Ich war anfangs Feuer und Flamme für ein neues Projekt von Kurt Sutter mit Gillian Anderson und Lena Headey in den Hauptrollen. Hellhörig wurde ich bereits, als ich davon hörte, dass Sutter das Set nach kreativen Differenzen verließ. Das war bereits kein gutes Omen.
Schon nach wenigen Sekunden bestätigte sich das. Wieder dieses ständige „Frauen können alles, was Männer können“ – bla bla bla. Natürlich sind Frauen gleichberechtigt und verdienen Respekt, völlig außer Frage."The Abandons" ist jedoch eine historische Serie und da erwarte ich einfach auch Realismus.
Wenn es nämlich darum geht, in der Wildnis zu überleben, gegen brutale, ausgebildete Krieger zu kämpfen, die an die 12 Pfeile pro Minute verschießen, sich in einer fiesen Kneipenschlägerei durchzusetzen, Baumstämme zu schleppen und ähnliche körperlich anstregende Aufgaben zu bewältigen – das konnten sie das nicht, und deshalb haben sie es historisch gesehen auch nicht getan und hatten es letztendlich auch nicht nötig.
Davon abgesehen wirkt die Handlung selbst völlig zerfahren und bleibt so flach, dass man kaum irgendeine Bindung zu den Figuren aufbauen kann. Das Tempo schleppt sich dahin, und manche Handlungsbögen ziehen sich endlos hin, ohne jemals irgendwohin zu führen. Die Optik ist zwar grundsätzlich ansprechend, aber selbst solide Bilder können ein miserables Drehbuch nicht kaschieren.
Wer es realistisch mag, dem kann ich nur empfehlen auf dieses "Yellowstone for girls" zu verzichten und sich entweder auf das Original samt Spin-offs weiterhin zu verlassen oder mal bei Netflix "American Primeval" zu sichten.