Die Garde der Löwen ist nicht wirklich gut, aber auch nicht wirklich schlecht. Ich als Fan des Der König der Löwen-Franchises möchte euch nun aber mal sagen, was ich von der Serie halte.
⚠️ Achtung, Spoiler-Warnung ⚠️
Wer meine Der König der Löwen 3-Bewertung gelesen hat, weiß auch schon, dass Die Garde der Löwen nicht gerade das Beste ist. Ich versuche, die Story mal kurz zusammenzufassen:
Die Serie dreht sich um Kion, das zweite offizielle Kind von Simba und Nala. Er entdeckt, dass er die Gabe des Gebrülls der Ahnen besitzt und soll nun im Auftrag seines Vaters die Garde aufbauen und das Geweihte Land verteidigen – obwohl er dort irgendwie erst 10 Jahre alt ist oder so.
Auf jeden Fall gründet er die Garde mit seinen Freunden, die alle keine Löwen sind. Seinem Vater gefällt es zwar zunächst nicht, am Ende ist es aber die richtige Entscheidung. Sie erleben dann Abenteuer. In der zweiten Staffel kommt dann Scar als Feuergeist im Vulkan zurück, also ja.
Am Anfang von Staffel drei besiegt die Garde Scar und begibt sich danach zum Baum des Lebens, weil Kion eine Narbe mit Schlangengift bekam, die ihn böse macht. Dort trifft er auf Rani, die auch später Königin wird, und Kion verliebt sich in sie. Am Ende der Serie bleibt er mit der Garde bei ihr, während Vitani im Geweihten Land eine neue Garde gründet.
Fast die komplette Serie, außer die letzte Folge, spielt während Der König der Löwen 2: Simbas Königreich und da kommen wir auch schon zu einem Problem: Weder Kion noch sonst jemand Neues aus der Serie war in Teil 2, und Kiara und Simba haben in der Serie komplett neue Persönlichkeiten. Im Film ist Simba ein Helikopter-Vater, hier ist er ein Alles-Erlauber, und Kiara wollte im Film nie Königin werden, hier bildet sie sich darauf voll was ein.
Die Story ist okay, wenn man die Punkte außen vor lässt, die den Kanon auf den Kopf stellen, wie das Kion andauernd mit Mufasa redet oder das Gebrüll der Ahnen, das viel zu OP ist, um ein paar Beispiele zu nennen. Die Animation und Grafik ist okay, man kann es sich angucken, aber nichts Besonderes. Das Gleiche gilt auch für die Lieder, manche sind okay, andere hätte man weglassen können. „Sisi ni sawa“ (bzw. „Wir sind gleich“) ist ein schöner Song, „Hört auf das Wort von Banga, dem Weißen“, hätte man weglassen können.
Die Vorgeschichte finde ich auch nicht schön. Dass Scar seine Narbe durch eine Schlange bekam und das Gift ihn böse machte, und er früher Askari also so wie der erste Anführer der Garde der Löwen hieß, gefällt mir gar nicht. Da ist die an den Comics orientierte Vorgeschichte mit Taka im Remake besser. Die Charaktere sind in Ordnung, ich mag Kions Charakter sehr, das war’s aber wiederum auch. Bei den Songs muss ich noch zwei Sachen sagen: Erstens, die Übersetzung ist oft schlecht, vor allem bei „So ticken wir zwei“, der Text hat nichts mehr mit dem englischen Original zu tun. Und zweitens, Kions deutsche Sprech- und Singstimme passen nicht zusammen. Zira ergibt in Die Garde der Löwen auch keinen Sinn, da sie viel schwächer dargestellt wird und komischerweise nicht zum Vulkan geht, als Scar zurückkommt.
Allgemein vermittelt die Serie aber gute Werte wie Zusammenhalt, Freundschaft und dass jeder gleich ist, egal ob Hautfarbe, Herkunft etc.
Also kurz gesagt: Die Garde der Löwen ist eine mittelgute Serie, die eher für Kinder ist. Ich gebe ihr 3 von 5 Löwenköpfen.