Die Zahlen variieren etwas, aber – egal, von wem sie kommen – sie sind kolossal. Während hiesige Quellen von 23,6 Millionen verkauften Kinokarten berichten, waren es laut des US-Branchenmagazins The Hollywood Reporter sogar 27,3 Millionen Deutsche, die 1967 ein Ticket lösten, um „Das Dschungelbuch“ auf der großen Leinwand zu erleben. Wie auch immer: Im Vergleich zu dem Disney-Megaerfolg müssen sich andere Superhits wie „Avatar“ (11,3 Mio.) oder gar „Titantic“ (18,8 Mio.) mit großem Abstand dahinter einreihen. Vom realverfilmten Remake aus dem Jahre 2016 (1,9 Mio.) ganz zu schweigen …
Ihr habt damals kein Ticket gelöst? Dann könnt ihr den Film jetzt immerhin im Fernsehen nachholen: Der Disney Channel zeigt „Das Dschungelbuch“ am 20. Juni 2025 um 20.15 Uhr. Wiederholungen folgen am 22. und 28. Juni um 18.45 Uhr beziehungsweise um 10.45 Uhr. Alternativ könnt ihr den FSK-0-Titel aktuell ohne Aufpreis im Rahmen eures Flatrate-Abos bei Disney+* streamen. Zudem ist er als Blu-ray, DVD und kostenpflichtiges Video-on-Demand zu haben:
"Probier’s mal mit Gemütlichkeit"
„Das Dschungelbuch“ von Regisseur Wolfgang Reitherman („Bernard und Bianca“) war der letzte noch von Walt Disney persönlich produzierte Film des von ihm gegründeten Animationsstudios. Die 1967 erfolgte Premiere erlebte der Kinopionier indes nicht mehr, da er im Dezember des Vorjahres verstarb. Disney war allerdings noch sehr entscheidend an der Entstehung beteiligt. So lehnte er einen ersten Drehbuchentwurf von „101 Dalmatiner“-Autor Bill Peet komplett ab, weil er ihm viel zu düster und für Kinder ungeeignet erschien. Peets Skript hielt sich sehr eng an die Romanvorlage von Literaturnobelpreisträger Rudyard Kipling.
Das danach von Disney beauftragte, später auch für unter anderem „Aristocats“ und „Robin Hood“ verantwortliche Autorenteam Larry Clemmons, Ralph Wright, Ken Anderson und Vance Gerry lieferte eine deutlich losere Adaption ab. Ihre Version steuerte das Abenteuer weit weniger in Richtung Gefahren und legte mehr Wert auf Spaß. In die gleiche Kerbe schlugen auch die daraufhin von Terry Gilkyson sowie den Brüdern Richard M. und Robert B. Sherman komponierten Songs.
„Das Dschungelbuch“ wurde weltweit ein massiver Hit und avancierte zum damals erfolgreichsten Animationsfilm aller Zeiten. Großen Anteil an diesem Ergebnis hatte Deutschland, das in Bezug auf die Ticketverkäufe weltweit nur von den USA überflügelt wurde.
Die Synchronfassung wurde von Heinrich Riethmüller angefertigt, der für Dialogbuch und -regie sowie für die Liedtexte verantwortlich zeichnete. Er ging in Sachen Familienfreundlichkeit und Humor der Dialoge sogar noch deutlich weiter, als es die Originalfassung tat. Auch übersetzte er die Songs nicht einfach eins zu eins, sondern veränderte Aussage und Inhalt teilweise stark.
Das wohl bekannteste Lied etwa, „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“, gesungen vom Bären Balu, hat auf Deutsch eine noch deutlich lockerere, positivere Stimmung als das englische „The Bare Necessities“. Während es in letzterem darum geht, sich mit dem zufriedenzugeben, was man hat, empfiehlt die hiesige Version den Zuhörer*innen, sich zu entspannen und auf diese Weise den Weg zum Glück zu finden.
Allen, die den Film noch nicht kennen und trotz des stimmungsvollen Trailers weiterhin zögern sollten, einzuschalten, empfehlen wir die Lektüre unserer volle 5 von möglichen 5 Sternen vergebenden FILMSTARTS-Kritik. Das Fazit ihres Autors René Mago lautet: „Wer spaßig, kurzweilig und perfekt unterhalten werden will, ist bei ‚Das Dschungelbuch‘ bestens aufgehoben. Untadeliger, rasanter und reichhaltiger kann eine Zeichentrickgeschichte kaum erzählt werden. Ein Klassiker.“
"Das Dschungelbuch": Das ist die Story
Das Findelkind Mogli (deutsche Synchronstimme: Stefan Sczodrok) wird im Dschungel von einem Wolfsrudel großgezogen. Dem mächtigen Tiger Shir Khan (Siegfried Schürenberg, Gesang: Ralf Paulsen) ist der kleine Junge in seinem Urwald jedoch ein gewaltiger Dorn im Auge, weshalb er ihm ans Leben will. Mit Hilfe seines besten Freundes, des Panthers Baghira (Joachim Cadenbach/Gesang: ebenfalls Ralf Paulsen), gelingt Mogli jedoch die Flucht. Nun will er Schutz in einer nicht allzu weit entfernten Menschensiedlung suchen.
Unterwegs treffen die Weggefährten auf den gemütlichen und eigentlich immer gutgelaunten Bären Balu (Edgar Ott), der es sehr bedauert, dass Mogli sich gezwungen sieht, zurück zu den Menschen zu müssen. Sind im Dschungel doch so viele wunderbare Dinge und Tiere zu erleben, die es in der Zivilisation einfach nicht gibt – von einem abgedrehten Affentanz mit Orang-Utan-König Louie (Klaus Havenstein) über eine stolze Elefantenparade bis zur hypnotischen Begegnung mit der Schlange Kaa (Erich Kestin) …
Ihr mögt Animationsfilme mit exzentrischen Tieren in den Hauptrollen? Dann schaut doch gleich auch noch in den folgenden Artikel rein:
Noch vor "Zoomania 2": Im deutschen Trailer zu "Die Gangster Gang 2" gibt es noch mehr tierische Action von den "Shrek"-Machern*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.