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    Frida
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    3,5
    gut
    Frida
    Von Sachar Kriwoj

    "Frida" erzählt nicht nur die Geschichte der mexikanischen Malerin Frida Kahlo, dieser Film dient auch als Beleg für die Willensstärke und Schauspielkunst einer Frau, die "Frida" gegen viele Widerstände durchgesetzt hat: Salma Hayek.

    Die vitale Frida (Salma Hayek) wird als 18-Jährige 1925 in Mexiko bei einem Busunglück schwer verletzt und übersteht 22 Operationen. Monatelang ist sie dadurch ans Bett gefesselt und kann nichts anderes tun als Malen, was für sie zur Theraphie ihrer psychischen und physischen Schmerzen wird. Nachdem sie mühsam wieder gelernt hat zu laufen, präsentiert sie ihr Werk dem berühmten Maler Diego Rivera (Alfred Molina) und bittet ihn um eine ehrliche Einschätzung ihres Talents. Rivera ist fasziniert von Fridas Talent – und noch viel mehr von ihrer Schönheit. Bald schon heiraten sie und werden zu einem der schillerndsten und aufregendsten Paare des 20. Jahrhunderts. Ihre ungewöhnliche Liebesgeschichte, die Bisexualität, Polygamie und eine Scheidung überlebt, erfährt zahlreiche Höhen und Tiefen, und hält bis zu Fridas Tod.

    Auch Jennifer Lopez und Madonna wollten die Rolle der Frida Kahlo. Und Madonna hatte sie auch fast schon, es fehlte lediglich noch ein Studio, das bereit war, das Projekt zu finanzieren. Schließlich scheiterte Madonnas Traum am Geld. Dadurch wurde der Traum von Salma Hayek wahr, Frida Kahlo zu spielen: "Für mich war Frida immer schon die stärkste Frau. Als Teenager war sie mein Vorbild." Harvey Weinstein, Chef bei der Produktionsfirma Miramax, die zwar für ihre künstlerischen Filme bekannt ist, denen aber das Projekt "Frida" fast zu künstlerisch war, gilt nicht gerade als jemand, der sich etwas sagen lässt. Wer es sich in Hollywood mit Weinstein verscherzt, der kann sich einen neuen Job suchen. Doch der gerade mal 1,60 Meter großen Salma Hayek konnte er nicht widersprechen. Sie boxte ihr Projekt durch und brachte ihr Idol auf die Leinwand.

    Zahlreiche der Schauspieler verzichteten auf ihre Gage, ihre Freundin Salma hatte sie darum gebeten. So kam es dazu, dass neben dem großartigen Alfred Molina, der als Diego Rivera brilliert, auch Ashley Judd, Antonio Banderas und Hayeks Lebensgefährte Edward Norton mitspielen. Norton zeichnet sich auch für das Drehbuch verantwortlich.

    Doch der wahre Star der Films ist Salma Hayek. Die Mexikanerin, die 1991 nach Hollywood zog, gab in ihren bisherigen Filmen wie "Desperado" oder "From Dusk Till Dawn" vor allem die sexy Lady mit dem lustigen spanischen Akzent. "Ich hatte es satt, dass die Leute über meinen Akzent lachen, weil er sie an ihre Putzfrauen und Gärtner erinnert. Also setzte ich meinen Hintern in Bewegung und entwickelte mein eigenes Material." Lange musste sie auf die Anerkennung nicht warten. Sie wurde als beste Hauptdarstellerin sowohl für den Golden Globe als auch für den Oscar nominiert.

    Ebenso farbenfroh wie Regisseurin Julie Taymor den Film zeichnet, war auch das Leben von Frida Kahlo: Sie träumte vom Kommunismus, liebte Männer wie Frauen, war die Muse und auch Leidtragende ihres Mannes, der sie fortwährend betrog, aber vor allem war sie Künstlerin, die sich auch nicht durch Krankheiten von der Malerei abhalten ließ. Salma Hayek traut sich, Frida Kahlo mit einem Damenbart und in all ihrer Schönheit sowie Hässlichkeit zu mimen. "Frida Kahlo" ist ein beeindruckender Film geworden, der nicht nur der Malerin, sondern auch ihrer Hauptdarstellerin und Co-Produzentin Salma Hayek ein Denkmal setzt.

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