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    Endlich ungekürzt in Deutschland: Einst sogar beschlagnahmter (!) Kult-Horror-Schocker steht nicht länger auf dem Index
    Daniel Fabian
    Daniel Fabian
    -Redakteur
    Horror ist in seiner DNA verankert – ob irre wie „Braindead“ und „Eraserhead“ oder packend wie „Halloween“ und „High Tension“. Hauptsache ungekürzt!

    Selten wurde ein Film zum Start derart kontrovers diskutiert wie „Muttertag“, bei dem nicht die Heimkino-Auswertung beschlagnahmt wurde, sondern direkt die Kino-Filmrollen. Über 40 Jahre später ist er nun ungeschnitten ab 18 Jahren freigegeben.

    United Film Distribution

    Muttertag“ ist Kult. Der schonungslose Reißer entstand 1980 in der Blütezeit des Slasher-Films – irgendwo zwischen „Halloween“, „Freitag der 13.“ und „Nightmare On Elm Streett“ –, fällt inhaltlich sowie auch mit seiner schonungslosen Darstellung von Gewalt allerdings eher in die Kerbe von schwer verdaulichen Rape-and-Revenge-Klassikern wie „Das letzte Haus links“ oder „Ich spuck’ auf dein Grab“.

    „Muttertag“ landete in der ungekürzten Fassung in Deutschland nicht bloß auf dem Index, sondern wurde sogar beschlagnahmt. Und anders als sonst wurde das Verbot nicht etwa erst mit der späteren Heimkino-Auswertung ausgesprochen, stattdessen wurden bereits die Filmrollen von der Behörde eingezogen. Auch in Ländern wie Großbritannien und Australien wurde der Film verboten. Gut 40 Jahre später ist der Film in Deutschland nun endlich frei erhältlich:

    Nachdem bereits im März bekannt wurde, dass die Uncut-Fassung von „Muttertag“ vom Index gestrichen wurde, hat die FSK den Film nun ungeschnitten ab 18 Jahren freigegeben. Der Schocker darf hierzulande also endlich in voller Länge beworben und verkauft werden. Während davon auszugehen ist, dass schon bald eine ungekürzte DVD- und Blu-ray-Neuauflage des Films erscheinen wird, bekommt ihr die österreichische Uncut-Version bei Amazon & Co. aber schon jetzt ohne Probleme – achtet nur darauf, dass ihr auch wirklich die ungekürzte „Muttertag“-Version erwischt und nicht die alte FSK-18-Auflage, bei der satte 13 (!) Minuten fehlen:

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    Darum geht’s in "Muttertag"

    Die drei alten College-Freundinnen Abbey (Nancy Hendrickson), Jackie (Deborah Luce) und Trina (Tiana Pierce) fahren jedes Jahr gemeinsam auf Campingurlaub. Auch noch lange nach ihrem Abschluss halten sie an der liebgewonnenen Tradition fest und schwelgen an den unterschiedlichsten Orten im Nirgendwo gemeinsam in Erinnerungen – bis sie die Wahl ihres jüngsten Reiseziels teuer zu stehen kommt.

    Einer DER Horror-Kult-Klassiker schlechthin: Ex-Index-Slasher bekommt ungekürzte Neuauflage – darauf haben viele Fans gewartet!

    Als die jungen Frauen nämlich den Brüdern Ike (Frederick Coffin) und Addley (Michael McCleery) über den Weg laufen, nimmt ihr nostalgisches Zusammentreffen eine tragische Wendung: Zum Vergnügen ihrer wahnsinnigen Mutter (Rose Ross) vergewaltigen und quälen die beiden Brüder die drei Frauen – bis Jackie schließlich stirbt. Da nehmen Abbey und Trina alle Kraft zusammen, die noch in ihnen steckt, um dem mörderischen Trio nicht bloß zu entfliehen, sondern die sadistischen Mörder obendrein für ihre Gräueltaten büßen zu lassen…

    Satirisch angehauchter Rape-and-Revenge-Kult

    Wie die meisten Rape-and-Revenge-Filmen, ein Genre, in dem Frauen erst vergewaltigt werden, bevor sie schließlich grausam Rache nehmen, schockt auch „Muttertag“ mit seiner rohen, kompromisslosen Darstellung von Gewalt gegen Frauen, die bereits zum Kinostart kontrovers diskutiert wurde und dem Film am Ende auch seinen Ruf als schockierender Genre-Klassiker einbrachte. Wer’s vertragen kann, bekommt obendrein aber auch noch eine eine beißende, bitterböse Satire auf die Fernsehgesellschaft geboten.

    Übrigens: Unter dem Titel „Mother’s Day“ erhielt der Film 2010 sogar ein loses Remake spendiert, in dem es Regisseur Darren Lynn Bousman („Saw 2-4“, „Saw 9“) ebenfalls ziemlich krachen lässt. Vor allem aber nimmt sich Bousman darin auch so manche Freiheiten, die seine Interpretation doch stark von dem legendären Original unterscheidet:

    Horror neu im Kino: "Candyman" im Podcast

    Und wenn ihr jetzt gerade richtig Bock auf Horror mit Kultstatus bekommen habt, ist „Candyman“ womöglich genau euer Ding. Die Fortsetzung zu Bernard Roses ikonischem Schauermärchen „Candymans Fluch“ gibt’s seit 26. August 2021 in den deutschen Kinos zu sehen. Wie blutig das Ganze ausfällt, wie sehr man den Einfluss von Produzent und „Get Out“-Macher Jordan Peele spürt und ob man sich auf weitere Fortsetzungen freuen kann – all das und mehr erfahrt ihr in der jüngsten Folge unseres Podcasts Leinwandliebe:

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