

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