Vor 75 (!) Jahren war er zum ersten Mal auf der Leinwand zu sehen – heute ist er ein oscarprämierter Hollywood-Star!
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Er war der Hauptdarsteller eines der größten Kultfilme der 1990er-Jahre, er ist Teil des Marvel Cinematic Universe und hat einen Oscar im Regal stehen. Zum ersten Mal konnte man ihn allerdings als Säugling auf der Leinwand sehen!

RKO Pictures

Auf Bewährung freigelassen“ – ein von der Kritik durchwachsen besprochenes Drama von Regie-Routinier John Cromwell – sorgte im Jahr 1951 für nicht besonders viel Aufsehen. Was die wenigen Zuschauer*innen, die sich dafür ins Kino verirrten, allerdings mit Sicherheit nicht geahnt haben dürften: dass sie es in einer Szene mit einem zukünftigen Hollywood-Superstar und Oscar-Preisträger zu tun hatten. Als in Vor-und Abspann nicht namentlich genannter „Säugling im Bahnhof“ legte in dem Film nämlich niemand Geringeres als Jeff Bridges sein Leinwand-Debüt hin (während übrigens auch sein acht Jahre älterer Bruder Beau eine kleine Rolle spielte)!

Hier könnt ihr euch die Szene mit dem kleinen Jeff in voller Länge ansehen:

Die Schauspielerei wurde den beiden Bridges-Brüdern quasi in die Wiege gelegt – denn auch ihr Vater Lloyd war ein (u.a. aus „Zwölf Uhr mittags“) bekannter Schauspieler. Der sorgte dann auch dafür, dass seine beiden Söhne Ende der 1950er-Jahre kleine Auftritte in der Fernsehserie „Abenteuer unter Wasser“ bekamen, in der er die Hauptrolle spielte.

Die Karriere von Jeff Bridges blieb noch eine ganze Weile eng mit der seines Vaters verbunden: 1963 – also im Alter von etwa 13 Jahren – begleitete er ihn auf einer Theatertournee durch Neuengland. Nachdem er eine professionelle Schauspielausbildung in New York begonnen hatte, spielte er im TV-Weihnachtsfilm „In einer Nacht wie dieser“ (1969) die jüngere Version der männlichen Hauptfigur – die natürlich Lloyd Bridges verkörperte. Wiederum ein Jahr später bekam er im Sozialdrama „Hall Of Anger“ (u.a. an der Seite des späteren Hit-Regisseurs Rob Reiner) seinen ersten größeren Part …

… bevor der heute 75-Jährige direkt in einem Meisterwerk des New-Hollywood-Kinos landete und damit seinen Durchbruch schaffte: „Die letzte Vorstellung von Peter Bogdanovich, den FILMSTARTS-Redakteur Björn Becher in seiner Kritik aus guten Gründen mit der seltenen Höchstwertung von fünf Sternen adelte. Für seine vielschichtige Darstellung des vom Kleinstadtleben gelangweilten Highschool-Schülers Duane Jackson erhielt der damalige Jungstar seine erste Oscar-Nominierung – der noch viele weitere folgen sollten.

Die letzte Vorstellung
Die letzte Vorstellung
Starttermin 25. Mai 1973 | 1 Std. 58 Min.
Von Peter Bogdanovich
Mit Timothy Bottoms, Jeff Bridges, Cybill Shepherd
Pressekritiken
5,0
User-Wertung
3,2
Filmstarts
5,0

In den folgenden Jahren und Jahrzehnten war der in Los Angeles geborene Schauspieler in so unterschiedlichen Filmen wie „King Kong“ (1976), „Heaven's Gate“ (1980), „Tron“ (1982), „Starman“ (1984) und – an der Seite seines Bruders Beau Bridges – „Die fabelhaften Baker Boys“ (1989) zu sehen. Seine absolute Kult- und Paraderolle spielte Bridges allerdings erst im Jahr 1998: Unter der Regie der Coen-Brüder wurde er in „The Big Lebowski“ zum Dude – eine Figur, mit der ihn viele seiner Fans bis heute verbinden wie mit keiner anderen.

Eine Oscar-Nominierung gab es dafür allerdings nicht – und bis er die begehrte Goldstatue endlich in den Händen halten durfte, musste sich der „Iron Man“-Star nochmals zwölf Jahre gedulden. 2010 war es dann aber so weit: Als (fiktiver) Countrysänger Otis „Bad“ Blake in „Crazy Heart“ setzte sich Bridges bei den Academy Awards u.a. gegen George Clooney und Morgan Freeman durch.

Übrigens: 1984 begegnete Bridges in „Gegen jede Chance“ erneut Jane Greer auf der Leinwand – nun als Erwachsener. Denn Anfang der 1950er-Jahre war sie es, die den kleinen Jeff in „Auf Bewährung freigelassen“ im Arm halten durfte!

Wenn ihr wissen wollt, warum Jeff Bridges anfangs auf keinen Fall mit Robin Wiliams zusammenarbeiten wollte (und wie er letztlich eines Besseren belehrt wurde), dann lest auch den nachfolgenden Artikel:

Marvel-Star wollte auf keinen Fall mit Robin Williams zusammenarbeiten, wurde aber schnell eines Besseren belehrt: "Meine Sicht auf ihn hat sich geändert"
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