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    "Squid Game"-Autor erklärt: Darum färbt sich ein Spieler im Finale die Haare rot
    12.10.2021 um 16:34
    Annemarie Havran
    Annemarie Havran
    -Mitglied der Chefredaktion
    Film- und Serien-Fan mit Leib und Seele. Immer, wenn im Kinosaal das Licht ausgeht oder der Vorspann einer starken Serie beginnt, kommt die Gänsehaut.

    Achtung, Spoiler zur ersten Netflix-Staffel „Squid Game“! Im Staffelfinale macht Gewinner Seong Gi-hun, Träger der Nummer 456, etwas ziemlich Unerwartetes: Er lässt sich die Haare beim Friseur rot färben. Dafür gibt es eine interessante Erklärung.

    Netflix

    Der letzte Teil der ersten „Squid Game“-Staffel spielt ein Jahr nach Ende der Spiele. Seong Gi-hun (Lee Jung-jae) ist ein gebrochener Mann, hat seine gigantische Gewinnsumme von 45,6 Milliarden Won (ca. 33 Millionen Euro) nicht angerührt und streunt verwahrlost und mit zotteligem Bart umher. Doch nachdem ihn die Vergangenheit noch mal einholt und Drahtzieher Oh Il-nam (Oh Young-soo) eine erschreckende Enthüllung und ein letztes perverses Spiel für den desillusionierten Gi-hun parat hat, kommt wieder etwas Leben in ihn.

    Gi-huns rote Haare

    Seine Wut auf die Organisation hinter den Spielen wird durch die Tatsache, dass sein scheinbarer Freund, der so nett erscheinende ältere Herr Il-nam, ihn die ganze Zeit belogen hat und der eigentlich Spielleiter war, noch einmal potenziert – gleichzeitig erwacht wieder Gi-huns Glaube an das Gute im Menschen, als einem erfrierenden Obdachlosen in letzter Minute geholfen wird.

    Und dann folgt ein großer WTF-Moment: Gi-hun geht in einen Friseursalon und statt sich einfach nur rasieren und die Haare in Ordnung bringen zu lassen, lässt er sich das Haupthaar knallrot färben. Mit neuer Haarpracht und einem schicken Anzug will er anschließend, nachdem er Sang-woos (Park Hae-soo) Mutter und Sae-byeoks (Jung Ho-yeon) Bruder geholfen hat, einen Flieger zu seiner Tochter nach Los Angeles besteigen – die Staffel endet jedoch damit, dass Gi-hun in Korea bleibt und den Betreibern der Spiele den Kampf ansagt.

    Rote Farbe als Ausdruck von Wut

    Nicht nur viele Netflix-Zuschauer*innen fragten sich, was das mit den roten Haaren sollte, sondern auch die Presse – und so wurde die Frage „Squid Game“-Erfinder Hwang Dong Hyuk in einem Interview gestellt, über das Zapzee berichtet.

    Serienschöpfer Hwang erklärte, bei der Sache mit den roten Haaren sei er seiner Intuition gefolgt: „Ich habe darüber nachgedacht, wie Gi-hun seine Haare bei einem Friseur verändern lassen sollte. Also habe ich mir vorgestellt, ich sei er, und mich gefragt, ‚in welcher Farbe würdest du dir niemals die Haare färben lassen?‘. Ich kam zu dem Ergebnis, dass sich Gi-hun die Haare niemals rot färben würde. Für ihn wäre es das Verrückteste, was er tun würde. Und genau deshalb habe ich diese Farbe gewählt und gedacht, das zeigt wirklich seine innere Wut.“

    Das Haarefärben als extreme Reaktion

    Hwang bestätigt damit, was viele Fans bereits spekuliert hatten: dass die roten Haare ein Symbol für Gi-huns Wut, seine neu gefundene Entschlossenheit und sein Bedürfnis nach Rache sein könnten. Hwangs Erklärung, es sei eine Farbe, die Gi-hun unter normalen Umständen niemals gewählt hätte – und die er nun trotzdem oder gerade deshalb wählt –, macht das Ganze auch zu einer extremen Reaktion auf das erlebte Trauma und zu einem Akt der Rebellion. Und die Wahl der Haarfarbe zeigt außerdem, wie sehr sich Gi-hun verändert hat:

    Der zu allem entschlossene Mann im schicken Anzug, der am Ende den Organisatoren der Spiele wutentbrannt den Kampf ansagt und einen Ein-Mann-Rachefeldzug startet, hat nicht mehr viel mit dem hochverschuldeten, verantwortungslosen Glücksspieler vom Anfang zu tun, der seiner kranken Mutter auf der Tasche liegt und kaum für seine Tochter da ist.

    Serien-Hypes im Herbst: "Squid Game" und mehr

    Unsere Kolleg*innen von Moviepilot diskutieren in ihrem Podcast Streamgestöber die Serien, die gerade bei Netflix und Disney+ den Herbst aufmischen: nämlich „Squid Game, „Midnight Mass“, die 3. Staffel „Sex Education“ und die Anime-Serie „Star Wars: Visionen“.

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