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    Statt Netflix: Apple übernimmt den neuen Thriller von Martin Scorsese mit Leonardo DiCaprio
    Von Björn Becher — 28.05.2020 um 09:15
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    Eilte bei „The Irishman“ noch Netflix zur Rettung, übernimmt nun ein anderer Streamingdienst das neue Projekt von Martin Scorsese. Apple macht „Killers Of The Flower Moon“ mit Leonardo DiCaprio und Robert De Niro – und bringt den Film auch ins Kino!

    Paramount Pictures / Apple

    Schon vor einigen Wochen zeichnete sich ab, dass Martin Scorseses neuestes Projekt mal wieder so teuer wird, dass der eigentlich beteiligte Kinoverleih Paramount kalte Füße bekam. Deswegen habe Scorsese die Erlaubnis bekommen, „Killers Of The Flower Moon“ mit Leonardo DiCaprio und Robert De Niro anderen Anbietern anzutragen.

    Neben alteingesessenen Hollywood-Studios wie Universal und MGM sowie Netflix, wo schon Scorseses „The Irishman“ landete, stieg dabei Apple in den Bieterwettstreit ein – und gewann diesen laut Informationen von Deadline nun. Paramount müsse noch final zustimmen, aber das sei nur Formsache.

    Weiter im Kino

    Apple wird mit dem Scorsese-Film seinen hauseigenen Streamingdienst Apple TV+ pushen, muss jedoch ein Zugeständnis an Kinoliebhaber Scorsese machen. Der bestand wie schon bei „The Irishman“ darauf, dass auch sein neues Werk trotz Streamingdeal im Kino läuft.

    Die Übereinkunft sieht laut den Informationen von Deadline daher vor, dass Paramount den Film weiter in die Kinos bringt – und zwar weltweit, er danach aber exklusiv nur auf dem Streamingdienst Apple TV+ laufen wird.

    Hohes Budget, aber auch kreative Differenzen

    Dass Paramount das neue Projekt von Martin Scorsese überhaupt zum Verkauf stellte, hat vor allem (aber nicht nur!) mit dessen Preisschild zu tun. Trotz attraktiver Steuervorteile durch einen Dreh in Oklahoma soll das reine Produktionsbudget zwischen 180 und 200 Millionen Dollar liegen, eine Summe, die mit zusätzlichen Marketingkosten kaum am Kino wieder einzunehmen sein dürfte.

    Nun trägt Apple dieses Produktionsbudget komplett, sodass Paramount bei einem Kinostart wohl nur die Werbekampagne direkt dafür übernehmen müsste, das Risiko wäre also deutlich kleiner.

    Allerdings sei Paramount auch kreativ komplett aus dem Projekt raus, hier entscheide nun auch Apple. Zuvor gab es neben dem Budget auch in diesem Bereich Differenzen. Laut den Infos von Deadline mochten die Verantwortlichen bei Paramount das Originaldrehbuch von Eric Roth mehr als die jüngste Überarbeitung des Autors, mit der nun gedreht wird.

    Darum geht es in "Killers Of The Flower Moon"

    Im Mittelpunkt von „Killers Of The Flower Moon“ steht eine reale Mordserie in Osage County, Oklahoma, Anfang der 1920er Jahre. Auf dem Land amerikanischer Ureinwohner wurden Ölvorkommen gefunden, die diese reich machten. Doch nach und nach kam es zu Todesfällen und immer mehr Öl-Rechte gingen in die Hand des reichen weißen Farmers William Hale (Robert De Niro) über.

    Ein Agent (gespielt von Leonardo DiCaprio) des noch relativ jungen FBI übernimmt die Ermittlungen und ist sich bald sicher, dass Hale hinter den Morden steckt. Doch es fällt ihm schwer, das zu beweisen, denn auch mögliche Zeugen segnen schnell das Zeitliche.

    Ein Western nach wahren Begebenheiten

    Als Vorlage dient Scorsese ein 2017 veröffentlichtes und viel diskutiertes Sachbuch des Journalisten David Grann. Der kam zu dem Schluss, dass nach seinen Recherchen Hale mehrere hundert Menschen auf dem Gewissen hat, nachdem man vorher nur von 20 bis 30 Morden ausging.

    Scorsese beschreibt das Projekt selbst als Western und will es mit entsprechenden Genre-Vorbildern im Kopf inszenieren. Laut Deadline sei es Scorsese besonders wichtig, das große Format dieser Western-Vorbilder zu erreichen, weswegen das Budget so ausuferte.

    Der Filmemacher arbeitet dabei auch sehr eng mit der amerikanischen Ureinwohner-Gemeinschaft von Osage County zusammen und kündigte an, deren Kultur, Geschichte und Sprache authentisch auf Film zu bannen.

    Die Buchvorlage, die in Deutschland den Titel „Das Verbrechen: Die Osage-Morde und das FBI. Ein True-Crime-Thriller“ trägt, kann übrigens unter anderem bei Amazon bestellt werden.*

    Apple greift auf dem Streamingmarkt an

    Für Apple ist es das zweite Kino-Prestige-Projekt in kurzer Abfolge, das sich der iPhone-Hersteller sichern konnte. Zuletzt schnappte man sich den Kriegsfilm „Greyhound“ mit Tom Hanks, der deswegen nun nicht mehr ins Kino kommt, sondern direkt und ausschließlich bei Apple TV+ zu sehen sein wird.

    Der am 1. November 2019 gestartete Streamingdienst will Netflix, Amazon Prime und Co. angreifen und setzt dabei auf große Namen – anfangs vor allem mit Serien: „The Morning Show“ mit Jennifer Aniston und Reese Witherspoon, „Servant“ von Thriller-Twist-Spezialist M. Night Shyamalan („The Sixth Sense“) und „Verschwiegen“ mit Chris Evans und Michelle Dockery sind hier unter anderem zu nennen. Daneben erschien dort bereits der Film „The Banker“ mit Samuel L. Jackson.

    Apple schnappt sich "Greyhound" mit Tom Hanks

    *Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.

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    Kommentare
    • Kahlschlag
      qualitativ hochwertig...das wars aber auch, inhaltlich aber eine kastastrophe, jede serie bedient fleißig die üblichen klischees u zufälligkeiten im sekundentakt. stars u optik machen eben noch keinen fernsehgenuss.morgen kommt die letzte folge von verschwiegen u wenn die dann auch wieder so abläuft, wie der rest, ist mein abo wieder gekündigt.mehr schein als sein...apple halt.
    • Kurt_Sloane
      Apple TV wird immer interessanter...mal schauen ob ich nun doch für paar Monate reinschnuppere.Wollte eigentlich neben Netflix, Sky und Prime kein weiteren Anbieter mehr da diese vollkommen ausreichen, wie ich finde. Zu mal man bei Prime auch noch die verschiedenen Channels hat.Aber die Projekte bei Apple klingen echt gut und vor allem hochwertig!Wirkt alles leicht nach HBO...
    • Kahlschlag
      das problem ist hier nur wieder, keine qualitätskontrolle, netflix u apple hauen zwar gut kohle raus aber zu viele freiheiten tun filmen//serien nunmal nicht gut...
    • Luksman
      Der Film in dem seine beiden Wegbegleiter (Di Caprio und De Niro) das erste Mal zusammenspielen...wird bestimmt sein letzter Film. The Irishman hatte schon viel von Abschluss. Ich freu mich trotzdem extrem drauf. Spannendes, sensibles Thema.
    • Luksman
      Das frage ich mich auch. Klingt jetzt nicht nach einem aufwendigen Blockbuster. Echt sehr hohes Budget...
    • Phong Chung
      sorry, ich dachte Apple wollte anfangs auch nur familienfreundliche Inhalte (FSK12). Habe inzwischen nachgeschaut, das es nicht so ist. Dann nehme ich wieder zurück.
    • HalJordan
      Der Film interessiert mich brennend, so viel ist sicher. Ich frage mich nur, wozu Scorsese so viel Geld für den Streifen braucht....
    • Don Rumata
      Wenn der gute Scorsese sich mit 100 Mio. begnügen würde als Budget, bekäme er seine Filme auch regulär finanziert.
    • Ortrun
      Bei The Irishman kann ich das Budget vielleicht noch wegen der De-Aging-Technologie verstehen, aber hier? Da versagt meine Fantasie ^^Auf die Darstellung der Native Americans bin ich auch sehr gespannt. Vielleicht geht ja ein Teil des Budgets dafür drauf, dass sie vor Ort in Reservaten drehen und die Bewohner können davon ordentlich profitieren. Das fände ich zumindest gut.
    • Don Rumata
      Mich auch, definitiv. Die alternden Gangster die um sich selber kreisen, und das 3 Stunden lang, die hab ich mir gar nicht erst angesehen. Aber dieser Film greift eine erzählenswerte Geschichte auf und ich bin gespannt wie Scorsese die Native Americans darstellt. Ich frage mich nur, warum der gute Mann plötzlich so riesige Budgets verpulvert.
    • Cineast
      Ich verstehe deine Äußerungen,aber ein Filmstudio ist nun mal kein kultureller Wohltätigkeitsverein.Würde Scorsese einen Blockbuster drehen, so würde er bestimmt sein Budget erhalten.200mio USD für einen Thriller, der höchstwahrscheinlich nur ein R Rating bekommt und nur ein gewisses Publikum anspricht, würde ich ebenfalls nicht geben und das sage ich als Scorsese Fan.Beispielsweise hat Shutter Island bei einer ähnlichen Thematik 80mio. USD gekostet und etwa 294mio USD eingespielt.Die PR-Kosten nicht eingerechnet.
    • Ortrun
      Hoffentlich ist es wirklich eine breite Kinoauswertung. Für den Film würde ich sofort ein Ticket lösen, da er mich von der Thematik deutlich mehr anspricht als The Irishman.
    • Defence
      Bei der Überschrift war ich erstmal richtig geschockt. Ich bin heiß auf den Film, aber ich habe null Interesse an Apple (bzw noch weitere Streamingdienste abonnieren zu müssen).Ich hoffe doch sehr, das eine angekündigte Kinoauswertung in größeren Rahmen stattfindet (also in einem Kino in meiner unmittelbaren Nähe), denn sonst wird es wohl darauf hinaus laufen, mir ggf entsprechende Alternativen, die ich namentlich nicht nennen will, zum sehen zu suchen...^^
    • niman7
      Das ist einfach nur noch traurig.
    • Stefan H.
      Ich kapier´s aucn nicht! Was daran so teuer ist ist mir ein Rätsel!
    • Joe Heck
      Das neue Heavens Gate drehen
    • Stefan H.
      Liebes Filmstarts-Team: Also dann später auch keine Auswertung als Bluray, oder? PS: ich habe gelesen dass unter anderem Marriage Story und The Irishman in den USA über die Criterion Collection als BluRay veröffentlicht werden (für Marriage Story gibt es für die USA auch schon einen fixen Erscheinungstermin im Juli). Heißt das jetzt, dass die Filme definitiv auch bei uns auf Bluray erscheinen werden? (war ja bei Roma auch der Fall). Vielen Dank für eure Hilfe!
    • Sentenza93
      Nochmal...Wofür braucht man für den Film 200 Millionen Dollar? Was hat Scorsese denn vor um Gottes Willen?Oder kriegt allein DiCaprio die Hälfte?
    • greekfreak
      Wenn ein Scorsese keinen Film von einem grossen Hollywood Studio finanziert bekommt und schon zum zweiten Mal bei einem Streaming Dienst hausieren gehen muss,während das gefühlt 200ste Remake oder Reboot produziert wird,dann sollen die Studios in Zukunft ihre Klappe halten wenn es wieder heisst: Uhm... die Leute gucken eher Streaming von zu Hause anstatt ins Kino zu gehen,das Kino stirbt aus....
    • niman7
      Weil er ein totaler Cineast ist und so ein Streamingdienst naturgemäß gegen Kino ist.
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