Wenn Einfallslosigkeit eine Show wäre...
Man sollte meinen, dass ein Typ wie Kurt Sutter, der „Sons of Anarchy“ ins Leben gerufen hat, das nötige Etwas hat für starke Serien. Aber nope… „The Abandons“ entstand sogar vor „Sons of Anarchy“ als Idee, wurde aber erst 2025 auf Netflix umgesetzt. Doch schnell wurde das Ganze nicht weiter produziert und nach einer Staffel war Schluss. Und das ist auch endlich mal gut so! So viele tolle Serien werden nach einer Staffel gecancelt („Der dunkle Kristall“), aber dieses mal hats auch mal eine wirklich schlechte Show getroffen.
Worum geht´s? Wir befinden uns am Ende des 19. Jahrhunderts in einer kleinen Stadt in Washington: Die skrupellose Minenbesitzerin Constance Van Ness will so viel Land wie möglich kaufen, darunter der Grundbesitz von Fiona Nolan, die vier Waisenkinder aufgezogen hat und ihnen ein Zuhause und eine Familie bietet. Der Kampf der beiden Frauen wird schnell zu einem blutigen Krieg der Intrigen...
Sutter verließ die Produktion sogar noch vor Ende der ersten Staffel, was ich sehr bezeichnend finde. „The Abandons“ wurde zurecht schlecht bewertet und ich finde eine solche Show ist in meinen Augen schlimmer als jede Trash-Staffel von „Tote Mädchen lügen nicht“. Denn diese Westernserie kann so gut produziert und gecastet sein, wie sie will, am Ende ist sie vor allem eins: Langweilig! Und das ist immer das Schlimmste, was eine Serie oder ein Film (oder jegliches andere Medium) bieten kann, Langeweile. „The Abandons“ ist unfassbar generisch, einfallslos, klaut von deutlich besseren Vertretern des Genres und wirkt immer wieder unfreiwillig komisch. Alle Figuren sprechen in ausgelutschten Film-Floskeln und auch technisch ist die Serie erstaunlich schlecht gemacht: Billige CGI-Momente und vor allem der Schnitt ist stellenweise eine Katastrophe. Das wird besonders in den lachhaften Actionszenen klar, die so amateurhaft gefilmt sind, dass man kaum weiß, was gerade vor sich geht. Generell schafft es die Serie nicht wirklich seine Handlung zu kommunizieren, da auch im Script Dinge und Ereignisse einfach auf billigste Weise erklärt, statt gezeigt werden…
Der Cast ist mit Gillian Anderson und Lena Headey anschaulich, aber alle Darsteller*innen spielen sich hier leider einen Wolf. Sie kämpfen gegen das ausgetrocknete Drehbuch an und können nie wirklich glänzen. Und auch der Soundtrack ist klischeehaft und einfallslos, nur ein paar der Songs fand ich gut…
Fazit: „The Abandons“ ist der Inbegriff von Zeit- und Geldverschendung im Bereich Film- und Fernsehen. Solche lieb- und mutlosen Projekte gehören zurecht gecancelt. Eine konservative, langweilige und völlig plumpe Show, die man besser meiden sollte.