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    Projekt vor dem Aus? Sony überdenkt angeblich Quentin Tarantinos "Manson-Film"

    Quentin Tarantino arbeitet aktuell an seinem neuen, oft als „Charles-Manson-Film“ umschriebenen Projekt und hat mit Sony ein Studio gefunden, welches das Budget stemmen will. Doch dort hat man nun Bedenken…

    TFM Distribution

    Quentin Tarantino als Regisseur, Leonardo DiCaprio als Hauptdarsteller, dazu womöglich Brad Pitt oder Tom Cruise für die zweite Hauptrolle und wahrscheinlich auch Margot Robbie, Al Pacino und Samuel L. Jackson im weiteren Cast? Da müsste sich doch jedes Studio die Finger lecken. Ursprünglich war dies auch der Fall und am Ende bekam Sony den Zuschlag. Doch nun überdenkt das Studio laut den Quellen des bekannten Filmkritikers und Insiders Roger Friedman seine Entscheidung. Grund ist die jüngste Kontroverse um Tarantino, zumal der Film ein Verlustgeschäft für das Studio zu werden droht.

    Wie Friedman auf seiner Webseite Showbiz411 schreibt, hat man bei Sony Bedenken, weil Tarantino gleich im Zentrum von zwei Kontroversen steht. Zuerst kam ein Vorfall von den Dreharbeiten zu „Kill Bill“ rund um eine Verletzung von Hauptdarstellerin Uma Thurman ans Licht. Viel schwieriger dürfte aber wiegen, dass Interview-Aussagen von 2003 wieder veröffentlicht wurden, in denen Quentin Tarantino sich über Roman Polanski und das 1977 gegen den Regisseur angestrengte Verfahrung wegen Vergewaltigung einer 13jährigen äußerte. Tarantino verteidigte den Kollegen, der damals aus den USA floh und deswegen bis heute nicht vor Gericht stand, nicht nur, sondern erklärte sogar, dass das Mädchen den Sex gewollt habe. Tarantino entschuldigte sich mittlerweile zwar, doch die Aussage sorgt weiter für Aufsehen – denn in seinem neuen Film geht es auch um Roman Polanski.

    Neue Details zu Quentin Tarantinos Charles-Manson-Film: Roman Polanski wird zur Schlüsselfigur

    Im Mittelpunkt des noch unbetitelten Projekts steht nämlich ein Serienschauspieler, der in Hollywood Ende der 1960er Jahre endlich den Durchbruch im Kino schaffen will. Seine Nachbarin ist dabei die Schauspielerin Sharon Tate, deren Ehemann ist Roman Polanski. Beide sollen im Film vorkommen, in dem auch die Ermordung Tates durch die Anhänger von Charles Manson geschildert wird. Das Projekt kursiert mangels eines Titels daher immer als „Charles-Manson-Film“, was laut Tarantino aber nicht ganz zutreffend ist, da der Plot um den Kult des Sektenführers nur eine Randgeschichte sei.

    Dass Sony nun die Produktion in Frage stellt, verwundert nicht. Das Studio muss nämlich viel Geld in den neuen Film von Quentin Tarantino stecken. Angeblich soll das reine Produktionsbudget satte 95 Millionen Dollar betragen. Das Hauptproblem dabei: Das Studio verdient nach Berechnungen des Hollywood Reporters selbst erst Geld, wenn der Film mindestens 375 Millionen Dollar einspielt. Denn zu den Ausgaben für Produktion und Werbung kommt noch eine satte Einnahmenbeteiligung von Tarantino – und zwar „auf den ersten Dollar“.

    Vom Kinogänger direkt in Tarantinos Tasche

    Die heute eher seltene Vereinbarung einer Beteiligung direkt „auf den ersten Dollar“ bedeutet, dass der Regisseur ungeachtet davon, ob der Film in die Gewinnzone kommt und ohne jede Abzüge (Anteil des Kinos, Steuern etc.) direkt von jedem Dollar, den der Film an den Kinokassen einnimmt, einen festen Anteil bekommt. Wie viel Tarantino bekommt, ist nicht bekannt. Angeblich forderte der Filmemacher zuerst satte 25 Prozent, musste diese Forderung aber leicht zurückschrauben. Aber auch ein paar Prozent weniger bescheren dem Filmemacher einen Mega-Zahltag und Sony ein Problem.

    Denn bislang gelang es gerade einmal einem einzigen von Tarantinos Werken mehr als 375 Millionen Dollar einzuspielen: dem außerhalb der USA ebenfalls von Sony vertriebenen Western „Django Unchained“ (Einnahmen: 425,4 Millionen Dollar). Zweiterfolgreichster Film ist „Inglourious Basterds“ mit 321,5 Millionen. „The Hateful 8“ kam zuletzt nur auf 155,8 Millionen Dollar.

    Hinter den neuesten Film von Quentin Tarantino muss also erst einmal ein Fragezeichen gemacht werden. Sehr gut vorstellbar ist dabei aber, dass Sony die aktuelle Kontroverse nutzt, um den Deal mit dem Filmemacher nachzuverhandeln und vielleicht seine Beteiligung zu drücken. Zu viel Zeit sollte man sich nicht lassen, um eine Entscheidung zu fällen. Aktuell steckt das Projekt mitten in der Casting-Phase. Im Sommer 2018 soll dann für einen Kinostart am 8. August 2019 gedreht werden.

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