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    Horror-Tipp auf Netflix: Filme wie "The Babysitter 2: Killer Queen" gibt es leider kaum noch
    Von Daniel Fabian — 12.09.2020 um 17:30
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    „The Babysitter“ fand ich zwar nicht unerträglich schlecht, noch einmal gucken würde ich die Horror-Komödie allerdings nicht. Mit Teil 2 sieht’s da aber schon ganz anders: „Killer Queen“ ist total drüber, ziemlich Banane und ein Heidenspaß!

    Netflix

    +++ Meinung +++

    Mein ehemaliger Kollege Christian Fußy fand „The Babysitter“ derart unterirdisch, dass er in der FILMSTARTS-Kritik nur einen mickrigen Stern vergab. So katastrophal habe ich den Film zwar nicht in Erinnerung, das Bedürfnis, ihn irgendwann nochmal sehen zu müssen, habe ich aber auch nicht.

    Teil 2 wollte ich Donnerstagabend dann aber trotzdem eine Chance geben. Nach einem langen Tag kam mir so eine Horror-Komödie, bei der ich um Gottes Willen bloß nicht mitdenken wollte (und auch nicht musste), wie gelegen. Damit, dass ich mit „The Babysitter 2: Killer Queen“ derart großen Spaß haben werde, habe ich allerdings nicht gerechnet!

     

    Das erwartet euch in "The Babysitter 2: Killer Queen"

    Allzu genau auf den Inhalt von „Killer Queen“ einzugehen, wäre an dieser Stelle Zeitverschwendung: Zwei Jahre nachdem Cole (Judah Lewis) von einem satanischen Kult heimgesucht wurde, gibt’s im Prinzip dasselbe nochmal in Grün. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, denn Regisseur McG („Terminator: Die Erlösung“, „Drei Engel für Charlie“) geht mit derart viel (Selbst-)Ironie an die Sache ran, dass man ihm nicht nur Teil 1, sondern auch die eine oder andere Gurke gerne verzeiht.

    Fortsetzungen sind oft genau dasselbe wie die Vorgänger, nur dass es eben von allem etwas mehr gibt. Es stimmt zwar, dass die Fans des ersten Films auch irgendwas Neues sehen wollen, aber im Grunde genommen eben hauptsächlich mehr vom Gleichen.

    Ihr entscheidet, ob Netflix "The Babysitter 3" produziert

    McG macht sich einen Spaß daraus, ganz bewusst auf das Element der Wiederholung zu setzen – und versucht das gar nicht erst zu verheimlichen, sondern rückt diese Tatsache sogar noch in den Vordergrund, indem er notfalls sogar mit einer Einblendung darauf hinweist, dass das alles gerade schon wieder passiert.

    Und da der Tod in den „Babysitter“-Filmen ohnehin relativ ist, werden in Teil 2 am laufenden Band Köpfe oder Gliedmaßen auf verschiedenste Arten abgetrennt, sodass Cole, seiner neuen Freundin Phoebe (Jenna Ortega) und Co. das Blut eimerweise ins Gesicht spritzt.

    Mittendrin gibt’s dann noch jede Menge herrlich doofe Sprüche oder einen oberkörperfreien Robbie Amell, der ums Verrecken kein T-Shirt überziehen will – und sich sein Namensschild auf der Arbeit einfach direkt auf die Brust klebt. „The Babysitter 2“ macht sich über jede Menge doofe Horror-Klischees lustig. Und zwar auf genauso doofe Art und Weise.

    Tyler Golden/Netflix
    Cole (Judah Lewis) und Phoebe (Jenna Ortega) haben die schlimmste Nacht ihres Lebens.

    Ein völlig irres Horror-Potpourri: Solche Filme gibt es kaum noch!

    Kennt ihr diese Filme, die man direkt ins Herz schließt, nicht obwohl, sondern gerade weil sie so bescheuert sind? Filme, die ihr als Kind/Jugendliche(r) geliebt habt und die ihr heute noch genauso liebt – obwohl ihr mittlerweile erkannt habt, dass sie eigentlich totaler Quatsch sind? Filme, bei denen ihr euch fragt, wie zur Hölle die überhaupt existieren können? So ein Film ist „The Babysitter 2: Killer Queen“ in meinen Augen.

    Auch wenn vielleicht nicht jeder Gag zündet und die Grenzen zwischen Hollywood-Hochglanz und Trash immer wieder verschwimmen, erinnert mich „The Babysitter 2“ mit seiner Unbekümmertheit an Horror-Komödien wie „Die Killerhand“, in seiner Inszenierungswut aber auch an abgedrehte Streifen wie „Der Tanz des Drachen“.

    Und damit löst „Killer Queen“ ein Gefühl aus, das ich sonst nur von nischigen Genrefilmen vergangener Tage kenne, die oft müde belächelt werden, gerade mit ihrem eigenwilligen Konzept aber einen gewissen Kultstatus erlangten.

    Die besten Filme auf Netflix

    Ob „The Babysitter 2“ auch das Zeug zum Kult hat? Vermutlich nicht. Mit seiner zügellosen Energie sorgt er aber nicht nur für jede Menge What-The-Fuck-Momente, sondern auch für ein merkwürdiges Wohlbefinden, das mir ansonsten vor allem Filme von früher geben. Und genau deswegen wird „The Babysitter 2“ in meinem Wohnzimmer noch öfter laufen.

    „The Babysitter 2: Killer Queen“ könnt ihr seit dem 10. September 2020 bei Netflix streamen.

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    Kommentare
    • FilmFan
      Wir?Sprich für Dich.
    • HalJordan
      Das gibt Ärger fand ich ganz unterhaltsam, aber das lag in erster Linie an der Chemie zwischen Tom Hardy und Chris Pine.
    • Bond, James Bond
      Ich wollte gerade Knight and Day stehen lassen...aber der ist ja von James Mangold :-D
    • WhiteNightFalcon
      Gibt es von McG überhaupt nen guten Film?
    • ach-herr-je
      Sehr schön beschrieben, was der Film ist und was er sein möchte. Auch für mich hat als herrlich dämlicher Film funktioniert. Ich bin gespannt, ob tatsächlich ein Dritter Teil kommt und wenn, wie die MacherInnen dann noch einen drauf setzen wollen.
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