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    Projekt vor dem Aus? Sony überdenkt angeblich Quentin Tarantinos "Manson-Film"
    Von Björn Becher — 13.02.2018 um 09:19
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    Quentin Tarantino arbeitet aktuell an seinem neuen, oft als „Charles-Manson-Film“ umschriebenen Projekt und hat mit Sony ein Studio gefunden, welches das Budget stemmen will. Doch dort hat man nun Bedenken…

    TFM Distribution

    Quentin Tarantino als Regisseur, Leonardo DiCaprio als Hauptdarsteller, dazu womöglich Brad Pitt oder Tom Cruise für die zweite Hauptrolle und wahrscheinlich auch Margot Robbie, Al Pacino und Samuel L. Jackson im weiteren Cast? Da müsste sich doch jedes Studio die Finger lecken. Ursprünglich war dies auch der Fall und am Ende bekam Sony den Zuschlag. Doch nun überdenkt das Studio laut den Quellen des bekannten Filmkritikers und Insiders Roger Friedman seine Entscheidung. Grund ist die jüngste Kontroverse um Tarantino, zumal der Film ein Verlustgeschäft für das Studio zu werden droht.

    Wie Friedman auf seiner Webseite Showbiz411 schreibt, hat man bei Sony Bedenken, weil Tarantino gleich im Zentrum von zwei Kontroversen steht. Zuerst kam ein Vorfall von den Dreharbeiten zu „Kill Bill“ rund um eine Verletzung von Hauptdarstellerin Uma Thurman ans Licht. Viel schwieriger dürfte aber wiegen, dass Interview-Aussagen von 2003 wieder veröffentlicht wurden, in denen Quentin Tarantino sich über Roman Polanski und das 1977 gegen den Regisseur angestrengte Verfahrung wegen Vergewaltigung einer 13jährigen äußerte. Tarantino verteidigte den Kollegen, der damals aus den USA floh und deswegen bis heute nicht vor Gericht stand, nicht nur, sondern erklärte sogar, dass das Mädchen den Sex gewollt habe. Tarantino entschuldigte sich mittlerweile zwar, doch die Aussage sorgt weiter für Aufsehen – denn in seinem neuen Film geht es auch um Roman Polanski.

    Neue Details zu Quentin Tarantinos Charles-Manson-Film: Roman Polanski wird zur Schlüsselfigur

    Im Mittelpunkt des noch unbetitelten Projekts steht nämlich ein Serienschauspieler, der in Hollywood Ende der 1960er Jahre endlich den Durchbruch im Kino schaffen will. Seine Nachbarin ist dabei die Schauspielerin Sharon Tate, deren Ehemann ist Roman Polanski. Beide sollen im Film vorkommen, in dem auch die Ermordung Tates durch die Anhänger von Charles Manson geschildert wird. Das Projekt kursiert mangels eines Titels daher immer als „Charles-Manson-Film“, was laut Tarantino aber nicht ganz zutreffend ist, da der Plot um den Kult des Sektenführers nur eine Randgeschichte sei.

    Dass Sony nun die Produktion in Frage stellt, verwundert nicht. Das Studio muss nämlich viel Geld in den neuen Film von Quentin Tarantino stecken. Angeblich soll das reine Produktionsbudget satte 95 Millionen Dollar betragen. Das Hauptproblem dabei: Das Studio verdient nach Berechnungen des Hollywood Reporters selbst erst Geld, wenn der Film mindestens 375 Millionen Dollar einspielt. Denn zu den Ausgaben für Produktion und Werbung kommt noch eine satte Einnahmenbeteiligung von Tarantino – und zwar „auf den ersten Dollar“.

    Vom Kinogänger direkt in Tarantinos Tasche

    Die heute eher seltene Vereinbarung einer Beteiligung direkt „auf den ersten Dollar“ bedeutet, dass der Regisseur ungeachtet davon, ob der Film in die Gewinnzone kommt und ohne jede Abzüge (Anteil des Kinos, Steuern etc.) direkt von jedem Dollar, den der Film an den Kinokassen einnimmt, einen festen Anteil bekommt. Wie viel Tarantino bekommt, ist nicht bekannt. Angeblich forderte der Filmemacher zuerst satte 25 Prozent, musste diese Forderung aber leicht zurückschrauben. Aber auch ein paar Prozent weniger bescheren dem Filmemacher einen Mega-Zahltag und Sony ein Problem.

    Denn bislang gelang es gerade einmal einem einzigen von Tarantinos Werken mehr als 375 Millionen Dollar einzuspielen: dem außerhalb der USA ebenfalls von Sony vertriebenen Western „Django Unchained“ (Einnahmen: 425,4 Millionen Dollar). Zweiterfolgreichster Film ist „Inglourious Basterds“ mit 321,5 Millionen. „The Hateful 8“ kam zuletzt nur auf 155,8 Millionen Dollar.

    Hinter den neuesten Film von Quentin Tarantino muss also erst einmal ein Fragezeichen gemacht werden. Sehr gut vorstellbar ist dabei aber, dass Sony die aktuelle Kontroverse nutzt, um den Deal mit dem Filmemacher nachzuverhandeln und vielleicht seine Beteiligung zu drücken. Zu viel Zeit sollte man sich nicht lassen, um eine Entscheidung zu fällen. Aktuell steckt das Projekt mitten in der Casting-Phase. Im Sommer 2018 soll dann für einen Kinostart am 8. August 2019 gedreht werden.

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    Kommentare
    • Jimmy V.
      Das war mal einer seiner vielen Gedanken und Ideensprünge, die er so hatte.
    • HalJordan
      In der Tat. Das Thema hatten wir bereits. Ich gehe allerdings eher von einem Studiowechsel aus.
    • HalJordan
      WTF! Das höre ich zum 1. Mal, klingt aber sehr vielversprechend. Helen Mirren in einem Tarantino-Film? Warum nicht.
    • Vincent
      Aber man geht nicht einfach davon aus, dass jemand Dreck am Stecken hat nur weil er provokante Aussagen macht und in Hollywood arbeitet. Und Tarantino muss sich nicht verstellen nur weil er öffentlich bekannt ist. Auch provokante Persönlichkeiten haben ein Recht auf Erfolg und öffentliche Aufmerksamkeit. Wenn einem das gefällt kann er den gerne boykottieren so wie es seit Jahren viele machen aus verschiedenen Gründen. Aber man muss nicht auf die Gefühle von jedem achten wenn man in der Öffentlichkeit steht. Vor allem dann nicht wenn das Opfer beteuert sie habe nichts gegen Tarantino und wolle nicht dass er seine Karriere verliert.
    • Matthias@VorfreudeaufFilm.Juhu
      Mit Dreck am Stecken meinte ich nicht Tarantino explizit. Und du kannst auch nicht sagen, dass er keinen Druck am Stecken hat, da du ihn genauso wenig kennst wie wir alle.!Aber das is auch nicht entscheidend. Dein Beispiel mit deinem Freund passt auch nicht so ganz; da er nicht öffentliche Interviews gibt. Was man privat erzählt geht keinem etwas an. Aber was man in Interviews zum besten gibt, sollte überlegt sein, ob man ein Vergewaltigungsopfer nicht ernst nimmt. Das ist unterste Schublade!
    • Jimmy V.
      Ich sag's immer wieder: Er hat mal von einem Mittelalter-Kostümfilm mit Helen Mirren fabuliert. DAS wäre mal was wirklich Neues für Tarantino. Das würde ich viel lieber sehen!
    • Larry Lapinsky
      DIE Gelegenheit für Netflix, zuzuschlagen (NEIN, schlechter Scherz, aber wer weiß ...).
    • Chris M.
      Die Diskussionen über Tarantino, seine Aussagen und seine bisherigen Filme verstehe ich zwar (ich selbst fand auch, dass The Hateful 8 nicht mal ansatzweise an Django Unchained ran kam), aber die wichtigere Frage ist wohl die nach dem Budget und ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen, wieso Sony überhaupt so einen Vertrag ausgehandelt hat. Die werden doch nicht gesagt haben Jo machen wa, leg ma los, als Tarantino seine Forderungen stellte. Das Budget steht ja schon vorher fest und dass Tarantinos Filme keine Milliarden-Blockbuster an den Kinokassen sind, weiß man sicher auch bei Sony nicht erst seit gestern. Also sollte der Vorwurf vielleicht eher in Richtung Sony und nicht in Richtung Tarantino gehen.
    • Vincent
      Tarantino hat keinen Dreck am Stecken. Menschen haben unterschiedliche Ansichten. Tarantino hat schon öfter provoziert. Und wenn mein Kumpel das sagen würde, würde ich ihm sagen was ein Idiot er ist, aber deshalb hat er noch keinen Dreck am Stecken und gehört von seinem Job gefeuert oder sozial geächtet. Er hat nichts verbrochen. Er hat sich nicht unmoralisch verhalten. Es wurde auch nichts aufgedeckt. Er hat diese Aussagen in einer öffentlichen bekannten Radioshow gesagt. Und damals hat es anscheinend niemanden interessiert. Hollywood hat auch Polanski einen Oscar gegeben und viele Stars eine Petetion für seine Freilassung unterschrieben. Tarantino ist ein ganz normaler Mensch mit seinen Macken. Und ja was für Macken teilweise. Aber es sind eben nur Macken und keine schweren Verbrechen.
    • Schorle
      Würde es um einen weniger verehrten (nichts desto trotz überschätzen) Regisseur gehen, wäre die Zustimmung groß...Filmfans sind nicht weniger verlogen, als die Filmindustrie selber...
    • Bruce Wayne
      Wenn Tarantinos Projekt wirklich gecancelt werden sollte, dann bin ich richtig sauer. Fehler sind menschlich. Wenn er sich für besagte Aussagen & Taten entschuldigt hat (diese waren sowieso nicht sonderlich schwerwiegend), dann vergebt ihm und lasst um Himmels Willen dieses Projekt laufen! Bin schon richtig gespannt, was daraus wird.
    • Matthias@VorfreudeaufFilm.Juhu
      Das Opfer von Polankski hat ihn verteidigt? Hmm, also sie wird von Polanski vergewaltigt und der Freund vom Polanski erzählt in einem Interview, dass das Mädchen es so gewollt hat und dann verteidigt sie ihn? Aha.Ja, das Filmgeschäft ist verlogen. Das is mir bewusst. Und ja, es ist bitter wenn irgendwelche Filmschaffenden Dreck am Stecken haben und man davon überrascht wird. Aber am Ende soll jeder für das was er verbrochen hat auch zur Verantwortung gezogen werden. Und ich schätze, dass gerade in Hollywood es prozentual noch wahrscheinlicher ist, dass man sich mal falsch verhalten hat, da das Umfeld bestimmt nicht immer moralisch vorbildlich ist. Vermute ich, ich weiß es nicht. Trotzdem, auch wenn die Debatten der letzten Wochen auch problematisch gesehen werden müssen, da ein Mensch sich auch verteidigen dürfen wollte, so finde ich den Fakt, dass es jetzt Diskussionen gibt und Sachen aufgedeckt werden, erstmal positiv.
    • Vincent
      Man der arme Tarantino. Er lag falsch, hat sich entschuodigt. Sogar das Opfer von Panlanski hat ihn Verteidigt. Uma Thurman auch. Wirklich niemand wüscht ihm irgendwas übles. Nur die Öffentlichkeit/Presse denkt sie müsste ihn jetzt auspeitschen, weil sich das so gehört.
    • Vincent
      Da sagt Tarantino aber bestimmt nicht zu
    • Sentenza93
      Hätte ich auch nichts gegen. Über die Thematik des Films hatten wir ja schon mal geschrieben.Ich würde mir wünschen, dass Tarantino mal in Richtung Fantasy und/oder Sci-Fi, vllt. auch Horror geht. Das wäre mal was.
    • HalJordan
      Um ehrlich zu sein hätte ich nichts dagegen, wenn Sony das Projekt canceln würde. The Hateful Eight war in meinen Augen schon eine richtige Enttäuschung und das obwohl QT ein eingefleischter Western-Fan ist. Keine Ahnung, wie das letztendlich mit diesem - sehr gewöhnungsbedürftigem - Thema aussehen würde.
    • Schneehenry
      Eher weil sein Orgasmus kein Fake war, als er ihr ihr an die Ti.... gefasst hat ;)
    • Chris1987
      Dann wandert der Film eben zu Netflix. Die sagen da bestimmt nicht nein.
    • Deli1970
      Die verlogene Doppelmoral in Hollywood ist nur noch widerlich,peinlich und erbärmlich.
    • Sentenza93
      Wow! Aber kein positives Wow!
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