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Janko B
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Serienkritik
4,0
Veröffentlicht am 12. Mai 2026
Selten hat mich eine Serie über alle Staffeln hinweg so konstant begeistert wie "Il Cacciatore - The Hunter". Normalerweise gibt es in einer Serie immer mal schwächere Phasen, aber hier blieb die Spannung von Anfang bis Ende auf einem hohen Niveau.
Der gegen die Mafia ermittelnde Staatsanwalt Saverio Barone wird von Francesco Montanari ambivalent verkörpert. Er ist definitiv kein einfacher Charakter, zwischen Job und Familie hin- und hergerissen und oft ziemlich kompromisslos, aber genau das macht seine Figur so interessant. Umso befriedigender ist es, wenn er den Mafiosi Schritt für Schritt näherkommt. Gleichzeitig zeigt die Serie eindrucksvoll, welchen Preis dieser Kampf fordert – vor allem im Privatleben. Die ständige Belastung und die verpassten Momente mit seiner Tochter werden über die gesamte Serie hinweg thematisiert.
Viele der gezeigten Mafiosi hat es tatsächlich gegeben – darunter Bernardo Provenzano, Pietro Aglieri oder Leoluca Bagarella. Einige von ihnen leben noch heute. Gerade dadurch wirkt vieles besonders authentisch. Die jeweiligen Schauspieler haben diese Figuren außerdem hervorragend verkörpert und den Charakteren eine enorme Präsenz verliehen. Die Darstellung der Mafia wird darüber hinaus nicht glorifiziert. Statt stilvoller Gangster bekommt man hier eine brutale und realistische Welt gezeigt.
Besonders die Szenen rund um das Schicksal des entführten Jungen im Rahmen der ersten und zweiten Staffel waren sehr bewegend und bleiben lange im Kopf. Auch das Schicksal von Aglieris Zögling Davide im Verlauf der dritten Staffel offenbart menschliche Tragödien.
Für mich eine der besten italienischen Serien neben "Gomorrha" und "Romanzo Criminale" überhaupt – spannend, intensiv und hervorragend erzählt.