Heute Abend im TV: Der beste Teil der "Rocky"-Spin-off-Trilogie – packende Fights mit Marvel-Stars!
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Schon in der Grundschule las er Kino-Sachbücher und baute sich parallel dazu eine Film-Sammlung auf. Klar, dass er irgendwann hier landen musste.

Es lässt sich fürstlich streiten, welcher Film der beste Teil der „Rocky“-Saga ist und wann die „Creed“-Reihe ihren Höhepunkt erreicht hat. Für FILMSTARTS-Autor Sidney Schering war im Fall der „Creed“-Trilogie die goldene Mitte der Volltreffer!

Wohl jeder Teil der „Rocky“-Saga hat seine Fans. Nun gut, „Rocky V“ vielleicht nicht. Sonst aber hat jeder Part genügend individuelle Qualitäten, um zum persönlichen Favoriten heranzuwachsen. Die 2015 mit „Creed – Rocky's Legacy“ losgetretene Spin-off-Trilogie ist da tonal wesentlich kohärenter.

Allerdings unterscheiden sich die drei Teile auf inszenatorischer Ebene stark genug, dass sie trotzdem allesamt ihre eigenen Stärken und Schwächen aufweisen. Fragt man den Verfasser dieses TV-Tipps, geht heute der Höhepunkt der Trilogie über den Äther: Heute, am 19. Mai 2025, zeigt Nitro ab 22.30 Uhr „Creed II – Rocky's Legacy“. Wer es zeitlich flexibel mag, kann den Sportfilm via Amazon Prime Video als VOD beziehen.

Darum geht es in "Creed II"

Endlich ist Adonis Creed (Michael B. Jordan) Boxweltmeister im Schwergewicht. Doch er tut sich spürbar schwer damit, seine persönlichen Verpflichtungen und seine Karriere zu balancieren. Zumal der Umstand, dass er den Weltmeistertitel einem außer Form geratenen Champion abgeknöpft hat, schwer auf Creeds Schultern lastet. Der gefürchtete Ivan Drago (Dolph Lundgren), der einst Adonis' Vater in einem Schaukampf getötet hat, nutzt die Schwächen des jungen Weltmeisters perfide aus:

Er kehrt zurück ins mediale Rampenlicht, verpasst Adonis' Ego gezielte Tiefschläge und fordert ihn zu einem Titelmatch gegen seinen Sohn Viktor Drago („Shang-Chi“-Nebendarsteller Florian Munteanu) heraus. Der in seinem Stolz verletzte Adonis willigt ein und zieht somit den Zorn seines Trainers Rocky Balboa (Sylvester Stallone) auf sich...

Purer Boxsport-Filmgenuss

In der FILMSTARTS-Kritik kamen die „Creed“-Filme sehr ähnlich an: Der von „Black Panther“-Regisseur Ryan Coogler inszenierte Auftakt bekam vier Sterne, genauso wie der von „Transformers: Aufstieg der Bestien“-Macher Steven Caple Jr. inszenierte zweite Teil. Michael B. Jordans „Creed III“ schnitt mit 3,5 Sternen nur dezent schwächer ab. Bei mir lockten die „Creed“-Filme allerdings höchst unterschiedliche Reaktionen hervor:

So rührend Stallones Darbietung im ersten Teil sein mag, weckte „Creed“ bei mir insgesamt eher Fremdscham. Cooglers geerdete Inszenierung und das sich nicht vor Pathos scheuende Skript reiben sich meiner Ansicht nach einfach zu sehr! „Creed III“ wiederum fand ich solide, aber in seinen Konflikten arg konstruiert, während mir die Figuren zu schlicht ausgefallen sind – und inszenatorisch war Jordan in den dialogfreien Szenen deutlich souveräner als beim Rest.

Der Mittelteil der Trilogie wiederum? Den finde ich echt toll: Caple Jr. gelingt es, auf Basis eines Drehbuchs von Stallone und Juel Taylor („They Cloned Tyrone“) einen bodenständigen, dennoch furiosen „Rocky IV“-Nachklapp aus dem Boden zu stampfen!

Creed II – Rocky's Legacy
Creed II – Rocky's Legacy
Starttermin 24. Januar 2019 | 2 Std. 10 Min.
Von Steven Caple Jr.
Mit Michael B. Jordan, Sylvester Stallone, Tessa Thompson
Pressekritiken
3,3
User-Wertung
3,8
Filmstarts
4,0

Adonis' private Sorgen rund um seine Freundin Bianca („Thor 3“-Szenendiebin Tessa Thompson) und die Überlegungen, eine Familie zu gründen, werden differenziert, emotional geschildert. Die Verschmelzung aus ideologischer Feindschaft, privatem Groll und sich zwischendurch zeigender, unerwarteter Altersweisheit, die Ivan Drago ausmacht, beschert uns eine Ausnahmeperformance des mimisch meist eher limitierten, primär durch seine Physis auffallenden Lundgren. Und auch die sich verächtlich durch ihre Szenen schneidende Brigitte Nielsen trifft den tonalen Nagel dieses Films auf den Kopf.

Doch es sind die Kämpfe zwischen Adonis und Viktor, die „Creed II“ endgültig als meinen Favoriten der „Creed“-Trilogie besiegeln: Sie sind zugegebenermaßen nicht so einfallsreich inszeniert wie die Box-Fights in Teil eins und drei. Aber sie sind für mich zugleich der Beweis, dass weniger Schnörkel manchmal mehr Wirkung haben. Denn Cooglers und Jordans Ansätze distanzieren mich zu häufig von den gezeigten Duellen und den Emotionen der Figuren.

Bei Caple Jr. und „Kiss The Cook“-Kameramann Kramer Morgenthau verhält es sich anders: Wenn sich Adonis und Viktor erstmals im Ring begegnen, bleibt der ungezügelten, zornigen Körpersprache Jordans und Munteanus das Sagen überlassen, statt der brachialen, unansehnlichen Kampfchoreografie durch eine um Aufmerksamkeit buhlende Inszenierung Rampenlicht zu rauben.

Der routiniert inszenierte, sich dramaturgisch aber glaubhaft und fesselnd entfaltende Schlusskampf ist wiederum purer, professioneller Boxsport und somit der konsequent-geradlinige, aber starke Höhepunkt des Films: Munteanu und Jordan rücken mit ihrem hervorragenden, physischen Zusammenspiel die schwitzige, verbissene Faszination des Boxens in den Fokus und machen dabei eine harsch-atemberaubende Figur. Ab und an sind es halt die einfacheren Dinge, die stärker in ihren Bann ziehen. Waschechtes Spektakel bietet wiederum unser folgender Streaming-Tipp:

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