Ein Kult-Klassiker und einer der wirklich klassischen, alten Western. Für mich ist aber nicht so richtig nachvollziehbar, warum das so ein besonders guter Film sein soll. Die Handlung wird sehr langsam erzählt, auch die gesamte Inszenierung ist ziemlich lahm und wenig ansprechend. Selbst das finale Shootout ist nicht besonders aufregend gestaltet. Und der Film ist für die hauchdünne Story, die er erzählen will, einfach viel, viel zu lang!
Die Schauspielerriege versammelt die angesagten Stars der damaligen Zeit: John Wayne als DER Westernheld schlechthin, Dean Martin spielt einen Alkoholiker (was für eine Ironie!) und Ricky Nelson ist dabei, um zu zeigen, dass der Trend “Musiker meint, er ist Schauspieler” auch damals schon bestand. Die einzige Frau in diesem Männerfilm ist mit Angie Dickinson zwar ebenfalls gut besetzt, hat aber für die Handlung null Bedeutung und dient lediglich als klischeebeladener Love-Interest für John Wayne. Diese Lovestory ist zudem wirklich sehr halbherzig geschrieben und auch von beiden Schauspielern komplett unglaubwürdig dargestellt. Ihre Rolle hätte man auch komplett aus dem Drehbuch streichen können, ohne dass das dem Film irgendwie geschadet hätte.
Jetzt müssen wir aber doch nochmal über John Wayne sprechen. Er ist ja nun schon fast dreißig Jahre tot, aber zeit seines Lebens hat er keinen Hehl um seinen politischen Standpunkt gemacht. Nicht nur war er während der McCarthy-Ära eine zentrale Figur bei der völlig lächerlichen Kommunisten-Hexenjagd, er hat sich aktiv für den Vietnamkrieg eingesetzt, was mir persönlich aber am meisten unangenehm aufstößt, ist seine Haltung gegenüber Schwarzen und den indigenen Ureinwohnern Amerikas. Es sei kein Fehler gewesen, dass diesen damals das “große Land” weggenommen wurde, die “Indianer” seien “egoistisch” gewesen, die Siedler hätten “viel Land” gebraucht. Er glaubte fest an die “White Supremacy”, die Schwarzen könnten keine Verantwortung übernehmen, da sie nicht “gebildet genug” seien. Heutzutage würde man so einen Typen als rechtsradikalen Nazi bezeichnen, damals hat man ihn lieber als den großen Helden gefeiert und seine radikal-konservativen Ansichten gerne wegignoriert. Jetzt kann ja jeder seine eigene Meinung dazu haben, vielleicht sollte man auch die Kunst von der Politik trennen, ich persönlich habe mich aber dazu entschieden, ab jetzt alle Filme von und mit John Wayne zu boykottieren, praktisch posthum. Ich hatte mich bis eben gerade noch nie so richtig mit dieser Person beschäftigt, mir waren seine politischen Ansichten nicht so richtig klar (obwohl sein Name ja auch zumindest kurz in dem tollen Film “Trumbo” erwähnt wurde). Aber jetzt kann ich das nicht mehr ignorieren. Wenn alle anderen Filme mit ihm auch so langweilig sind, wie “Rio Bravo” verpasse ich ja auch nichts.