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    In Spanien: Woody Allen plant nach 68-Millionen-Dollar-Rechtsstreit gegen Amazon sein Comeback als Regisseur
    Von Björn Becher — 22.02.2019 um 15:45

    Einen Film pro Jahr macht Woody Allen eigentlich, doch 2018 erschien keiner. Während er sich deswegen in einem Rechtsstreit mit Amazon befindet, werkelt er nun auch an seinem Comeback.

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    Wie Variety berichtet, will die spanische Produktionsfirma Mediapro sich an der Finanzierung und Produktion von Woody Allens nächstem Film beteiligen und diesem so ermöglichen, wieder als Regisseur tätig zu sein. Mediapro war auch bereits an Allens „Vicky Cristina Barcelona“ und „Midnight In Paris“ beteiligt. Eine Sprecherin von Mediapro bestätigte dem Branchendienst schon entsprechende Pläne, es sei aber noch zu früh, um über Details zu reden. Die Zeitung El Pais berichtet aber bereits, dass im Baskenland, genauer in und um die Stadt San Sebastian, gedreht werden soll.

    Seit 1982 (!) brachte Woody Allen eigentlich in jedem Jahr einen Film in die Kinos, 1987 waren es sogar zwei, 1989 erschien neben seinem eigenen Film noch ein Episodenfilm, an dem er beteiligt war, 2016 zusätzlich auch noch eine Amazon-Serie. Erst 2018 ist diese Serie gerissen, obwohl es einen fertigen Allen-Film gibt: „A Rainy Day In New York“. Doch Rechteinhaber Amazon teilte dem Filmemacher mit, dass man das Drama nicht veröffentlichen werde. Als Begründung nennt das Filmstudio des Online-Versandhändlers die „erneuten Vorwürfe“ gegen den Filmemacher und dessen „kontroverse Kommentare“ dazu. Amazon verweist damit auf die Vorwürfe von Allens Adoptivtochter Dylan Farrow, die behauptet, er habe sie als Kind missbraucht. Allen bestreitet dies.

    Woody Allens Streit mit Amazon

    Eigentlich schloss Amazon im Sommer 2017 mit Woody Allen einen Vertrag, seine vier nächsten Filme zu finanzieren und zu veröffentlichen. Doch nur kurze Zeit später kündigte Amazon diesen wieder auf. Pikanterweise musste zuvor auch der damalige Amazon-Studiochef Roy Price, der den Vertrag abschloss, aufgrund von Vorwürfen wegen sexueller Belästigung seinen Posten räumen.

    Mittlerweile hat Woody Allen Amazon auf 68 Millionen Dollar verklagt. Diese Summe war ihm für die Produktion der vier Filme garantiert worden. Seitdem wird in Hollywood wild debattiert, für welche Seite die Gerichte entscheiden werden und ob die Belästigungsvorwürfe ausreichen, um die Geschäftsbeziehung zu beenden oder ob Amazon diese aushalten musste, zumal man wusste, worauf man sich einlässt, weil es die Vorwürfe gegen Allen ja schon länger gibt. Selbst in Juristenkreisen gilt es in den USA als völlig offen, wie hier entschieden wird (zumal Amazon bislang noch keine Stellungnahme abgab und so die genaue Argumentation des Studios vor Gericht noch unbekannt ist). Da der Fall wegweisend für die gesamte Branche sein könnte, wird er unabhängig von der Prominenz Allens und seinem Fall noch einmal besonders beobachtet.

    Für sein neues Projekt wird Allen jetzt unabhängig von diesem Rechtsstreit Darsteller suchen, was auch schwieriger werden dürfte, als noch vor einigen Jahren, als halb Hollywood bei ihm Schlange stand. Zahlreiche Schauspieler, die für ihn bereits vor der Kamera standen, haben öffentlich erklärt, dass sie dies bereuen und nicht mehr mit Allen arbeiten werden.

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