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X-Men: Apocalypse
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
3,5
gut
X-Men: Apocalypse
Von
Matthew Vaughns in Rekordzeit fertiggestellter Franchise-Reboot „X-Men: Erste Entscheidung“ wurde von Publikum und Kritik zwar ziemlich positiv aufgenommen, aber die Einspielergebnisse der generalüberholten Mutanten blieben doch hinter den Erwartungen des Studios zurück. Also holte man für die geplante Fortsetzung das Mastermind hinter den ersten beiden ursprünglichen „X-Men“-Filmen zurück und mit ihm auch gleich die Originalbesetzung der Superhelden als Verstärkung für ihre Nachfolger. Mit einem ausgeklügelten Zeitreise-Plot brachte Bryan Singer in „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ alle Stars unter einen erzählerischen Hut und konnte dabei ganz nebenbei einige Wendungen aus dem ungeliebten dritten Teil der ersten Trilogie „X-Men: Der letzte Widerstand“ gleichsam rückgängig machen.

Der Streich war erfolgreich und nun legt Singer mit dem Comic-Action-Drama „X-Men: Apocalypse“ nach. Auf den ersten Blick folgt er dabei der Hollywood-Maxime der ständigen Steigerung: Während es in „Zukunft ist Vergangenheit“ „nur“ um das Überleben der Mutanten ging, droht dieses Mal schließlich nichts weniger als das Ende der Welt, die Apokalypse. Tatsächlich ist der Bösewicht noch einmal um ein Vielfaches mächtiger, die Action bombastischer, die reine Anzahl der für die Handlung nicht ganz unwichtigen Figuren kaum noch überschaubar – und doch überspannt Bryan Singer den Bogen nicht: „X-Men: Apocalypse“ ist auf- und anregendes Blockbuster-Kino.
 
1983. In Kairo wird der unsterbliche Apocalypse (Oscar Isaac) aus Jahrtausende währender Gefangenschaft befreit. Der Mutant will die Welt der Menschen zerstören und aus der Asche ein neues Reich errichten, dazu schart er eine Gruppe von Helfern um sich, darunter Storm (Alexandra Shipp), Psylocke (Olivia Munn) und Angel (Ben Hardy). Aber um seinen Plan möglichst rasch in die Tat umsetzen zu können, ist er auf die besonderen Fähigkeiten von Professor Charles Xavier (James McAvoy) und Magneto (Michael Fassbender) angewiesen. Die Wege dieser beiden mächtigen Mutanten haben sich seit den dramatischen Ereignissen von Washington 1973, die inzwischen zum Schulstoff geworden sind, getrennt. Während der Professor an seiner Schule für Hochbegabte junge Mutanten unterrichtet, hat der flüchtige Magneto alias Erik Lehnsherr irgendwo in Polen ein neues Leben begonnen hat. Doch dann kommt seine wahre Identität ans Licht, was bald tragische Konsequenzen hat. Nun schließt sich Magneto dem Bösen an und wird zum vierten Reiter der Apokalypse – nur Charles Xavier und seine Mitstreiter können das Weltenende nun noch aufhalten.


Der Film beginnt mit der Stimme von Professor Xavier, der das grundlegende Dilemma der X-Men (und aller Superhelden) in einprägsame Worte kleidet: „Gifts can be curses.“ Auch besondere Begabungen und Fähigkeiten können ein Fluch sein. Auch das Wissen um die Zukunft, der Blick in die Herzen und Hirne der anderen kann Angst machen. Schmerz und Angst durchziehen den folgenden Film dann auch, das fängt schon im Prolog an. Nach Xaviers prophetischen Sätzen katapultiert uns Regisseur Bryan Singer („Die üblichen Verdächtigen“) ins alte Ägypten, ins Jahr 3600 vor Christus: Schier endlose Menschenmassen, pompöse Bauten, schneidige Krieger bilden den Rahmen für eine pharaonische Machtdemonstration. Und hinter dieser Kulisse, die dem Filmemacher die Gelegenheit bietet, seiner Vorliebe fürs Monumental-Ornamentale freien Lauf zu lassen, findet ein beunruhigendes Ritual statt. Es gibt Widerstand, die Pyramiden stürzen ein und scheinen das drohende Unheil unter sich zu begraben, aber fast 6000 Jahre später erwacht eine schreckliche Macht.

Der gottgleiche Apocalypse wirkt in den 1980ern ein bisschen wie ein Jedi, der sich verlaufen hat (einer der wenigen Witze hier hat übrigens mit dem dritten „Star Wars“-Film zu tun, aber ansonsten bleibt das Zeitkolorit sehr dezent): Der Erzbösewicht ist irgendwie fehl am Platz, aber er trägt seinen Namen völlig zu recht. Er besitzt furchteinflößende Kräfte, die er über die Jahrtausende von anderen Mutanten auf sich übertragen hat und verfolgt mit kalter Konsequenz sein einziges zerstörerisches Ziel – das Ende der Welt. Angst und Schmerz kennt er nicht, ihm fehlen alle menschlichen Züge – der sonst so charismatische Oscar Isaac („Star Wars 7“) zeigt keine Regung und ist unter dem steinern wirkenden Make-up ohnehin nicht wiederzuerkennen. „Die interessieren mich nicht“, sagt er ohne Ausdruck in einer Szene zu Magneto und lässt eine Gruppe von Männern per Fingerzeig buchstäblich im Boden versinken. Apocalypse ist so etwas wie die Perfektion und die Perversion des Superhelden zugleich: Er will die absolute Macht nur um ihrer selbst willen, die Menschen mit allen ihren Schwächen sind da nur Störfaktoren. Und wenn er den verzweifelten Erik Lehnsherr nach Auschwitz führt, um seinen Hass zu schüren, dann legt er den Finger ungeniert in die Menschheitswunde.

Schon „Zukunft ist Vergangenheit“ war Ideenkino mit Popcorngeschmack, auch in „Apocalypse“ schrecken Bryan Singer und Drehbuchautor Simon Kinberg („Sherlock Holmes“) nicht vor großen Themen zurück: Die Frage nach der Natur des Menschlichen steht hier im Mittelpunkt, wobei Nicht-Mutanten mit Ausnahme der CIA-Agentin Moira Mactaggert (Rose Byrne) nur kleine Nebenrollen spielen und meist ängstlich oder feindselig auftreten. Schon der Kameraflug durch einen „Zeittunnel“ (allein dafür lohnt sich das 3D) vor der Titeleinblendung zeigt uns die Widersprüche im menschlichen Wesen. Und später stehen sich wieder die Positionen des versöhnlichen Charles Xavier, der für die Kollaboration zwischen Mutanten und Menschen eintritt, und des auf Konfrontation setzenden Skeptikers Magneto gegenüber – ein Konflikt, der hier eine neue Komplexität erreicht. Wenn der im Schoß einer neuen Familie zur Ruhe gekommene Erik aus seinem friedlichen inneren Exil aufgescheucht wird und in eine schicksalsschwere und toll gefilmte Konfrontation in einem polnischen Provinzwald gerät, dann fällt es gar nicht so leicht, Partei zu ergreifen. Und auch der eindrucksvolle emotionsgeladene Kurzauftritt von Hugh Jackmans Wolverine erweist sich als überaus ambivalenter Moment, an den übrigens in der obligatorischen Post-Credit-Sequenz angeknüpft wird, die überdies einen verklausulierten Hinweis auf einen möglichen nächsten Schurken liefert.

„X-Men: Apocalypse“ ist bis zum Ende ein Blockbuster mit moralischen Widerhaken und so darf Michael Fassbender („Inglourious Basterds“) noch weiter in die Tiefen seiner Figur eintauchen, während der Optimismus von James McAvoys („Abbitte“) Professor immer wieder auf die Probe gestellt wird. Aber er gibt den Widerstand gegen Apocalypse nicht auf und hat dabei neben Beast (Nicholas Hoults bester Moment ist diesmal eine beiläufig hingehauchte Bekundung seiner Zuneigung zu Mystique) auch ein paar neue (alte) Mitstreiter an seiner Seite: Besonders beeindruckend fällt der Auftritt von Jean Grey („Game Of Thrones“-Star Sophie Turner) aus, die sich von einer unter ihren telepathischen Kräften leidenden Außenseiterin zu einer mutigen Kämpferin entwickelt und wie ein Phoenix zur Entscheidungsschlacht aufsteigt. Vor allem aber zeigt sie Mitgefühl und Einfühlungsvermögen, daher versteht sie auch Scott Summers/Cyclops (hervorragend: Tye Sheridan) so gut, dem tödliche, kaum zu kontrollierende Strahlen aus den Augen schießen. Die hin- und hergerissene Mystique (gut wie meist: Jennifer Lawrence) wiederum ist zuerst in einer etwas seltsamen Szene im Ost-Berlin der 80er zu sehen, in der sie Kurt Wagner/Nightcrawler (amüsant: Kodi Smit-McPhee) aus misslicher Lage befreit, danach drückt sie auch diesem Film ihren blauen Stempel auf und schließlich bekommt Quicksilver (Evan Peters), der Sonderling unter den Sonderlingen, wie schon in „Zukunft ist Vergangenheit“ seinen großen Auftritt.    

Der unvorstellbar schnelle Mutant darf seine Kräfte wieder in einer extrem verlangsamten Sequenz demonstrieren: Es ist, als bliebe die Zeit stehen und er könnte ein unentrinnbares Schicksal aufhalten – aber diesmal hat die virtuose Zeitlupen-Rettungseinlage (begleitet von Eurythmics‘ „Sweet Dreams“) eine stärkere dramatische Seite. Eine ähnliche Mischung aus Poesie und Angeberei präsentiert uns Singer in einer ausgedehnten und wundersamen Montagesequenz um das globale Nuklearwaffenarsenal. Dazu hat Komponist (und Co-Cutter) John Ottman („The Nice Guys“) eine aufgemotzte Version des Allegrettos aus Beethovens 7. Sinfonie arrangiert – keine originelle, aber eine wirkungsvolle Wahl. Die zahlreichen und ausgedehnten Actioneinlagen fallen hier allerdings insgesamt nicht so überraschend aus wie im vorigen Film der Reihe, die von Apocalypse und seinen Helfern entfachte Zerstörungsorgie (wieder einmal erwischt es einige berühmte Sehenswürdigkeiten) hat aber zumindest anders als in einigen anderen Comic- oder Katastrophenfilmen immer auch einen Rest von Erdenschwere: Zur Spektakel-Schaulust gesellt sich das Schaudern vor dem Abgrund. Denn „Apocalypse“ hat trotz aller Blockbuster-Mechanismen und Spezialeffektkaskaden ein großes Herz: Am schönsten zeigt sich dies in zwei ruhigen Szenen, in denen zwei Figuren unter ganz unterschiedlichen Umständen verlorene Erinnerungen gleichsam zurückgeschenkt bekommen.  
 
Fazit: Ein bombastisches Superheldenspektakel mit menschlicher Dimension - nicht so überraschen und clever wie der Vorgänger, aber für einen Superhelden-Blockbuster hat Bryan Singer doch erstaunlich viele moralische und emotionale Widerhaken in seinem Weltenzerstörungs-Bombast untergebracht.

In einer früheren Version dieser Kritik hatte „X-Men: Apocalypse" noch 4 von 5 Sternen. Die ausführliche Begründung für die Änderung der Sternewertung könnt ihr in diesem Artikel nachlesen.
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Kommentare

  • GamePrince
    Ich hätte gerne etwas über Psylock gelesen.Legt sie ein paar gute Auftritte hin?
  • WhiteNightFalcon
    Die Kritik klingt jedenfalls besser, als die Trailer den Film aussehen lassen. Aber da Singer, egal ob X-Men oder Superman Returns, immer nen Geflecht zwischen seinen Figuren aufbaut - Stichwort: Menschliche Dimension - bin ich geneigt, der Kritik eher zu glauben und das Fazit zu ziehen, das die Trailer wie so oft mal wieder 'Style-Over-Substance' waren. Wird wie BvS und Civil War geschaut = selber Meinung bilden.
  • WhiteNightFalcon
    Grade in Punkto CGI-Qualität sollte man bei Trailern vorsichtig sein. Wir erinnern uns alle noch an den Unterschied des Tores in Jurassic World zw Trailer und Film.
  • greek freak
    Hmm.. also bisher waren die meisten Kritiken dazu eher negativ bis "der Film geht so".Anyway,ich guck mir das ganze eh nur wegen Olivia Munn im Psylocke Outfit und Wolverine´s Cameo an.Soweit ich verstanden habe,wird sein Ausbruch aus dem Weapon X Labor gezeigthoffentlich kriegen wir diesmal mehr zu sehen als Hugh Jackman der aus der Adamantium Badewanne steigt.
  • Mr.Anderson.
    Ich warte echt nur drauf bis wieder Leute ankommen und sich beschweren, dass Batman v Superman nur 2 Sterne und jetzt X-Men 4 Sterne hat. Mich überrascht die Kritik jetzt aber auch, da der Film bis jetzt eher mittelmäßige Kritiken bekam. Die 4 Sterne kommen in der Kritik aber doch glaubwürdig rüber, hab paar stellen zwar überflogen aus Spoilerangst, aber es kommt doch glaubwürdig rüber. Bin jetzt wirklich mal auf den Film gespannt.
  • Fain5
    Da man hier behauptet, Lawrence sei wie immer gut, gehe ich mit Vorsicht an die Kritik ran.
  • HalJordan
    Gute Kritik. Klingt doch alles erstmal gar nicht so schlecht. Auf die neuesten X-Men Abenteuer war bislang Verlass und wenn mir dieser Film nur annährend so viel Spaß macht, wie Days of Future Past, freue ich mich jetzt schon auf den Kinobesuch.
  • sky_erosion
    Es war schon ein Ärgernis, dass das im letzten Trailer gespoilert wurde, aber für alle, die diesen nicht gesehen haben und hier lesen, haben Filmstarts und du es jetzt endgültig ausgeplaudert. Diese fehlende Sensibilität ist schon echt ein Graus. Trotzdem will ich dir mal was gutes tun und beruhige dich, es ist nicht nur ein Cameo sondern eine Szene, die richtig geil ist und Lust auf den nächsten R-Rated-Wolverine macht.
  • sky_erosion
    Sie bekommt sehr wenig zu tun, leider.
  • sky_erosion
    Lange und ausführliche Kritik schön und gut, aber so viele Szenenspoiler zeugen von einem schlechten Schreiber. Man kann eine positive Kritik auch schreiben, ohne jede einzelne Szene bis ins Detail zu beschreiben. Ich habe den Film auch gestern gesehen und finde das deswegen persönlich nicht weiter schlimm, aber ankreiden will ich das trotzdem. Entweder macht Spoiler-Kritiken mit Warnung oder passt besser auf. Nach dem Lesen dieser Kritik werden viele Zuschauer das Ende bestimmer Szenen schon im Voraus wissen.
  • GamePrince
    Den Spoiler mit dem Wolverine-Gefängnis hätten sie sich sparen sollen ... war auf den Wolverine-Auftritt sehr gespannt und jetzt das.
  • GamePrince
    Oh ne ... schon im Trailer war sie eine der Highlights und seit meiner Kindheit find ich sie super. :(
  • OzzieCobblepot
    Warum stören einen "Spoiler" eigentlich? Beim genießen von Filmkunst geht es doch mehr um das genießen des Visuellen, nicht der Geschichte? Beispiel an einem bekanntem FIlm: in Christopher Nolans "Inception" habe ich beim zweiten mal mehr Brillianz genießen können, denn erst nach dem ich Ausgang der Geschichte kannte, stellten sich für mich bei der visuellen Ausarbeitung des ganzen die entscheidenden Fragen, nämlich in wie weit angedeutet wird, dass sich Dom Cobbs gesamtes Dasein in einem Traum abspielt. Hätte ich das Ende des Filmes vorher gekannt, hätte ich "Inception" beim ersten mal genießen können. Und auch hier glaube ich, dass mich die besprochenen Szenen nicht stören, sondern eher bereichern. Im übrigen: wunderbar nachvollziehbare Kritik, Herr Staben.
  • sky_erosion
    Was habe ich denn gespoilert, was in dem Kommentar, auf den ich geantwortet habe, nicht schon stand, beziehungsweise in der Kritik?Oder liest du dir nur meine Antworten durch ohne irgendwas anderes, was mir schmeicheln würde aber auch unglaublich dumm wäre.
  • sky_erosion
    Manche interessieren sich halt für die Story und die Überraschungen, die sie bereit hält. Wer bei Filmkunst nur nach dem Visuellen geht, ist leider engstirnig und sollte nicht von dem Genießen von "Filmkunst" reden."[...] Hätte ich das Ende des Filmes vorher gekannt, hätte ich "Inception" beim ersten mal genießen können." - Das ist einer der dümmsten Sätze, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Wer sowas sagt, hat keine Ahnung von Filmkunst und sollte sich leiber auf andere Medien konzentrieren.Natürlich ist das Ansehen eines Films zum zweiten Mal anders und das ist auch gut so. Wer das erste lieber mit einer Inhaltsangabe überspringen will, beleidigt den Schöpfer des Films, da man keine Interesse an dem Erlebnis zeigt, welches der Regisseur für den Zuschauer beim ersten Ansehen antizipiert.
  • Mordecai
    "...angewiesen". Ihr vergesst immer Wörter in euren Texten, was ist da los?? (2.Abschnitt, 5. Zeile)
  • sky_erosion
    Du schreibst echt wie ein Legastheniker, was sehr anstrengend ist. Lies mal deinen Text bevor du ihn abschickst.Also ich fasse zusammen: Die Kritik schreibt über die Szene "Kurzauftritt" und "eindrucksvoll", das erzeugt keine Erwartungen bei dir. Ich schreibe, es ist eine "Szene" und sie ist "richtig geil" und du hast hohe Erwartungen? Das ist wirklich das dümmste, was ich je gehört habe. Ein Satz wie "[...] Und auch der eindrucksvolle emotionsgeladene Kurzauftritt von Hugh Jackmans Wolverine erweist sich als überaus ambivalenter Moment." stört deine ÜBERRASCHUNG nicht, "[...] es ist nicht nur ein Cameo sondern eine Szene, die richtig geil ist [...]" wiederum schon. Lächerlich, wirklich lächerlich. Wie deine Rechtschreibung.
  • OzzieCobblepot
    Interessante Sichtweise von deiner Seite. Um mich kurz zu rechtfertigen: Ich lasse mir nicht vorwerfen, ich hatte keine Ahnung von Filmkunst. Aber ich gebe zu, ich habe den Satz dämlich formuliert, den Film auch beim ersten Sehen ein Genuss.Aber ich bleibe bei meinem banalem Standpunkt: Ich habe mehr Spaß beim zweiten sehen, weil ich dabei die Details besser auffassen kann. Ich muss vielleicht anfügen, dass ich beim filmischen Werk von Emir Kusturica und Jean-Pierre Jeunet mehr Unterhaltung finde, als beim standardmäßigen hollywoodesken Film. Ist es nicht tatsächlich auch das Medium Film, dass sich am meisten von der reinen erzählten Geschichte löst, also das Medium, bei der der Erzählweise mehr Platz eingeräumt wird als den reinen Geschichten? Man redet bei einem Film mehr über die technischen Ausarbeitungen, als bei Literatur über den Schreibstil.Ich bin mir nicht im klaren darüber, ob ich mit diesen Ansichten den Schöpfer eines Filmes beleidige, und wenn dann sowieso höchstens einen, nämlich den Drehbuchautor (sry). Aber: ein guter Film hat in jedem einzelnen Bild das reine Herzblut seiner Schöpfer, also muss jedes Detail genossen werden können.Schon Hitchcock räumte laut eigener Aussage (soweit ich mich an "Hitchcock/Truffaut" erinnere) dem visuellen einen höheren Stellenwert ein, als der Story. Für ihn mussten allein die Bilder einen Film tragen. Nach langer Beschäftigung mit Filmen (die ich hoffentlich in einem Studium ausweiten kann) finde durchaus eine reine sinnliche Freude am rein visuellen Stellenwert eines Films. Gegen mich spricht, welch großartigen Stoffen ich mich mit meiner Position ein wenig verhalte. Ich kenne genug Filme, die nur durch ihre Geschichte einen Mehrwert erhalten. Tatsächlich ist meine Aussage, worauf ich zuvor noch nicht kam, wirklich, wie du sagst, engstirnig, also Danke für deine Antwort.
  • OzzieCobblepot
    Glaubst du nicht, dass dich der Film noch genug überrascht? Dann hättest du aber erstaunlich niedrige Erwartungen. So oder so bleibt von einer Motivation für deine Nachricht nur ein kleines und leises "Troll" übrig.
  • Thomas Y.
    Danke :-) und andere meinungen lässt er auch nicht gelten :-D
  • Thomas Y.
    Sprach der Hater himself..aber ich halte die mal zu Gute,dass du deine eigene negative Art, selbstverstädlich als normal ansiehst.Du musst ja nicht immer gleich persönlich gekränkt sein,wenn andere Leute nen anderen Geschmack haben.So jetzt antworte wieder mit einem beleidigenden Kommentar..das haste ja immer ganz gut drauf,auch ne Kunst ;-)
  • sky_erosion
    Weite es in einem Studium aus, es lohnt sich. Ich studiere Filmwissenschaft und mir wurden die Augen trotz meiner schon vorher ausgiebigen Auseinandersetzung mit der Kunst des Erzählens im Film noch überraschend weiter geöffnet als gedacht. Vielleicht solltest du aus dem visuellen Stellenwert, der natürlich bis Ende der Zwanziger der wichtigste, den audiovisuellen machen. Bilder tragen heute keine Filme mehr, wenn der Sound weg ist. Gleiches gilt auch für das Stummfilmkino, welches die dazu gespielte Musik braucht um zu wirken. Der Ton ist oft genauso wichtig wie das Bild. Manchmal auch wichtiger. Ein Film wie The Conversation ist nur ein Meisterwerk aufgrund seines auditiven Erzählens, die Bilder sind zwar wichtig aber zweitrangig.
  • OzzieCobblepot
    Generell bei Copolla, hat der Ton einen enormen Stellenwert. Apocalypse Now und der Pate sind die Beweisstücke schlechthin, wenn man darauf aus ist zu belegen, dass allein der Soundtrack elmentar sein kann für einen FIlm und dessen Wirkung. (Nehm ich jetzt zumindest an.) Nungut, ich habe nicht die Ahnung die ich gern hätte. Tatsächlich gebe ich dir Recht, dass du wahrscheinlich mehr darüber weißt, wie wichtig die Handlung (vor allem in Nolan-Fällen), für einen FIlm ist. Mir geht bei deiner Bemerkung, wie viel man noch im Studium vermittelt bekommt übrigens das Herz auf. Wie kam es dazu, dass sich der FIlm weiter und weiter vom reinen Bild ausgehend anderen Aspekten geöffnet hat? Hängt das damit zusammen wie sich die technischen Möglichkeiten entwickelten?
  • sky_erosion
    Soundtrack und Sound sollte man immer getrennt beachten, aber ich weiß, was du meinst ;)Deine Frage ist doch etwas langweilig mit der Professionalisierung zu beantworten. Die technischen Möglichkeiten wurden geschaffen im Rahmen, dass jeder Bereich beim Film mehr und mehr Stellenwert bekommen hat. Jeder Beruf am Set wurde zu einem angesehenen, professionellen Beruf. Ansonsten kann man natürlich auch sagen, dass gerade der ausgefeilterte Übergang zwischen den reinen Bildern, der Schnitt eine lange Entwicklung durchzogen hat, der meiner Meinung nach der wichtigste Aspekt eines Film. Der Schnitt bringt Rhythmus und ist DAS Mittel des Erzählens.
  • sky_erosion
    Wenn man nicht vernünftig schreiben kann, einfach mal den Satz "wenn man nicht weiter weiß einfach die rechtschreibkeule schwingen" raushauen. Genauso einfallsreich.Ich spreche vom Inhalt, darauf kann man nur Spoiler anwenden. Lies dir mal die Definition dazu durch. Wenn du bei dem Wort Kurzauftritt von einem Cameo ausgehst, ist das deine Interpretation. Die gleiche könntest du auch bei meiner Wortwahl denken. Ich habe meine eigene Definition und habe sie hier angewendet. Weißt du, was ein Cameo alles sein kann? Vergleiche doch nur mal Hitchcocks Auftritte in seinen eigenen Filmen und M. Night Shyamalan in seinen. Ein Cameo kann eigentlich eine kurze Szene sein. In dem Fall würde ich mir widersprechen, was Ansichtssache ist und für mich auch verständlich. Darauf kommt es dir in deinen Kommentaren aber nicht an, also tu nicht so. Die Sensibilität in meinem Kommentar bezog sich auf die Information an sich, dass Wolverine eine/n Kurzauftritt/Cameo/kurze Szene (wie auch immer du es in deiner perfiden Wortwahl trotz Rechtschreibschwäche nennen willst) die wurde aber im Originalkommetar UND in der Kritik schon gegeben. Ich habe nur darauf Bezug genommen. Aber gerne zur Sensibilität. Ich war enttäuscht, schon vor dem Film von dem Auftritt gehört zu haben und meinte nur, dass es anderen auch so gehen könnte. Nun zu deiner. Du bezichtigst mich, genauso zu sein. Also habe ich in dir eine Enttäuschung/Wut/Traurigkeit o.ä. ausgelöst, als du in meinem Kommentar lesen musstest, dass es sich in meinen Augen um eine kurze Szene handelt (Länge einer Sequenz liegt laut der Filmwissenschaft im Auge des Betrachters). Das widersprach deiner Meinung nach der obigen Kritik, aus der du gelesen hast, dass es sich wohl bei einem "[...] eindrucksvolle[n] emotionsgeladene[n] Kurzauftritt" bzw. einem "[...] überaus ambivalente[n] Moment " um einen Cameo handelt. Habe ich das so richtig verstanden? Oder stänkerst du doch nur um des Stänkerns Willen?
  • Fain5
    Da hast du dir deine Frage doch schon selbst beantwortet ;)
  • HarveyWhite
    War eben im Kino und fand' den Film unterhaltsam. Einige sehr geile Szenen, enttäuschendes Ende wie auch Bösewicht und hölzerne Dialoge. Stellenweise schon witzig, was aber manchmal aber auch zu gewollt ist. 6,5/10 halte ich hier für angemessen.Achja: Quicksilver stiehlt allen die Show. Sehr geil!
  • the killing joke
    filmstarts katapultieren sich selbst mit ihren kritken immer mehr ins abseits. ernst nehmen kann man da reichlich wenig mittlerweile...schade, war früher auch mal anders.
  • GamePrince
    Verstehe mich nicht falsch, ist nicht böse gemeint ... aber eine Begründung wäre nett.Hat es damit zu tun, dass du den Film 5 Sterne gegeben hättest? Oder 2? Oder was stört dich an der Kritik?
  • sprees
    Kann die 4 Sterne Wertung überhaupt nicht nachvollziehen. Finde der Streifen ist nur Stückwerk. Irgendwie fühlt sich der Film nicht rund an. Da taucht Striker auf und ist dann einfach wieder weg. Da sucht der Bösewicht die stärksten Mutanten und landet bis auf Magneto bei einer etwas blass gebliebenen Mannschaft. Wären Jean, der Professor oder Wolverine für ihn ja viel sinniger. Naja, er ist ja grad erst in den 80er angekommen und da kann man ja nicht gleich wissen wo hier die Referenzen liegen. Doch in diesem Teil wird so deutlich das in den Comiverfilmungen nie etwas mal sauber auserzählt wird. Immer braucht man noch Plotandeutungen und Konfliktbögen für die nächsten Teile. Hier wurde das aber auf die spitze getrieben finde ich. Viele kleine Kurzfilme die einen Blockbusterstreifen bilden sollen. War für mich eher eine Serie als ein Kinofilm. Aber vielleicht bin ich einfach zu alt um mich an diese Art des Geschichtenerzählens zu gewöhnen. Vielleicht gehört sowas heutzutage einfach dazu. AUßerdem ist nun ein Punkt erreicht finde ich wo die X-Men Timeline sowas von überfüllt ist und mittlerweile die Wendungen von Raven z.B. mittlerweile ein Eiertanz ist und nicht mehr viel mit der FIgur die sie in X-Men Teil 1 dann ist gemeinsam hat. Ähnlich bei Magneto. Da sind wir mittleriweile an einem Punkt wo es unglaubwürdig und nicht immer plausibel bleibt.EIgentlich ist die X-Men Reihe mein Lieblingsfranchise von Marvel und ist für mich sogar über dem Marvel Cinematic Universum angesiedelt von der Qualität her. Denn diese Filme funktionierten für mich auch als Filme die nicht auf Superheldenstreifen ausgelegt sind. Nimm den FIguren die Superkräfte und die Filme würden trotzdem interessant sein und funktionieren. Doch dieser Teil ist mit X-Men 3 zusammen (Der ironischerweise auch noch als schwächster Teil hier als insider erwähnt wurde) für mich der schwächste Teile der Reihe. Für mich nur allerhöchstens 3 Sterne
  • Peter H.
    Wow, der Film ist ja mal garnicht gut, vor allem im Vergleich mit dem Vorgänger. See and forget! Hätte nie gedacht, dass ich mal einen XMen-Film schlecht finde.
  • T.R.
    Der Kritiker hier mal wieder ein Fanboy mit ziemlich wenig Intelligenz
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