Mardin, 1915: In einer Nacht werden alle armenischen Männer von der türkischen Gendarmerie zusammengetrieben – so auch Nazaret Manoogian (Tahar Rahim), der mit seiner Frau und seinen Zwillingstöchtern im türkischen Teil des Osmanischen Reiches lebt. Der junge Schmied wird gewaltsam von seiner Familie getrennt und in die Wüste entführt, wo er Zwangsarbeit verrichten muss. Daraufhin sollen die Arbeiter alle getötet werden – mit Messern, um Munition zu sparen. Nazaret überlebt durch viele glückliche Umstände mit durchgetrennten Stimmbändern und befindet sich fortan auf der Flucht ohne Ziel. Er verliert alles, was er hat: seine Familie, sein Zuhause, seine Sprache. Nach Irrungen und Wirrungen erfährt der traumatisierte Armenier, dass auch seine totgeglaubten Zwillingstöchter den Völkermord überlebt haben. Von unendlicher Liebe und Sehnsucht angetrieben begibt er sich auf eine rastlose Suche nach seinen Kindern. Die Spur führt ihn von der syrischen Wüste, über Havanna bis in die Prärie North Dakotas...
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Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
3,5
gut
The Cut
Von Björn Becher
„The Cut“ ist in vielerlei Hinsicht ein besonderer Film in der Karriere von Fatih Akin. Die an Schauplätzen rund um die Welt gedrehte Produktion ist nicht nur seine bislang teuerste und seine erste in englischer Sprache. Sie ist auch das Werk, bei dem der Hamburger Regisseur seinem großen Vorbild Martin Scorsese nicht nur filmisch (wie bei seinem Debüt „Kurz und schmerzlos“), sondern auch persönlich ganz nahe kam: Akin holte sich zum einen Scorseses früheren Drehbuchschreiber Mardik Martin als Co-Autor an Bord, vor allem aber sah sich der Oscar-Preisträger persönlich eine frühe Rohfassung von „The Cut“ an und gab Akin Hilfestellungen für den weiteren Schnitt. Und schließlich wagt sich der deutsch-türkische Regisseur hier an ein ebenso gewichtiges wie umstrittenes Thema: die in der Türkei über Jahrzehnte systematisch totgeschwiegene Vertreibung und Ermordung Hunderttausender Armenier (ein