Die Arbeiten am neuen Film von "Transformers"-Mastermind Michael Bay waren so gefährlich, dass nicht einmal der Regisseur selbst ans Set durfte!
Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Schaut 800+ Filme im Jahr – immer auf der Suche nach diesen wahrhaftigen Momenten, in denen man dem Rätsel des Menschseins ein Stück näherkommt.

Krawall-Maestro Michael Bay lässt es in seinen Filmen gerne knallen. In Action-Krachern wie „Bad Boys 2“ oder „Ambulance“ hat er einige der spektakulärsten Stunts der Kinogeschichte abgefeuert. Aber sein neues Projekt toppt offenbar noch mal alles...

Paramount

Michael Bay landet mit seinen Zerstörungs-Orgien wie „Armageddon“ oder „Pearl Harbor“ zwar regelmäßig Publikumshits, aber bei der Filmkritik kam er bislang selten gut an. Sein bestbewerteter Film überhaupt ist „Ambulance“ von 2022 – und selbst der bringt es bei der Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes „nur“ auf 68 Prozent positive Bewertungen (und damit auf einen Prozentpunkt mehr als „The Rock“ auf Platz 2). Aber jetzt hat Michael Bay mit 60 Jahren noch einmal etwas völlig Neues ausprobiert – und damit offenbar das Undenkbare geschafft: Bislang hat sein neuer Film „We Are Storror“ zwar nur fünf Besprechungen bei Rotten Tomatoes, aber darunter befinden sich die Branchen-Schlachtschiffe Variety, The Hollywood Reporter und IndieWire – und die Kritiken sind bislang noch zu 100 Prozent positiv!

Aber wie kann es sein, dass der bisher von der Kritik gemiedene Action-Papst nach der Premiere seines neuesten Films beim SXSW-Festival plötzlich derart abgefeiert wird? Offenbar hat Michael Bay ein ungeahntes Talent in sich entdeckt – denn „We Are Storror“ ist der erste Dokumentarfilm seiner Karriere! Aber wenn man das Thema erfährt, mutet die ganze Sache gleich sehr viel weniger überraschend an: Schließlich ist Michael Bay einer der Kinetik-fokussiertesten Filmemacher unserer Zeit – und wer wäre damit besser geeignet für einen Film über die waghalsige Trendsportart Parkour als er?

Probleme mit der Rechtsabteilung

„We Are Storror“ handelt von einem siebenköpfigen YouTube-Parkour-Team aus London, das Michael Bay bereits bei den spektakulären Stunts zu seinem Netflix-Actionfest „6 Underground“ unterstützt hat. In ihrer Doku wagen sich die Jungs und Mädels nun an besonders irre Sprungfolgen, die man so selbst innerhalb der Parkour-Community sicher nicht jeden Tag zu sehen bekommt. Und natürlich sind solche ungesicherten Hopser von Hausdach zu Hausdach potenziell lebensgefährlich, während selbst schwere Verletzungen beim Profi-Parkour ja eh mehr oder weniger zur Tagesordnung gehören. Sowas wäre in einem Hollywoodfilm, wo potenziell jeder jeden auf Schadensersatz verklagen kann, natürlich nie und nimmer erlaubt.

Das Problem ist jetzt: Sobald das alles nicht mehr für ein paar YouTube-Clips passiert, sondern für eine offizielle Filmproduktion, stellen sich plötzlich ganz andere Haftungsfragen. Und so hat Michael Bay als Mitglied der Regisseurs-Gilde seinen Protagonist*innen zu Beginn der Dreharbeiten – vielleicht nicht hundert Prozent ernsthaft, aber aus juristischen Gründen nachdrücklich – erklärt: „Ich will gar nicht wissen, was ihr macht und ich unterstütze auch nichts davon. Was ihr tut, ist illegal und komplett falsch. Ich mache nichts davon, ich bin kein Produzent, ich bin kein Regisseur bei dem Projekt. Ruft mich später an, dann schaue ich mir das Material an und entscheide, ob ich es lizenziere.“

Striktes Set-Verbot

Aber Spaß beiseite. Michael Bay und sein juristisches Beratungsteam haben tatsächlich jahrelang darüber debattiert, wie man „We Are Storror“ umsetzen könnte, ohne dass der Regisseur womöglich mit seinem ganzen Vermögen haften müsste. Das wichtigste Ergebnis der Diskussionen: Michael Bay durfte nicht ans Set und sich auch sonst nicht an den Dreharbeiten beteiligen. Stattdessen durfte er überhaupt erst von bestimmten Shots erfahren, sobald das Material im Kasten war – und alle noch lebten. So erfuhr er auch von einem folgenschweren Unfall zu Beginn der Dreharbeiten erst sehr viel später, wie er bei einem Publikumsgespräch nach der Premiere verriet. Hätte er vorher davon gewusst, hätte ihn auch das möglicherweise in massive juristische Schwierigkeiten gebracht.

Michael Bay hat in seiner Karriere übrigens noch nie mit Arnold Schwarzenegger zusammengearbeitet. Das liegt auch daran, dass der österreichische Muskelberg einst eine Rolle in einem Michael-Bay-Klassiker abgelehnt hat – und die Entscheidung bis heute bereut:

"Ich bereue, ihn nicht gemacht zu haben": Arnold Schwarzenegger trauert noch immer einem der besten Actionfilme der 90er hinterher

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