Der "Squid Game"-Macher enthüllt: Das bedeuten die letzten Worte von Gi-hun in Staffel 3
Markus Trutt
Markus Trutt
-Redakteur
Vom Spurenverwischen mit Dexter bis zu Weltraum-Abenteuern mit Picard. Markus hat ein Herz für Serien aller Art – und schüttet es gern in Artikeln aus.

Vorsicht, Spoiler zum Finale von „Squid Game“! Protagonist Gi-hun (Lee Jung-jae) bringt zum Schluss des Netflix-Hits das ultimative Opfer – und sendet damit eine kraftvolle Botschaft, auch mit seinen Worten...

Netflix

Am Ende hat Gi-hun (Lee Jung-jae) den Frontmann alias In-ho (Lee Byung-hun) tatsächlich eines Besseren belehrt. In-ho hat während seiner eigenen Teilnahme an den tödlichen Kinderspielen von „Squid Game“ einst jeglichen Glauben an die Menschheit verloren, als er gesehen hat, wozu andere (und auch er selbst) fähig sind, um ein egoistisches Ziel zu erreichen. Er ist überzeugt, dass alle Menschen im Kern letztlich nur an sich selbst denkender „Abschaum“ sind, wenn es zum Äußersten kommt.

Doch Gi-hun hat ihm gleich mehrfach das Gegenteil bewiesen, vor allem an zwei Scheidepunkten: Zunächst hat er sich geweigert, es In-ho gleichzutun und seine Mitstreiter vor der finalen Squid-Game-Runde im Schlaf zu erstechen. Und schließlich opfert er sogar sein eigenes Leben, um das Baby von Jun-hee zu retten. Die Botschaft seiner selbstlosen Tat unterstreicht er dabei noch zusätzlich mit den letzten Worten vor seinem Freitod – mit denen er zudem einen Bogen zum Ende von Staffel 1 schlägt, als der Frontmann ihm eröffnete, dass Menschen für ihn nur Pferde auf einer Rennbahn seien...

"Und wir Menschen..."

„Wir sind keine Pferde. Wir sind Menschen“, gibt der entschlossene Gi-hun zu verstehen und richtet dabei den Blick nicht nur zum Frontmann, sondern direkt in die Kamera und damit zum Publikum selbst. Seinen allerletzten Satz lässt er dann jedoch in der Schwebe: „Und wir Menschen...“ (bzw. „Und Menschen sind...“, wie es in der Übersetzung in einigen anderen Sprachen heißt). Und natürlich ist diese Leerstelle ganz bewusst gesetzt, wie „Squid Game“-Regisseur und -Autor Hwang Dong-hyuk auf Nachfrage von Variety ausführlich erklärte:

„Immer mehr wird mir bewusst, wie schwierig es ist, zu definieren, was der Mensch eigentlich ist. Wir sind sehr komplexe Wesen. Manchmal sind wir voller Hoffnung und Güte im Herzen. Und dann, im nächsten Moment, werden wir von Gier und enormem Egoismus erfüllt. Ich wollte, dass dieser letzte Satz eine Frage an alle Zuschauer*innen ist. Ich wollte, dass sich jeder diese Frage stellt und den Satz für sich selbst zu Ende bringt. Und für Gi-hun dachte ich, wäre es besser, wenn er diesen Satz nicht mit Worten, sondern durch seine Taten vollendet. Und ich denke, aus seiner Sicht hat er den Satz tatsächlich zu Ende geführt, indem er sich selbst opfert und zeigt, wie ein Mensch sein sollte.“

Gi-huns Worte und Taten hinterlassen auch beim Frontmann Eindruck

Es gibt schlichtweg keine einfache Antwort darauf, was der Mensch ist, letztlich muss jede*r das für sich selbst interpretieren. Durch seinen verbal offenen, durch seine Taten dann aber doch mit Nachdruck vollendeten Satz zeigt uns Gi-hun stattdessen die erstrebenswerte Idealvorstellung der menschlichen Werte.

Und all das scheint selbst am desillusionierten In-ho nicht ganz spurlos vorbeizugehen. Zumindest macht er sich im Anschluss an Gi-huns Opfer auf den Weg in die USA, um der Tochter des Verstorbenen dessen Restgewinn aus Staffel 1 zu überlassen. Und als er sieht, dass die Squid-Game-Spiele auch in Amerika schon längst Fuß gefasst haben, scheint er davon nicht gerade begeistert zu sein.

Mehr zu dieser Schlussszene, dem Hollywood-Star-Cameo darin und der möglichen Vorbereitung eines kommenden Spin-offs, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Paukenschlag am Ende von "Squid Game": So bereitet der Superstar-Cameo in Staffel 3 bereits ein Spin-off vor

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