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    "Das Rad der Zeit"-Überraschung: So "kurz" soll die Serie auf Amazon Prime trotz 15 Büchern als Vorlage werden
    06.01.2022 um 17:00
    Julius Vietzen
    Julius Vietzen
    -Redakteur
    Von „Der Herr der Ringe“ über „Game Of Thrones“ bis „Dune“ ist Julius ein großer Fantasy- und Sci-Fi-Fan. Aktuell liest er die „Das Rad der Zeit“-Reihe.

    Wie viele Staffeln bekommt „Das Rad der Zeit“ auf Amazon Prime Video? Die Antwort darauf dürfte Kenner der Bücher überraschen: Die Serienmacher planen nämlich nicht etwa eine Staffel pro Buch, sondern nur die Hälfte. Doch dafür gibt es gute Gründe.

    Amazon Prime Video

    Am 24. Dezember 2021 wurde die achte und letzte Folge der ersten Staffel „Das Rad der Zeit“ veröffentlicht. Doch bereits lange vorher – im Mai 2021 – wurde die Serie um eine zweite Staffel verlängert. Klar ist also: Die Abenteuer von Moiraine (Rosamund Pike), Rand (Josha Stradowski) und Co. gehen noch mindestens eine Season lang weiter. Aber wie lange soll „Das Rad der Zeit“ eigentlich insgesamt laufen?

    Klar ist: Staffel 1 basiert auf dem ersten Band der „Das Rad der Zeit“-Buchreihe von Robert Jordan. Die Reihe hat insgesamt 14 Bände (mittlerweile auch in Deutschland, wo die Bücher zuerst auf zwei Bände aufgeteilt erschienen), außerdem gibt es noch die Vorgeschichte „Der Ruf des Frühlings“. Nach dieser Rechnung gäbe es also Stoff für 15 Staffeln „Das Rad der Zeit“ – aber so viele wird es nicht geben, zumindest wenn es bei den Plänen von Showrunner Rafe Judkins bleibt.

    Judkins verriet nämlich unlängst in einem Interview, dass er „50 oder 60 Episoden“ plane. Klingt erstmal viel, ist aber auf Staffeln heruntergebrochen deutlich weniger als man erwarten könnte. Geht man weiterhin von acht Folgen pro Season aus, wären das nämlich „nur“ sechs oder sieben, allerhöchstens acht Staffeln – je nachdem, ob dann z.B. auch mal eine Season mit mehr oder weniger Folgen dabei ist.

    Darum bekommt "Das Rad der Zeit" so "wenige" Staffeln

    Für Fans von „Das Rad der Zeit“ ist das sicherlich schade und vielleicht auch überraschend, wenn man die Menge der Bücher kennt – doch strenggenommen ist es eben doch keine so große Überraschung. Denn erstens gibt es kaum eine Original-Serie auf einem der großen Streamingdienste, die für 15 Staffeln läuft; das findet man eigentlich nur im klassischen amerikanischen Fernsehen bei Serien wie „Navy CIS“ und Co. Und vermutlich wären weder Cast und Crew daran interessiert, die nächsten 14 oder 15 Jahre ihres Lebens ausschließlich in der Welt von „Das Rad der Zeit“ zu verbringen.

    Zweitens, und das ist das wichtigere Argument, lassen sich die „Das Rad der Zeit“-Bücher sowieso nicht 1:1 adaptieren. Dafür gibt es zu viele Figuren, zu viele Handlungsstränge und -orte und – bei aller Liebe für Jordans Werk – auch zu viel Leerlauf. Das würde in „Das Rad der Zeit“ auf Amazon Prime Video nicht funktionieren, dafür sind die Medien Serie und Buch einfach zu unterschiedlich.

    Buch ≠ Serie

    Auch Judkins erklärte in dem Interview mit Entertainment Weekly noch einmal, wie er sich das mit den „50 oder 60 Folgen“ vorstellt: „Fans der Bücher werden sehen, dass einige Figuren eher ihre Story aus Buch 2 bekommen und andere Figuren eher ihre Story aus Buch 3“. Es werden also offenbar ab Staffel 2 jeweils zwei Bände in einer Staffel adaptiert.

    Der Grund dafür ist simpel: Eine Figur wie Moiraine spielt in Buch 2 keine besonders große Rolle. Aber man kann bei einer Serie die prominenteste Darstellerin (also Rosamund Pike) im Cast nicht einfach eine Staffel lang auf die Ersatzbank setzen. Also verdichten und verkürzen Judkins und sein Team die Bücher, wo sie können, was dann wiederum aber auch gewisse Nachwirkungen mit sich bringt:

    „Wir konnten etwa nicht nach Caemlyn [eine große Stadt, in der große Teil von Buch 1 spielen] gehen, weil wir dafür kein Geld und keine Zeit hatten. Das ist eine gute Verdichtung, aber die hat natürlich Auswirkungen. […] Wir haben am Ende von Staffel 2 einen großen Punkt, an dem alles zusammenläuft und der alles miteinander verküpft und uns dann in eine neue Richtung treibt, nachdem wir alle Handlungsstränge abgehakt haben, wenn auch in etwas anderer Reihenfolge […]“

    Das Ende von Staffel 1 deutet große Änderungen an

    Was Judkins hier nur andeutet, dürfte dann in der Serie darauf hinauslaufen, dass man Buch 2 und Buch 3 kombiniert und den jeweiligen Showdown parallel erzählt, der sowieso eine gewisse Redundanz hat. So bekommen die etablierten Figuren alle einen Handlungsstrang in Staffel 2, und die in der Buchvorlage teilweise etwas schleppende Entwicklung von Rand und Co. wird vorangetrieben.

    Genau dafür wurden im Finale von Staffel 1 auch schon die Weichen gestellt. Wie genau es nach dem Cliffhanger-Ende weitergehen dürfte, haben wir in dem nachfolgenden Artikel zusammengetragen:

    "Das Rad der Zeit": Wann und wie geht es in Staffel 2 weiter?
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