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    Längste Dreharbeiten aller Zeiten: Dieser Weltrekord eines Tom-Cruise-Meisterwerks wurde seit 25 Jahren nicht gebrochen
    Michael Bendix
    Michael Bendix
    -Redakteur
    Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

    Mit „Eyes Wide Shut“ ist vor 25 Jahren der letzte Film von Meisterregisseur Stanley Kubrick in die Kinos gekommen. Bis heute hält er einen Rekord, der nicht wenige zur Verzweiflung getrieben haben dürfte...

    Stanley Kubrick gilt nicht nur als einer der größten und besten Regisseure der Filmgeschichte, sondern auch als absoluter Perfektionist. Seine berüchtigte Akribie hat dabei Klassiker wie „2001: Odyssee im Weltraum“ oder „Uhrwerk Orange“ hervorgebracht, aber auch dafür gesorgt, dass die Dreharbeiten für seine Schauspieler*innen nicht selten zur Tortur wurden. Ein „Shining“-Star etwa war nach der Fertigstellung des Horror-Meilensteins derart ausgelaugt, dass er am Set eines Clint-Eastwood-Films spontan in Tränen ausbrach – vor lauter Erleichterung darüber, nicht mehr ein und dieselbe Szene mehrere dutzend Mal drehen zu müssen, wie es bei Kubrick der Fall war (mehr dazu in diesem Artikel)!

    Tatsächlich war der legendäre Filmemacher bekannt dafür, einzelne Szenen bis zu 148 (!) Mal wiederholen zu lassen, damit auch wirklich jedes noch so kleine Detail sitzt, weshalb es kaum verwundert, dass nur wenige Schauspieler*innen mehr als einmal vor seiner Kamera standen. Ebenso wenig überraschend dürfte die Tatsache sein, dass Stanley Kubrick bis heute den Rekord für den längsten durchgehenden Filmdreh aller Zeiten hält...

    Die Dreharbeiten zu "Eyes Wide Shut" dauerten 400 Tage

    Ganze 400 Tage dauerten die Dreharbeiten zu Kubricks finalem Film „Eyes Wide Shut, in dem die Ehe zwischen dem New Yorker Arzt William (Tom Cruise) und seiner Frau Alice (Nicole Kidman) erschüttert wird, nachdem sie ihm von einer sexuellen Fantasie mit einem Unbekannten erzählt. Der Regisseur selbst nannte die rätselhafte erotische Nacht-Odyssee seinen „größten Beitrag zur Filmkunst“, bevor er kurz vor der Premiere von „Eyes Wide Shut“ im Alter von 70 Jahren an einem Herzinfarkt verstarb. Während der Film in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik mit 4,5 von 5 Sternen knapp am Meisterwerk-Status vorbeischrammte, würde der Autor dieser Zeilen ohne Weiteres einen halben Stern drauflegen.

    Geplant waren ursprünglich „nur“ sechs Monate Drehzeit, und natürlich kam es angesichts der Tatsache, dass Kubrick den Zeitplan derart sprengte, bald zu Konflikten. So war Harvey Keitel („Pulp Fiction“) irgendwann so entnervt, dass er das Projekt mitten während der Dreharbeiten verließ, um seinen anderen Verpflichtungen nachkommen zu können – was dazu führte, dass Kubrick ihn ganz aus dem Film schnitt.

    Das wiederum zog als weitere Konsequenz nach sich, dass auch Jennifer Jason Leigh („The Hateful 8“) aus „Eyes Wide Shut“ entfernt werden wusste, weil sie keine Zeit hatte, sämtliche Szenen mit Keitel noch einmal zu drehen. Die beiden wurden schließlich durch Kubricks Regie-Kollegen Sydney Pollack („Jeremiah Johnson“) und Kommissar-Wallander-Star Marie Richardson ersetzt.

    Auch Tom Cruise musste sich in Geduld üben: So soll er eine einfache Szene, in der er durch eine Tür geht, insgesamt 95 Mal wiederholt haben, bis Kubrick endlich zufrieden mit dem Ergebnis war. Zudem bestand der „Full Metal Jacket“-Schöpfer darauf, sämtliche Requisiten für die berühmte Orgien-Szene höchstpersönlich von Hand auszuwählen, was ebenfalls seine Zeit in Anspruch genommen haben dürfte. Zumindest hatte sich der unverhältnismäßige Aufwand am Ende gelohnt – schließlich kam einmal mehr ein faszinierendes Meisterstück dabei heraus, das eine große Kino-Karriere zu einem mehr als würdigen Abschluss brachte...

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