Joker: Folie à Deux" hätte vielleicht als Musical für Fans des Genres funktionieren können, aber allein durch den ersten Teil und den Bezug zu DC wurden vor allem Fans des DC-Universums angesprochen, die zu Recht darauf gehofft hatten, dass die Vorgeschichte des "JOKERS", des Gegenspielers von Batman aus den Comics, erzählt wird. Tatsächlich handelt es sich beim "JOKER" aber nicht um den Comic-Bösewicht selbst, sondern vermutlich um einen schwachen Vorgänger. Im Film tauchen noch zwei weitere mögliche Kandidaten auf, von denen vor allem der letzte am Ende des Films auch das Potential zu einem echten Joker haben könnte. Einige Indizien könnten dafür sprechen. Aber ich will das Ende nicht spoilern, sondern nur meine Theorie darlegen. Warner Brothers halten sich meiner Meinung nach mit dem Ende von Joker: Folie à Deux eine Fortsetzung offen, die aber nicht mit Joaquin Phoenix stattfinden kann. Dafür spricht auch einiges, vor allem die Tatsache, dass Joker: Folie à Deux keinen starken Superschurken porträtiert, sondern einen wahnhaft eingestellten Menschen, der in seiner Traumwelt lebt und in der Figur der Haley Quinn (Lady Gaga) eine Verbündete findet, die ihm in diese Welt folgt und mit ihm unter (zumindest für mich) nervtötenden Gesangseinlagen à la "La La Land" in eine Welt eintaucht, in der Arthur Fleck, wie der Joker eigentlich heißt, seine Tagträume auslebt. So führt der Titel JOKER Fans der DC-Comicverfilmungen in die Irre. Denn wie Filmstarts.de an anderer Stelle vermutete, ist Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) wohl nicht DER Joker, der sich eines Tages mit Batman duellieren wird. Das verriet schließlich auch Regisseur Todd Phillips, der nicht an einem dritten Teil mitwirken würde. Das schloss er aus. Zum Glück!
Fans hatten im Vorfeld auf eine Verschmelzung von Batman (Robert Pattinson) und Joker (Joaquin Phoenix) gehofft.
Die schlechten Kritiken von Joker: Folie à Deux kann ich nachvollziehen, auch in Bezug auf die Darstellung von Lady Gaga, die für mich einfach keine gute Schauspielerin ist und wird. Zwischen ihr und Joaquin Phoenix stimmt die Chemie nicht, aber das passiert eben, wenn ein begnadeter Schauspieler auf eine talentlose Berühmtheit trifft, die einer so wichtigen Figur keinen Ausdruck verleihen kann. Ich verstehe auch nicht, warum in letzter Zeit ständig Sängerinnen und verwöhnte Kinder von Schauspielern auf die Bühne kommen? Filmstudios wollen natürlich mit ihren Namen die Kassen zu füllen. Das ist aber ein Schlag ins Gesicht jeder Schauspielerin, die Jahre in ihre Ausbildung investiert, um sich dann von untalentierten Promis die Rollen wegschnappen zu lassen. Deshalb bin ich auch ein bisschen froh, dass Joker: Folie à Deux an den Kinokassen gefloppt ist. Die Filmindustrie muss endlich wieder richtige Schauspieler und Schauspielerinnen hervorbringen und sich nicht mit berühmten Laiendarstellern zufrieden geben.
P.S.: Ich frage mich, welcher Schlag gegen das Mainstream-Kino hier stattgefunden haben soll. Es handelt sich hierbei auch um Mainstream und das in seiner Reinform. Hier ist auch nicht große Kunst erschaffen worden, sondern ein Film, der vor Gefälligkeit gegenüber Lady Gaga nur so strotzt, der schauspielerischen Schwächen durch die Gesangseinlagen kaschiert werden.
Am Ende bleibt alles im Leben Geschmackssache, aber eine kulturelle Überhöhung des Films im ein Genre ist hier nicht gegeben.
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