„Sincerely yours, the Breakfast Club.”
Kaum ein Film hat die Jugend der 80er so geprägt, wie John Hughes´ „The Breakfast Club“ von 1985. Der Streifen war nicht nur ein finanzieller Erfolg, sondern auch bei Zuschauern und Kritikern sehr geschätzt. Hughes´ zweite große Regiearbeit gilt heute als ein Klassiker und zeigt ein tiefes Verständnis für die jüngeren Seelen der damaligen Zeit. Aber auch heute noch spricht dieses Drama Themen und Ängste an, die wir alle kennen und ist damit extrem gut gealtert (bis auf ein paar Ausnahmen).
Samstag in einer Highschool: Fünf Schüler müssen wegen verschiedenen Vergehen nachsitzen. Sie sollen neun Stunden dort verweilen und über sich und ihre Taten nachdenken. Doch John Bender, der sich selbst als „Freak“ bezeichnet, wehrt sich mit aller Kraft gegen die Vorschriften und bringt auch seine „Mitgefangenen“ langsam zum Rebellieren…
Was mich am Film besonders fasziniert, ist das Setting: Wir erleben nur diesen einen Tag und sind mit den Figuren quasi eingesperrt. So viele andere Filme dieser Art würden typische Aspekte beleuchten, wie etwa die Tage danach oder davor. Hier aber sind wir immerzu an einen Ort gebunden und auch die Figuren müssen damit umgehen. Dass dadurch interessante Situationen entstehen, dürfte schnell klar sein. „The Breakfast Club“ entfaltet sich wie ein klassisches Theaterstück mit wenigen Schauplätzen und vielen psychologischen Abenteuern.
Dabei ist der Film keineswegs nur eine tiefgründige und nachdenkliche Charakterstudie, sondern
oftmals überaus witzig! Hughes und seine Schauspieler haben ein fantastisches Gespür für Timing und Pointen und gerade die unterschiedlichen Charakterdynamiken erzeugen zum Schreien komische Situationen. Später lässt der Film dann aber auch die unschönen Seiten der Charaktere zu bzw. lassen sie selbst es zu. Sie reden ungefiltert über Ängste, Schwächen und den Einfluss ihrer Eltern. Für einen Teenie-Film überaus erwachsen!
Dass der Streifen dabei einige Momente aufweist, die nicht ganz so gut gealtert sind, ist dabei verzeihbar, sollten aber dennoch erwähnt werden: So offen und rebellisch das Ganze ist, so festgefahren in sexistische Rollenbilder ist die Inszenierung am Ende doch noch. Einerseits kann man das als Einfluss der Eltern und Gesellschaft auf diese jungen Menschen sehen, aber manche Aspekte, wie etwa Benders sexuellen Belästigungen, werden leider kaum kommentiert. Am Ende werden solche Aktionen sogar belohnt mit einem Kuss, was ich nach wie vor problematisch sehe. Generell ist das Ende etwas zu nah am Hollywood-Klischee, aber wie gesagt: Ich verzeih es dem Film, da hier die kraftvolle Message im Vordergrund steht.
Die Schauspieler sind allesamt klasse, vor allem die jungen Darsteller überzeugen auf ganzer Linie. Judd Nelson als John Bender ist einer meiner Favoriten, denn er ist das Zugpferd dieser Truppe, der Macher. Anthony Michael Hall als Brian Johnson gefällt mir ebenfalls überaus gut (im Deutschen besonders schön durch seinen Synchronsprecher Santiago Ziesmer (Spongebob!)). Jede Schauspieler gibt seiner Figur eine menschliche Seele, einen Charakter. In der Hinsicht gefällt mir auch der Umgang mit dem Begriff „Stereotyp“. In vielen Filmen wird dieser Begriff als Kritikpunkt benutzt. Hier wird das altbekannte Klischee wundervoll aufgebrochen und neu definiert, grandios!
Die Kameraarbeit ist sehr schön und der Soundtrack hat einige großartige Momente, wie etwa der Hit „Don´t You“ von The Simple Minds, quasi der musikalische Kern des Films.
Fazit: Trotz ein paar schwach gealterter Momente, ist „The Breakfast Club“ ein zeitloser und charmanter Klassiker, der nicht nur die Filmlandschaft und Popkultur geprägt hat, sondern auch nach wie vor ein wirklich kraftvoller Film sein kann. Absolut sehenswert!