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beco
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3,5
Veröffentlicht am 20. April 2026
Ein interessanter, erinnerungsträchtiger Film über die WM 1990. Der Film entwickelt seinen Reiz dadurch, dass er mit den Erzählungen und Erinnerungen der Beteiligten auskommt und so einen sehr persönlichen Zugang schafft. Auf Grund des verwendeten Filmmaterials eher kein Film fürs Kino, sondern eher fürs Fernsehen, aber auf jeden Fall sehenswert
Ich bin nun überhaupt gar kein Fußballfan, aber ich habe mich damals von der Stimmung anstecken lassen und deshalb dachte ich, die Doku könnte auch etwas für mich sein. Ganz wunderbar nostalgisch und man ist versucht zu denken, dass früher doch alles besser war. Tatsächlich hat mich Lothar Matthäus neben all den anderen tollen Charakteren in dieser Doku am meisten beeindruckt und seine Tränen haben mich prompt angesteckt. Sehr, sehr sehenswert, auch für Leute die nicht viel mit Fußball anfangen können.
Ich habe jede Minute dieses Films genossen. Oder soll ich sagen 'Wir' haben diesen Film genossen? Denn die eine Hälfte von mir saß im Kino und hat sich den Film angeschaut - während die andere Hälfte plötzlich wieder jung war und sich intensiv in diese tolle Zeit zurückversetzt gefühlt hat, in der in meiner Erinnerung alles so hell und voller Versprechen war. Und ich wurde außerdem daran erinnert, wie sehr der Fußball mal Teil meines Lebens war. Nostalgie pur. Und wunderschöne Erinnerungen. Aber auch der Blick in die heutigen Gesichter der damaligen Helden, die gemeinsam mit mir gealtert sind - und denen man das teilweise heute auch krass ansieht. Und damit kommt zu Nostalgie und Erinnerungen auch das Thema 'Vergänglichkeit' hinzu. Zwei absolute Helden dieses Triumphes - Franz Beckenbauer und Andi Brehme - leben heute nicht mehr, Wer all das mag, dem rate ich dringend, sich diesen Trip in eine lange vergangene Zeit zu gönnen. Ich gebe dem Film 4 Sterne und außerdem ein sehr emotionales Adjektiv: bittersüß... Gruß Charlie
Die Bundesrepublik ist wieder vereint, die WM 1990 in Italien läuft und gefühlt spielt Deutschland jedes Spiel zu Hause. Matthäus, Klinsmann und Brehme sorgen dafür, dass halb Italien schwarz-rot-gold ist. Nach einer starken Gruppenphase wird das Spiel zäher und irgendwann merkt Franz Beckenbauer, so wird das nix.
Ein Sommer in Italien – WM 1990 geht ca. 90 Minuten und ist eine Doku, die überhaupt erst entstanden ist, weil Bodo Ilgner auf seinem Dachboden alte Aufnahmen gefunden hat. Klingt schon sehr nach Herz als nach Hochglanz und genau das macht den Reiz aus. Zu Wort kommen alte Größen wie Matthäus, Klinsmann, Buchwald, Häßler oder Littbarski und sofort hat man dieses Gefühl wieder wie bei 2006 dem Sommermärchern. Die Doku lebt von ihren Momenten, Fans, die vorm Hotel zelten vermutlich direkt aus dem Osten angereist und einfach nur froh, endlich rüber zu können. Leute im Stadion mit Emirate-Kopfbedeckung, ohne dass irgendwer Schnappatmung bekommt und Spieler, die ihre Trainer austricksen, weil’s halt noch keine Social-Media gab, sondern einfach gesunder Fußball-Irrsinn. Dazu die Legende Franz Beckenbauer, der Sprüche raushaut, bei denen heute halb Twitter implodieren würde. Das Kino hat an den Stellen komplett gelegen, zu Recht. Der Mann war halt kein Medien-Coach, sondern einfach Franz. Das Finale gegen Maradona trifft dann nochmal anders, auch wenn man weiß, was passiert, der Moment sitzt und spätestens beim Gedanken an Andi Brehme wird’s still im Saal. Unterm Strich bleibt eine Doku, die nicht perfekt geschniegelt ist, sondern funktioniert, weil sie ehrlich ist. Keine große Inszenierung, kein künstliches Drama einfach Fußball, Emotionen und eine Zeit, die sich heute fast unwirklich anfühlt, gespickt mit fantastischen Anekdoten.
10/10 Punkten. Der stärkste Moment? Wenn du in Matthäus’ Augen siehst, wie er über seinen Freund Andi Brehme spricht. Da merkste sofort: Das ist mehr als nur Fußball.