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    "Cats": Nach Beleidigung bei den Oscars 2020 fauchen Hollywoods Effekte-Macher zurück
    Von Annemarie Havran — 11.02.2020 um 12:23
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    Bei der Oscarverleihung 2020 vergaben die „Cats“-Darsteller James Corden und Rebel Wilson den Preis für die Besten visuellen Effekte – und dissten dabei die ihres eigenen Films. Das findet die Visual Effects Society überhaupt nicht lustig…

    Universal Pictures

    Auf die Musical-Adaption „Cats“ von Tom Hooper draufzuhauen ist ziemlich einfach – mit 2,5 Sternen ist die Kritik von FILMSTARTS noch eine der besseren, bei der Kritikensammelseite Metacritic ergibt die Auswertung von 51 Besprechungen einen Schnitt von nur 32 von 100 möglichen Punkten. Dass daraus Nominierungen wie beim Schmähpreis Razzie Awards – die Goldene Himbeere – erwachsen, liegt auf der Hand.

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    Aber ist ein Diss beim größten Filmpreis der Welt, den Oscars, nötig? Und muss sich dieser auch noch gegen eine bestimmte Berufsgruppe richten, nämlich ausgerechnet die, die im Zuge der ausgesprochenen Beleidigung gerade geehrt werden soll? Diese Frage stellt sich nun die Visual Effects Society, also die Gesellschaft für Visuelle Effekte, und beantwortet sie klar mit „nein“.

    Rebel Wilson und James Corden witzeln über Spezialeffekte

    Doch was ist eigentlich geschehen? Während der Oscarverleihung 2020 betraten in der vergangenen Nacht von Sonntag auf Montag die „Cats“-Darsteller Rebel Wilson und James Corden die Bühne, um den Preis für die Besten visuellen Effekte zu präsentieren.

    Sie trugen dabei Katzen-Kostüme und schoben vor der eigentlichen Präsentation des Preises eine kleine Witze-Nummer ein, wie es spätestens üblich ist, seitdem die Oscars ohne Moderator verliehen werden – dieser war sonst meistens für die Gags zuständig. Die Comedians Wilson und Corden sagten in etwa: „Als Cast-Mitglieder des Spielfilms ‚Cats‘ versteht niemand besser als wir die Wichtigkeit von… guten visuellen Effekten!“

    Das Gesagte wurde vom Publikum mit Gelächter und Applaus quittiert – der Insider-Joke war angekommen, wurde es „Cats“ doch unter anderem angekreidet, gerade wegen schlechter visueller Effekte gefloppt zu sein. Die aus dem Computer stammenden Mensch-Katzen-Hybriden wurden nach Veröffentlichung des ersten Trailers und sogar kurz nach US-Kinostart noch einmal verbessert, nachdem die Kreaturen beim Publikum auf wenig Gegenliebe stießen.

    Effekte-Macher schießen zurück: Drehbuch ist schuld!

    Die Visual Effects Society fand den Gag allerdings gar nicht lustig, fühlte sich beleidigt. In einem offiziellen Statement schossen sie zurück – oder genauer gesagt, sie dissten einfach ihre Kollegen aus den Abteilungen Drehbuch und Regie: „Die besten visuellen Effekte der Welt können es nicht wettmachen, wenn eine Geschichte schlecht erzählt wird.“

    Auch die Academy, die über die Vergabe der Oscars entscheidet und die Verleihung organisiert, bekam ihr Fett weg: „In einer Nacht, in der es darum geht, die Arbeit von talentierten Künstlern zu ehren, ist es außerordentlich enttäuschend, dass die Academy visuelle Effekte zur Zielscheibe von Spott gemacht hat.“

    Das komplette Statement könnt ihr bei Deadline nachlesen.

    Wir sagen: Ruhig Blut!

    Dass die Effekte von „Cats“ noch mehrmals überarbeitet wurden und Regisseur Tom Hooper erklärte, dass er bis zuletzt noch an dem Film feilte und ihn erst wenige Stunden vor der Premiere fertigstellte, sind mehr als deutliche Hinweise darauf, dass die visuellen Effekte tatsächlich zu den Problemen gehören, mit denen der Film zu kämpfen hatte. Und auch wir von FILMSTARTS nennen das Katzen-Design in unserer Kritik „arg gewöhnungsbedürftig“ und stellen fest: „Bei der Optik hakt’s ganz gewaltig!“

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "Cats"

    Sich nun einen Witz über diesen Umstand so zu Herzen zu nehmen, wie es die Visual Effects Society getan hat, statt die Schmach mit Würde zu ertragen, ist eigentlich unnötig. Zumal bei Preisverleihungen wie den Oscars alle möglichen Filme, Filmemacher und Leistungen durch den Kakao gezogen werden.

    Und nicht vergessen sollte man, dass die Academy die Leistung des Visuelle-Effekte-Teams von „Cats“ durchaus gewürdigt hat – immerhin hatte es „Cats“ auf die sogenannte Shortlist der Academy für die Effekte-Kategorie geschafft, war also unter den zehn letzten Filmen im Rennen. Nominiert wurde „Cats“ dann allerdings nicht. Gewonnen hat den Preis übrigens „1917“ von Sam Mendes.

    "Parasite" schreibt Geschichte: Alle Gewinner der Oscars 2020

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    Kommentare
    • Deliah C. Darhk
      Vermutlich wurde er deswegen ausgewählt.'Angel' fehlt in deiner Aufzählung noch.Da fährt er auch diese Schiene.
    • Andreas Huettner
      Schon klar. Avengers ist nicht auf seinem Mist gewachsen. Aber dennoch ist es, wenn man zwei Schritte zurück geht und nen Blick auf die anderen Werke von JW wirft eben ein ganz klassischer Whedon-Stoff. Er war somit im Endeffekt der perfekte Regisseur für den ersten Teil.
    • Deliah C. Darhk
      'Avengers' entsprach mit dieser Prämisse ja nun mal lediglich der Vorlage. Da hatte JW nicht wirklich Einfluss drauf.
    • Deliah C. Darhk
      Wo war dein Statement als alle Welt sich über die CGI von JL aufgeregt hat?Ich glaube, ich war so ziemlich die Einzige, die die Macher der Effekte mit dem Verweis auf den Zeitdruck in Schutz nahm ...
    • Andreas Huettner
      Ein Beispiel für deine Aussage ist in meinen Augen immer noch Alien 4...Das Script aus der Feder von Joss Whedon ist ein ganz typisches Whedon-Ding mit einer schrägen, zusammengewürfelten Truppe, die sich einer großen Bedrohung stellen muss. Genau das Gleiche hat er bei Buffy gemacht, später bei Firefly nochmal und wenn man es ganz genau sieht, ist auch der erste Avengers nochmal das gleiche. Am Ende läuft der Genmanipulations-/Klon-Plot von Alien 4 auf einen Mensch-Alien-Hybriden raus... gute Idee eigentlich, die aber von den Creature-Designern ganz furchtbar schlecht umgesetzt wurde, so dass das unfreiwillig komisch wurde und einfach die gute Prämisse zerstört hat.
    • FilmFan
      Humor ist wenn man trotzdem lacht. Was soll ich denn sagen. Ich muss auch damit leben das die meisten Oscars einmal mehr an die falschen gingen (vom besten Film abgesehen).
    • Jimmy v
      Es sind halt individuelle Schreiber von individuellen Kritiken. Ich finde das alles völlig legitim, denn in der Joker-Kritik wurde sinnvoll begründet. Bei allem Gewinn und Erfolg vom Joker darf man nicht vergessen, dass der auch sehr kritische Stimmen bekam.
    • Shiro
      Ich glaube nicht, das diese Größen es vorher wussten, wie gruslig sie später im Film aussehen werden...
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