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    Von Low Budget bis Erwachsenen-Horror: Sony will seine "Spider-Man"-Spin-offs individuell gestalten
    Von Maren Koetsier — 20.07.2017 um 12:56
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    Sony plant eine eigene Reihe an Filmen mit Figuren aus dem Comic-Universum von Spider-Man. Dabei sollen die Spin-offs sehr individuell gestaltet werden. Konkret in Arbeit sind schon ein Buddy- und ein nicht jugendfreier Horrorfilm.

    Marvel

    Seit dem 13. Juli 2017 schwingt Tom Holland als Spider-Man über die hiesigen Kinoleinwände.  Es werden mehr Abenteuer folgen – so plant Sony bereits „Spider-Man: Homecoming 2“ und verhandelt mit Regisseur Jon Watts über ein erneutes Engagement. Doch auch für „Avengers 3“ legt der Schüler Peter Parker den Anzug wieder an. Um den ikonischen Helden herum spinnt sich in den Comic-Vorlagen ein ganzes Universum, zu dem Sony die Filmrechte hält – und aus dem sie ein filmisches Spideyverse kreieren wollen. Mit „Venom“ und „Silver & Black“ wird an zwei Spin-offs bereits konkret gearbeitet, weitere sollen folgen. Dabei will Sony einen anderen Weg als Marvel und Warner/DC einschlagen; wie das Branchenmagazin Variety erfahren hat.

    Die Solofilme sollen individuell gestaltet werden, wobei das Studio explizit keinen Produzenten einsetzen will, der das Netz ihrer Spin-offs überwacht, dirigiert und ordnet – wie Kevin Feige es beispielsweise für Marvel macht. Jeder Film soll einen unterschiedlichen Stil haben und keine konventionelle Comic-Verfilmung nach Schema F werden. Die Figuren können also in einem Low-Budget-Werk in Szene gesetzt werden oder in einem nicht jugendfreien Horrorfilm. Damit würde sich Sonys Kino-Universum stark von Marvels unterscheiden, wo man zwar verschiedene Stile zulässt, deren Werke wie „Captain America“ oder „Ant-Man“ sich am Ende aber auch immer ein Stück weit ähneln.

    Carnage soll „Venom“-Bösewicht werden

    Wenn Tom Hardys Eddie Brock durch ein symbiotisch lebendes Alien zu Venom wird, dann bekommen die Zuschauer auf der Leinwand einen Horrorfilm zu sehen. Ruben Fleischer wolle sich für seinen „Venom“-Film mit dem Ursprung des Bösewichts und der „Jekyll und Hyde“-Beziehung zwischen ihm und dem Körper-Eindringling beschäftigen: „Sie [Brock und der Alien-Symbiont] werden fast zu einem dritten Wesen, was Venom ist. Da ist das berühmte Zitat: ‚Du bist Eddie Brock. Ich bin der Symbiont. Zusammen sind wir Venom.“ Laut Sanford Panitch, Präsident der die Filme produzierten Sony-Tochterfirma Columbia Pictures, werde man beim Solo-Abenteuer den Arbeiten von John Carpenter und David Cronenberg nacheifern, aber mehr „Pop und Spaß“ einbauen.

     

    Sony kann für sein Spideyverse aus einem Fundus von etwa 900 Comicfiguren schöpfen und wolle mit jeder Verfilmung die originale DNA ehren: „Mit dem Sony-Universum der Marvelfiguren ist unsere Mission schlicht und einfach nur das absolut Beste für jedes einzelne Vehikel zu tun“, so Panitch. Superheldenfilme hätten den Punkt überschritten, an dem sie nur Superheldenfilme per se sind; sie seien im Wesentlichen Genrefilme.

    „Spider-Man: Homecoming”-Bösewicht in „Silver & Black”?

    Und so sei es auch bei dem geplanten „Silver And Black”. Das Spin-off über die Juwelendiebin Black Cat und die Söldnerin Silver Sable wird ein Buddyfilm im Stile von „Thelma & Louise“ oder „Midnight Run“, erklärte Regisseurin Gina Prince-Bythewood gegen Variety. Panitch sieht die beiden coolen und modernen Hauptfiguren als sehr echt und geerdet an, auch wenn sie Kostüme tragen.

    „Silver & Black“ hat noch keinen Starttermin, „Venom“ wird hierzulande am 4. Oktober 2018 anlaufen. Beide Filme werden übrigens nicht sofort direkt mit  „Spider-Man: Homecoming“ und so dem MCU verbunden sein, aber in „derselben Realität“ spielen. Auf diese Formulierung einigten sich Marvel-Boss Kevin Feige und Amy Pascal, nachdem Aussagen der Produzentin in einem FILMSTARTS-Interview teilweise falsch interpretiert wurden und so für Verwirrung sorgten. Wie Pascal uns aber erklärte, ist es so jederzeit möglich, dass man in Zukunft Tom Hollands Spider-Man mit den anderen Figuren interagieren sieht. Auch für Marvel hat diese Lösung einen Vorteil. Da die Comic-Schmiede in die Spin-offs von Sony nicht involviert ist und so nichts zu sagen hat, kann man erst einmal abwarten, wie die Filme ausfallen und danach entscheiden, ob man Crossover mit dem MCU möchte.

     

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    Kommentare
    • HalJordan
      Nicht zu vergessen die blanke Inkompetenz, die das Studio in Sachen Millenium-Trilogie von David Fincher bewies. Die Fortsetzungen zu Finchers "Verblendung" hätte ich nur allzu gerne gesehen. Schade, dass es hierzu wohl NIE kommen wird....
    • WhiteNightFalcon
      Nachdem sie ihr Ghostbustersuniversum nach einem und ihr Spidermanuniversum nach 2 Filmen beerdigen konnten, bleibe ich da auch Pessimist, bis die das Gegenteil beweisen.
    • HalJordan
      Eine wirkliche Überraschung ist das nicht oder? Wir reden hier immer noch von Sony. ;-)
    • Jimmy V.
      Sind sie das wirklich? Da blickt doch auch gar keiner durch.
    • Jimmy V.
      Das ist schon richtig. Und das macht die Sache auch nicht weniger kompliziert. Aber bevor sie sich dem Einheitsbrei des MCU anschließen (meine Meinung, schon klar, doch auf mich wirken alle Filme ziemlich ähnlich), sollten sie ruhig eigene Stile probieren.Wahrscheinlich ist das alles aber sowieso eher eine große Ankündigung, die am Ende gar nicht so gewichtig ausfallen wird.
    • McBane
      Meine Rede
    • Der Eine vom Dorf
      Vorsichtige Prognose: das geht in die Hose.
    • Heavy-User
      Ist natürlich aus Sicht von Spiderman dem dritten auch schwer positiv zu bleiben. Aber losgelöst davon ist der Ansatz doch gar nicht verkehrt eine andere Schiene zu fahren.Mit der Kontinuität ist natürlich schwierig, wenn so viele verschiedene Leute daran arbeiten und keiner die von denen lenkt.Ich bin auf jeden Fall gespannt und hoffe einfach (wieder mal), dass es Sony gut macht. Ansonstne kommt halt Marvel ins Spiel......
    • Sidekick
      Das Spiderverse! Endlich! Bleibt zu hoffen dass sie sich an die "Rettet die Katze" Formel halten, sonst wirds langweilig.
    • Jimmy V.
      Wenn das Universum aber auch nur ganz vage miteinander verknüpft ist, kann man es sich auch sparen. Ganz oder gar nicht. Da fand ich es gerade bei vielen Marvelfilmen etwas lame, dass sie oft nur über eine Post-Credit-Szene verknüpft waren.
    • Sentenza93
      Soll Sony von mir aus versuchen, nur bitte ohne Verbindung zum MCU.
    • Sentenza93
      Der ein oder andere? :DDiese ganze Reihe krankt an jeder zweiten Ecke in Sachen Kontinuität. ;D
    • Darth Doom
      Das wäre super, aber nix neues. Das macht Lucasfilm mit Star Wars.
    • WhiteNightFalcon
      Womit du nicht ganz Unrecht hast. Noch gar nicht so lange her, da hab ich mir die X-Men Filme alle mal in der Reihenfolge angesehen, wie sie Sinn ergeben sollten und da fällt einem in der Tat der eine oder andere Patzer auf. Allein der Plot, als Stryker Logan sein Adamantium verpasst hakt böse.
    • Deliah C. Darhk
      Sony darf mich jederzeit zur Beratung konsultieren. Eine Uncut-BR (deutsch) des jeweiligen Films und mein Name in den Credits und wir haben 'nen Deal. ;D XD
    • WhiteNightFalcon
      Das wäre die perfekte goldene Mitte. Auf Kontinuität in den Storyverknüpfungen achten, aber sich die Regisseure stilistisch austoben lassen. Das hätte ne innovative Note. Nur traue ich Sony sowas nicht zu.
    • Deliah C. Darhk
      Ich bin da fast komplett deiner Meinung. Allerdings sehe ich auch die von WNF angesprochene Gefahr von Disharmonie und Chaos.Sony sollte zwar einen Mastermind einsetzen, aber den dann nur zur Überwachung inhaltlicher Harmonie um Widersprüche zu vermeiden.Die Stile können ja dennoch stark variieren. Diesen Weg fände ich gut.
    • WhiteNightFalcon
      Für mich ne bekloppte Idee. Wenn es niemanden geben soll, der das alles ein bisschen im Auge behält, wie das zusammenhängen soll, ist die Chance auf Chaos vorprogrammiert. Bei Marvel läuft das alles nur so gut rund, weil Kevin Feige und seine Truppe wissen, wo die Reise hingehen soll. Aber Sony schickt sein Schiff halt lieber ohne Kapitän und Steuermann los. Wird spannend, wie lange das gut geht......Da werden dann wohl 50 % brauchbare Filme bei raus kommen und 50% Müll und zu 100% Widersprüche zwischen den Filmen, die Comicfans zu Wutausbrüchen reizen werden....
    • Darth Doom
      Werden sie nicht. Sony ist voll mit Geldgeilen Arschlöchern, aber sie sind nicht so dumm. Sie wissen, w wieas die Leute grob mögen. Sie interresieren sich nur nicht dafür, was sie genau mögen und wie ein Film gut wird. Sie glauben grob ist gut genug.
    • Darth Doom
      Venom: "Jekyll and Hyde" ist eine gute Idee! Das könnte dann mit Carnage, welcher mit dem Symbionten sich nicht geändert hat, wirklich interresant sein und spannend. Das einzige was mich stört ist das "Pop und Spaß". Das passt da nicht rein. Kann Sony nicht einmal die Klappe halten! Was der Regisseur sagt klingt so viel besser.Black & Silver: Ich hoffe nur, das Scorpion nicht vorkommt.Außerdem nimmt einfach Miles Morales, oder eine andere Spider-man Version. Mal will sie gerne auf der Kinoleinwand sehen und sie wirden die "Immer wieder der selbe Scheiß"-Laune wegnehmen.
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