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    Neu im Heimkino: "Fifty Shades Of Grey"-Star Jamie Dornan lässt die schlimmsten Dialoge seiner Karriere vom Stapel
    Von Sidney Schering — 29.05.2021 um 14:00

    Gemeinsam mit „A Quiet Place 2“-Star Emily Blunt und Leinwandlegende Christopher Walken ackert sich Jamie Dornan durch eine Dramödie, deren Skript so seltsam ist, dass man es einfach erlebt haben muss! Allein schon, um mitreden zu können!

    Metrop

    +++Meinung+++

    Ende 2020 war „Der Duft von wildem Thymian“ die große Lachnummer bei US-Filmfans und der US-Filmkritik: Der Konsens bei Rottentomatoes, wo das romantische Drama mit Jamie DornanEmily Blunt und Christopher Walken mit nur 20 Prozent frischer Wertungen abgestraft wurde, liest sich fast durchgehend negativ: Regisseur und Autor John Patrick Shanley, der mit „Glaubensfrage“ noch einen fünffachen Oscar-Anwärter ablieferte, habe einen „verwunderlichen Fehlgriff“ abgeliefert. Einzelne Kritiken kamen mit noch interessanteren Spitzen daher – und das nicht ohne Grund:

    „Der Duft von wildem Thymian“ ist wahrlich kein gelungener Film. Aber sehr wohl ein ziemlich unterhaltsamer! Wer hätte je gedacht, dass Dornan mal noch abstrusere und pathetischere Monologe von sich geben sowie atonalere Dialoge führen muss als in „Fifty Shades Of Grey“? Wer hätte damit gerechnet, dass der talentierte „Edge of Tomorrow“-Star Emily Blunt mal eine völlig weltfremde Rolle spielen würde, die ständig zwischen verblendet-kindisch, selbstbewusst und total rückgratlos schwankt?

    „Der Duft von wildem Thymian“ bietet all das, verbunden mit einer Story, die einen Generationenkonflikt in einer Farmersfamilie einer unerfüllten Romanze gegenüberstellt – was auf dem Papier nach Oscar-Bait aus den 1990ern klingt, in der Umsetzung jedoch fast schon ungewollt parodistische Züge annimmt. Somit ist dieses Drama durchaus einen Blick wert, vor allem, wenn ihr einen feucht-fröhlichen Filmabend in geselliger Runde plant.

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    Das ist "Der Duft von wildem Thymian"

    Farmerin Rosemary Muldoon (Emily Blunt) ist seit ihrer frühen Kindheit in ihren schrulligen Nachbarn Anthony Reilly (Jamie Dornan) verliebt. Doch seine Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen, ist offenbar vergebliche Liebesmüh. Er scheint seine heimliche Verehrerin meistens nicht einmal wahrzunehmen. Und wenn er sie beachtet, dann raunzt er sie nur an, sie solle mit dem Rauchen aufhören. Meist aber zankt er sich mit seinem Vater Tony (Christopher Walken), der ihm nicht zutraut, sich um das Reilly-Gut zu kümmern. Daher will er es lieber an seinen in Amerika lebenden, schnöseligen Neffen (Jon Hamm) abgeben. Bloß stellt sich die Frage: Was wird dann aus Tony? Oder aus der sich nach ihm sehnenden Rosemary?

    Familiendrama, unerfüllte Liebe, sattgrüne Landschaftsaufnahmen und Musik voller Lokalkolorit: „Der Duft von wildem Thymian“ hat sämtliche Zutaten einer britischen Dramödie, die sich bei guter Umsetzung in den 1990ern sicherlich einige Oscar-Nominierungen geschnappt hätte – nur, dass hier die entscheidenden Zutaten auf verwunderliche Weise verdorben sind: Die Anzahl der Stimmungsbilder glücklicher Tiere auf grüner Weide ist absurd hoch. Dornan brabbelt bedeutungsschwer Analogien vor sich her, die keinerlei Sinn ergeben – aber bei denen Blunts Figur ganz weiche Knie bekommt. Walken erzählt kauzige Familienanekdoten, die ins Nichts führen. Blunt irrt durch den Film, hilflos auf der Suche nach einem Charakterzug für ihre Rolle. Und so weiter …

    In „Der Duft von wildem Thymian“ häufen sich die kleinen, irritierenden tonalen und erzählerischen Unstimmigkeiten, bis sie den Film vom Unfall zum ungewollten Vergnügen kippen lassen. Im englischsprachigen Original übrigens noch mehr als in der Synchro, denn dort werden die haarsträubenden, kitschigen oder schlicht tumben Dialoge mit den schlechtesten irischen Akzenten dargeboten, die man sich nur vorstellen kann. Das ist dann mitunter schon verdammt spaßig …

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