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    Castle Falls
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    2,5
    durchschnittlich
    Castle Falls

    Scott Adkins & Dolph Lundgren prügeln erstmals Seite an Seite

    Von Lutz Granert

    In den drei Produktionen, in denen die B-Movie-Actionstars Scott Adkins und Dolph Lundgren bisher gemeinsam aufgetreten sind („Expendables 2“, „The Legendary Dragon“ & „Universal Soldier: Day Of Reckoning“), standen sie sich jeweils als Feinde gegenüber. Besonders in Erinnerung geblieben ist dabei ein hervorragend choreografiertes Duell: Im ultraharten, zweieinhalbminütigen Prügelfight in der Schlacht-Platte „Universal Soldier: Day Of Reckoning“ treibt der smarte Brite dem hünenhaften Schweden nach vielen Tritten und Schlägen erst ein Messer durch die Hand und macht ihm dann mit einer Machete durch den Kopf den Garaus.

    Das ist natürlich in seiner brachialen Brutalität kaum noch zu toppen und so verwundert es auch nicht, dass Zusammenarbeit Nummer vier, in der Adkins und Lundgren nun (zumindest in der zweiten Hälfte) erstmals Seite an Seite kämpfen, nicht ganz so brachiale Töne anschlägt. Tatsächlich hätte solche Over-the-Top-Action „Castle Falls“ aber wohl deutlich aufgewertet: Dem handwerklich soliden, aber nie aus dem Genre-Mittelmaß herausragenden Actionthriller, bei dem Dolph Lundgren neben einer der Hauptrollen auch selbst die Regie übernommen hat, fehlen nämlich einfach nennenswerte Alleinstellungsmerkmale.

    In "Castle Falls" stehen sich die Action-Ikonen Dolph Lundgren und Scott Adkins erstmals nicht nur als Feinde gegenüber.

    Nur widerwillig akzeptiert der Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Mike Wade (Scott Adkins), dass es nach einer Schulterverletzung mit seiner MMA-Karriere nun vorbei sein soll. Stattdessen heuert er bei einer Baufirma an, die den Auftrag hat, das ehemalige Krankenhaus Castle Falls abzureißen, bevor es gesprengt wird. Dabei entdeckt er durch Zufall mehrere Taschen voller Geld – insgesamt sind es drei Millionen US-Dollar, die einem inhaftierten Gangster gehören. Das Problem: Auch der Gefängniswärter Richard Ericson (Dolph Lundgren), der eine kostspielige Therapie für seine krebskranke Tochter finanzieren muss, sowie eine Bande von Gangstern um Deacon Class (Scott C. Hunter) haben von der Kohle Wind bekommen. Es beginnt ein Kampf auf Leben und Tod – und die verbleibenden 90 Minuten bis zur Sprengung von Castle Falls ticken erbarmungslos runter...

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    Eigentlich drängt sich angesichts des Sprengungs-Countdowns eine Inszenierung in Echtzeit wie etwa im Gaga-Action-Feuerwerk „Crank“ regelrecht auf, um die Spannung und damit auch den Puls des Publikums hochzutreiben. Doch Dolph Lundgren zeigt sich hinter der Kamera erstaunlich zurückhaltend und bringt nur halbherzig zwei an sich vielversprechende inszenatorische Ideen ein: Nur selten wird im Bild kurz ein ablaufender Countdown eingeblendet und zwischendurch scheint die anstehende Sprengung fast vergessen zu sein, bevor Ericson dann in den letzten 20 Minuten – einem Timer seiner Uhr sei Dank – doch immer drängender auf die drohende Explosion hinweist. Auch zu Split Screens ringt sich Lundgren nur zweimal durch – und generiert so zumindest etwa Spannung, wenn Mike ein unbeabsichtigtes Geräusch verursacht, was die bösen Buben in der parallelen Einstellung auf seine Fährte lockt.

    Leider wurden diese Stilmittel aber nicht konsequent umgesetzt, weswegen „Castle Falls“ viel von seinem Potenzial verschenkt: Es ist eben leider nur begrenzt aufregend, wenn sich zwei good guys und eine Handvoll immer weiter dezimierter Gangster Treppe rauf, Treppe runter nach stets demselben (und wenig variierten) Schema verfolgen, herumballern und dann im Stellungskampf zum Prügeln übergehen.

    Stolze drei Millionen Dollar sind in dem abrissbereiten Krankenhaus versteckt. Aber schon in wenigen Minuten soll gesprengt werden...

    Immerhin stimmt in der etwas behäbig erzählten Chose die Action, die – abgesehen von der großen finalen Explosion – ohne auffälliges CGI auskommt. Darf Mike sich anfangs beim Mixed-Martial-Arts-Training noch in schmissiger Choreografie mit einem Kontrahenten im Dojo messen, fallen die weiteren hieb- und trittfesten Prügeleien zwar ungleich kürzer, aber weiterhin handwerklich sauber aus. Reißschwenks oder unsägliche Schnittgewitter gibt es bei Lundgrens pragmatischer Actionregie jedenfalls nicht zu beanstanden – zumal er es sich auch jenseits der 60 und trotz sichtbarer Hüftsteifheit nicht nehmen lässt, in diversen Fights vor der Kamera selbst die Fäuste sprechen zu lassen.

    Abseits eines arg generisch geratenen Plots hält das Drehbuch von Andrew Knauer, der bereits dem Arnie-Actioner „The Last Stand“ einige selbstironische Töne verlieh, auch noch viele kleine Gags bereit. So hat es den Ex-Kampfsport-Champion Mike aus Birmingham in Großbritannien ausgerechnet nach Birmingham, Alabama verschlagen. Auch heuert Mike bei einer Baufirma namens Lundgren Construction Services an – was neben einigen schmissigen Onelinern zumindest für etwas Auflockerung zwischen den ansonsten wenig überraschenden Genre-Standards sorgt.

    Fazit: Im nur teilweise spannenden Actionthriller „Castle Falls“ dürfen Scott Adkins und Dolph Lundgren in grundsolider, hieb- und trittsicherer Action ordentlich austeilen. Genrefans trauern jedoch den vielen verschenkten Möglichkeiten nach.

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