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    "Captain Marvel" macht den Anfang: Darum dauerte es so lange bis zur ersten MCU-Solo-Heldin
    Von Regina Singer — 07.09.2018 um 16:30
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    Zehn Jahre Marvel, 20 Filme und kein einziger Solo-Film mit weiblichem Helden. Mit „Captain Marvel“ wird sich das im nächsten Jahr endlich ändern. Marvel-Produzent Kevin Feige erklärt nun, warum es so lange gedauert hat…

    The Walt Disney Pictures

    Mit Brie Larson als „Captain Marvel“ kommt am 7. März 2019 der erste MCU-Film mit einer weiblichen Solo-Titelheldin in die Kinos. Laut Marvel-Produzent Kevin Feige soll sie nicht die einzige bleiben. Das verriet der 45-Jährige Entertainment Weekly:

    Mit [„Ant-Man And The Wasp”] und jetzt mit „Captain Marvel“ und vielen anderen Filmen, die für die nahe Zukunft angekündigt sind, bin ich auf die Zeit gespannt, in der weiblich geführte Superheldenfilme keine Neuheit sind, sondern eine Norm.

    Ant-Man And The Wasp“ ist der erste Marvel-Film, in dem eine Heldin (gespielt von Evangeline Lilly) immerhin schon mal im Titel vorkommt. Mit den anderen „vielen Filmen“ meint Feige „Black Widow“ mit Scarlett Johansson, bei dem Regisseurin Cate Shortland das Ruder übernimmt. Dieses Projekt ist, neben „Captain Marvel“, bisher das Einzige, das offiziell angekündigt wurde, nachdem Feige lange nur darüber geredet hat – und der Film längst überfällig war.

    Kürzlich wurde jedoch ein Bericht veröffentlicht, in dem der Produzent darüber spricht, dass er nach „Avengers 4“ am liebsten mehr weibliche als männliche Figuren in seinen Filmen sehen möchte. Das führt zu einer elementaren Frage: Warum hat er das in den vergangenen Jahren nicht schon längst begonnen zu realisieren?

    Warum gibt es erst jetzt eine weibliche Solo-Titelheldin?

    Nach mittlerweile zehn Jahren bringt es das Marvel Cinematic Universe bereits auf zwanzig Filme – doch fast immer waren Männer die Hauptfiguren. Das ist mehr als auffällig. Warum ist der Männerclub Marvel erst jetzt gewillt, Frauen in ihre Reihen aufzunehmen? Auf diese Frage hat Kevin Feige nun eine Antwort gegeben:

    Ich glaube da gibt es viele Gründe. Nicht zuletzt, weil man jahrelang gegen die irrtümliche Vorstellung angekämpft hat, dass die Zuschauer keinen Film mit einem weiblichen Helden sehen wollte, weil ein paar Filme, die in den letzten 15 Jahren erschienen sind, nicht funktioniert haben.

    Der Produzent habe nie daran geglaubt, dass die Filme nicht funktioniert haben, weil sie von Frauen angeführt worden sind, sondern weil sie eben keine besonders guten Filme waren. Damit meint er zum Beispiel „Catwoman“ (2003) mit Halle Berry, „Elektra“ (2004) mit Jennifer Garner, „Aeon Flux“ mit Charlize Theron und „Ultraviolet“ (2006) mit Milla Jovovich.

    Wer ist dann also Schuld an allem?

    Wenn auch vage, formuliert Feige mit seiner obigen Aussage vielleicht gleichzeitig einen Vorwurf: The Playlist vermutet, dass Marvels ehemaliger CEO Isaac Perlmutter, der mittlerweile 75 Jahre alt ist, strikt gegen Frauen als Heldinnen war. Dem Portal zufolge sei es nämlich auffällig, dass ein „Captain Marvel“ mit der Superheldin Carol Danvers erst dann als Hauptfigur angekündigt wurde, nachdem Perlmutter die Entwicklung der Marvel Studios nicht mehr beaufsichtigte.

    Der Erfolg von "Wonder Woman" war hilfreich

    Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass es in zehn Jahren Marvel noch keinen Film mit einer alleinigen Titelheldin gegeben hat, weil die Verantwortlichen glaubten, dass Frauen als Heldinnen beim Publikum nicht ankamen – laut Feige seien diese Filme allerdings lediglich schlecht gewesen. Ein sehr erfolgreicher Film, ist vergangenes Jahr mit „Wonder Woman“ und Gal Gadot als titelgebende Heldin aus dem Hause DC erschienen. Feige sagt dazu:

    Der Erfolg von „Wonder Woman“ hat mich sehr glücklich gemacht […] Ich höre lieber die Frage ‚Oh Gott, was denkst du über diesen erfolgreichen weiblichen Superheldenfilm, der vor einigen Jahren rausgekommen ist?‘ als die Frage, die ich gewohnt bin: ‚Hast du Angst, dass die Leute keinen weiblichen Helden sehen wollen?‘

    Vermutlich hat auch (oder gerade) der Erfolg von Regisseurin Patty Jenkins Film dazu beigetragen, dass auch bei Marvel ein kleines Umdenken stattgefunden hat. Zumindest hat das Werk einige Türen eingetreten. Und vielleicht erfahren wir ja in naher Zukunft auch mal, welche „vielen Filme“ mit Heldinnen in der Hauptrolle konkret geplant sind. Für „Black Widow“ gibt es noch keinen Starttermin, „Captain Marvel“ hingegen erscheint 2019 als 21. Film des MCUs. Hier könnt ihr schon mal mehr über die Figur erfahren:

     

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    Kommentare
    • Victor
      Das stimmt doch nicht. Es gab sehr wohl viele Filme mit erfolgreichen Frauen als Heldinnen. Hier Beispiele:- Alien.- Underworld (die ganzen Underworld Franchises).- Ja, sogar Kick-Ass (wo Hitgirl den eigentlichen Erfolg des Filmes ausgemacht hat).- Tomb Raider (der alte Film mit Angelina Jolie).- Salt (auch mit Angelina Jolie).- Natürlich Blond.- Und da gibt es sicherlich noch mehr.Das Problem war nicht das weibliche als Hauptfigur, sondern der Film selbst (wie hier schon beschrieben wurde).Der Film war einfach schlecht geschrieben und produziert und erzählt und dargestellt.Das kann aber auch einem männlichem Schauspieler passieren. Und kommt ständig auch vor.Die sollen mal aufwachen und erkennen was die Probleme sind, statt sich was einzureden was garnicht stimmt.Es ist also nicht so das Frauen als Hauptrollen nicht funktionieren und Männer als Hauptrollen besser funktionieren. Sondern es sind die Filmemacher oder Schauspieler selbst, die das Resultat einfach schlecht machen. Punkt.Man hätte also in den letzten Jahrzehnten genau so gut genau gleich viele Filme machen können mit weiblichen Hauptfiguren. Ein Teil wäre schlecht geworden und ein Teil gut. Nicht anders als bei den Männern.Es gibt genau so viele MännerHauptrollen Filme die genau so misslungen sind.
    • Da HouseCat
      bla bla...hoffentlich taucht der film und konzentriert sich nicht ganze zeit darauf, dass frauen es bringen und es einfach nen korrekter (film, der spass macht, mit macken, aber egal) film wird, mit charakteren, die spass oder interessant sind -> fertig.btw: ich fand die darstellung der wespe völlig in ordnung und gerade hier passte es einfach, dass sie es besser konnte als antman...sie arbeitete mit ihrem vater ewig an den ganzen kram, ist wissenschaftler und es geht schon länger darum die mami zurück holen.kp, was die leute da hatten.
    • g
      gut ding will weile haben
    • Kelros
      Nicht unbedingt.Er meint wahrscheinlich, dass er weiterhin gerne auch starke männliche Superhelden sehen will und jetzt nicht nur alles auf weibliche Superhelden ausgelegt werden sollte. Man hat ja schon den Eindruck, dass die das etwas pushen wolle. Am Ende hätten wir aber nur die Gegenteilige Situation, wie jetzt. ;-)Ich finde es ja auch gut, dass es jetzt mehr weibliche Hauptcharaktere geben soll und war auch längst fällig, aber es gibt auch noch genügend männliche, die man einführen könnte.
    • Deliah C. Darhk
      Ist ja bekannt, dass Perlmutter die MCU-Filme nur als Werbemittel für den Verkauf von Action-Fguren sah und meinte weibliche Figuren fänden keinen Absatz, weil Mädchen so etwas nicht kaufen ... ^^So wie ich das sehe, hätte Ike auch gerne etwas früher auscheiden können, so mit 65 ab in die Rente vielleicht ... *flöt*
    • Gravur51
      Gerne mehr superheldinnen Filme, wenn sie nicht so kitschig ausfallen wie am Ende von Wonder Woman (die Liebe ist das einzige... blablabla).
    • Gravur51
      Man sollte jetzt aber nicht den Fehler machen und gar keine Superheldenfilme mehr mit männlichen Hauptfiguren machen. Mir ist egal ob die Hauptfigur in einem Superheldenfilm männlich oder weiblich ist, so lange der Film gut ist.Ohne jetzt meine eigene Meinung zum Thema abzugeben, aber diese 2 Sätze sind jetzt doch sehr gegensätzlich ^^
    • Luthien's Ent
      Starke Worte.
    • slevin
      ich fand Aeon Flux hatte was
    • disneyfan5000
      Man sollte jetzt aber nicht den Fehler machen und gar keine Superheldenfilme mehr mit männlichen Hauptfiguren machen. Mir ist egal ob die Hauptfigur in einem Superheldenfilm männlich oder weiblich ist, so lange der Film gut ist. Außerdem hat Marvel in seinen Einzelfilmen doch sehr starke Frauenrollen gehabt. Wie z.bsp in Black Panther, wo der Hauptfigur fast ausschließlich von starken Frauenfiguren geholfen wurde. Oder nehmen wir Black Widow, die seit Iron Man 2 im MCU ist. Es ist bei weitem nicht so als hätte Marvel keine starken Frauenfiguren gehabt. Ich bin gespannt wie gut Brie Larson in ihrer Rolle ist.
    • Woody
      Irgendwie gibt es hier kein anderes Thema mehr als unterdrückte Frauen...
    • Sentenza93
      Perlmutter! Da fühle ich mich immer wie Seinfeld mit seinem Newman!, oder Timmy's Dad mit seinem Dinkleberg!. :D
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