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    #WTF: So trieb B-Movie-Ikone Steven Seagal ein ganzes Hollywood-Studio in den Wahnsinn!
    Von Björn Becher — 29.09.2016 um 15:20
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    In unserer wöchentlichen Trivia-Serie #WTF rollen wir unglaubliche, absurde, überraschende oder auch einfach nur saulustige Geschichten aus der Welt des Films neu auf. Außerdem könnt ihr über die #WTF-Story der kommenden Woche selbst mit abstimmen!

    In unserer FILMSTARTS-Kritik zu „Glimmer Man“ bezeichnen wir das Buddy-Action-Movie als „entscheidenden Schritt bei Steven Seagals Abstieg vom respektablen Action-Kinostar zum B-Movie-Videothekendarsteller“. Der Film floppte an den Kinokassen, war qualitativ unter aller Sau und steckte voller Anschlussfehler und Regiepatzern. Den Hauptdarsteller trifft daran allerdings eine große Mitschuld: „Er wollte plötzlich schauspielern, lustig sein und nebenbei seinen buddhistischen Glauben unters Volk bringen“, stellen wir in unserer Kritik fest. Allerdings kam erst Jahre nach dem Kinostart heraus, was vor allem der letzte Punkt für die Produktion des Films tatsächlich bedeutete…


    Während des Drehs zu „Glimmer Man“ erlebte Steven Seagal nämlich eine spirituelle Sinnkrise, wie Schauspieler Stephen Tobolowsky enthüllte. Laut seiner Aussage beschloss Seagal eines Tages, dass es ihm sein Glaube verbiete, weiter Bösewichte vor der Kamera zu töten – also neben Ärsche versohlen genau das zu machen, was seine Fans von ihm sehen wollten. Angefangen von seinem Durchbruch mit „Nico“, der ihn als No-Name ohne jede Leinwanderfahrung direkt zum Actionstar machte, über seinen ersten Nr.1-Kassenhit „Hard To Kill“ bis hin zu seinen blutigen Rachefeldzügen in „Zum Töten freigegeben“ oder „Deadly Revenge“: Seagal war immer eine kompromisslose Killermaschine – bis er eines Tages einfach mitten in einem Dreh beschloss, keine mehr sein zu wollen.


    Seagals „spirituelle Krise“ manifestierte sich just vor dem Dreh einer zentralen Szene von „Glimmer Man“, in der seine Figur Cole den von Tobolowsky gespielten Serienkiller Maynard töten sollte. Die Verantwortlichen beim produzierenden Studio Warner Bros. standen genau so nah am Rande eines Nervenzusammenbruchs wie Seagals verzweifelten Co-Stars. Aber Tobolowsky fand schließlich eine Lösung: Er überzeugte Seagal, dass seine Figur Meynard wiedergeboren und erlöst würde, wenn er ihn nur tötet. Aber schaut und hört euch am besten selbst an, wie sich diese Unterhaltung abspielte, denn Tobolowsky ist nicht nur ein großartiger Schauspieler, sondern auch ein genialer Erzähler. Im folgenden Video bereitet er die Geschehnisse beim „Glimmer Man“-Dreh höchstamüsant auf:



    Obwohl Seagal nach der Überzeugungsarbeit von Tobolowsky doch noch seinen Widersacher tötete, war der Albtraum für die Filmemacher noch lange nicht vorbei. Wie Tobolowsky im obigen Video weiter enthüllt, musste er später noch mal ans Set zurückkehren, um eine alternative Szene zu drehen, in der seine Figur auf wundersame Weise überlebt. Das lag daran, weil Seagal einfach anfing, dies in Dialogen an anderen Stellen des Films zu behaupten. Letztendlich wurde trotzdem die Version verwendet, in der Seagal seinen Kontrahenten eleminiert. Tobolowskys Comedy-Auftritt war also ganz umsonst. Bei Warner schwitzte man wohl trotzdem Blut und Wasser, schließlich standen umfangreiche Schnittarbeiten an, um das Ergebnis zumindest halbwegs kohärent wirken zu lassen. Trotzdem sind Unmengen der schon eingangs erwähnten Anschlussfehler geblieben.



    Eigentlich sollte man meinen, dass man bei Warner daraufhin die Schnauze von Seagal gestrichen voll hätte. Aber der Schauspieler besaß einen langfristigen Vertrag mit dem Studio, das sich deswegen gezwungen sah, auch noch seinen Öko-Flop „Fire Down Below“ zu finanzieren. Zumal man damals noch hoffte, dass „Glimmer Man“ ein weiterer Erfolg werden würde. Die Dreharbeiten zu „Fire Down Below“ begannen vor dem Kinostart von „Glimmer Man“ und damit bevor das (finanzielle) Ausmaß des ganzen Fiaskos feststand. Nachdem „Glimmer Man“ aber nicht einmal die Hälfte seines 45-Millionen-Dollar-Bugets am US-Boxoffice wieder einspielte und „Fire Down Below“ bei 60 Millionen Dollar Kosten sogar nur 16 Millionen Dollar in Nordamerika machte, ging die langjährige Ehe zwischen dem Erfolgsstudio und der heutigen B-Movie-Ikone zu Ende - und Seagals Karriere anschließend immer steiler bergab…



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    Kommentare
    • Deathworld
      So ein Depp!
    • Mordecai
      das war mal ganz amüsant
    • Peter H.
      Der Typ ist nur noch fett, sieht versoffen aus und dreht nur Müll.
    • Da HouseCat
      hahaha, die ganzen bildchen.
    • Da HouseCat
      japp, exit wounds war wirklich super. der film danach war dann schon wieder totaler bullshit und seitdem auch absolut nix mehr von dem gesehen.frag mich sowieso immer, was die leute sich eigentlich bei den drehs denken. ich schau da 10min rein und kein bock mehr, die produzieren das über wochen/monate und stehen dann trotzdem dahinter oder wie?
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