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    Die FILMSTARTS-Meinung: Warum Kameragenie Roger Deakins für "Blade Runner 2049" endlich einen Oscar bekommen muss
    Von Andreas Staben, Christian Fußy — 05.10.2017 um 19:30
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    Nach 13 (!) erfolglosen Nominierungen für den wichtigsten Filmpreis der Welt legt Roger Deakins mit „Blade Runner 2049“ ein neues Meisterwerk vor. Wir würdigen die bahnbrechenden Arbeiten des Kameramanns mit einer augenöffnenden Bildergalerie.

    „Blade Runner 2049“ (2017)
    1. „Blade Runner 2049“ (2017) +

    Denis Villeneuves spektakuläres Science-Fiction-Sequel „Blade Runner 2049“ ist einer der absoluten Höhepunkte des Kinojahres 2017 und übertrifft in unseren Augen selbst Ridley Scotts Original aus dem Jahr 1982. Einen entscheidenden Anteil an diesem atemberaubenden Kinoerlebnis hat die britische Kameralegende Roger Deakins, die für die Zukunftsvision überwältigende Bilder findet. Fast jede Einstellung möchte man sich einrahmen und als Kunstwerk an die Wand hängen.

    Die FILMSTARTS-Kritik zu „Blade Runner 2049“

    Knallige Farben, dunkelste Schatten, expressive Kontraste, nie gesehene Formen und Perspektiven – wie ein wahrer Meister des Lichts nutzt Deakins in seiner dritten und bisher besten Zusammenarbeit mit Villeneuve die ganze Palette seiner Möglichkeiten und erklimmt mit „Blade Runner 2049“ einen neuen schöpferischen Gipfel in einer an Glanzleistungen reichen Karriere, die wir in unserer obigen Galerie anhand einiger seiner schönsten Schöpfungen nachzeichnen – von heute zurück zu „1984“. Die Bilder sprechen für sich und evozieren ikonische Kinomomente wie Jake Gyllenhaals irrlichternde nächtliche Autofahrt in „Prisoners“, Tim Robbins im Regen in „Die Verurteilten“ oder den surrealen Bowlingtraum in „The Big Lebowski“.

    Der 1949 geborene Engländer Deakins hat sich in jungen Jahren zuerst für die Malerei und dann auch für die Fotografie begeistert, ehe er über den Dokumentarfilm zum Erzählkino gefunden hat. Die liebevolle Sorgfalt, die er jedem einzelnen Bild und jeder Einstellung widmet, ist auch seinen Spielfilmen immer anzusehen. Das gilt schon für seine britischen Filme aus den 1980er Jahren und erst recht für die Jahre nach seinem Amerika-Debüt mit „Barton Fink“, das zugleich den Auftakt einer langen und äußerst fruchtbaren Zusammenarbeit mit Joel und Ethan Coen bildet. Die bisher zwölf gemeinsamen Arbeiten - darunter visuelle Meisterwerke wie „O Brother, Where Art Thou“ und „The Man Who Wasn’t There“ – bilden das Herzstück in Deakins’ Filmografie.

    Die Liste der prominenten Regisseure, die auf die Dienste des gefeierten Kameramanns zurückgegriffen haben, ist lang und reicht von Ron Howard („A Beautiful Mind“) über Martin Scorsese („Kundun“) und M. Night Shyamalan („The Village“) bis zu den mehrfachen Kollaborationen mit Sam Mendes („Skyfall“, „Zeiten des Aufruhrs“) und eben mit Denis Villeneuve. Mit ihm hatte Deakins vor „Blade Runner 2049“ schon „Prisoners“ und „Sicario“ gedreht und dafür zwei seiner insgesamt 13 Oscar-Nominierungen erhalten. Dass er die begehrte Statuette bislang kein einziges Mal auch gewonnen hat, ist eines der gröberen Versäumnisse der Academy. Wir sehen nicht, wer die diesjährige Meisterleistung von Deakins noch übertreffen sollte: Für seine Kameraarbeit bei „Blade Runner 2049“ kommt nichts anderes in Frage als der erste Oscar für den besten aktiven Director of Photography in Hollywood!

    „Blade Runner 2049“ läuft seit dem 5. Oktober 2017 in den deutschen Kinos.

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