Heute werbefrei im TV: "Härter und angsteinflößender als 'Der weiße Hai'!" – ein Muss für Tierhorror-Fans
Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Mit Wiederholungen von Serien wie "Daktari", "Skippy" und "Flipper" aufgewachsen, sieht Oliver Kube bis heute gern Tiere in Filmen. Hunde sind seine Lieblinge. Pferde, Haie, Bären, Raubkatzen, Nager oder Vögel dürfen es ebenfalls sein.

Monster- und Tierhorror ist euer Ding? Zudem steht ihr auf handgemachte Effekte? Und ein paar fähige, namhafte Schauspieler*innen dürfen ebenfalls dabei sein? Dann sollte schnell klar sein, welchen Film ihr am Abend im Free-TV schaut.

Tierhorror ist eines der beliebtesten Subgenres des Grusel- und Metzel-Sujets. Haifische zählen dabei zu den populärsten Monstern, die auf meist unbedarfte Menschen losgelassen werden. Im 1977 als Antwort auf den enormen Erfolg von Steven Spielbergs „Der weiße Hai“ realisierten „Orca, der Killerwal“ war es allerdings ein noch deutlich größerer und – wie die Filmemacher*innen hofften – noch deutlich furchteinflößender Meeresbewohner.

Arte zeigt „Orca, der Killerwal“ am heutigen 9. Juli 2025 um 20.15 Uhr. Eine Wiederholung folgt in der Nacht vom 11. auf den 12. Juli um 1.15 Uhr. Zudem steht der Film als Gratis-Stream in der Mediathek des Senders zur Verfügung. Alternativ ist er als (4K-)Blu-ray, DVD und kostenpflichtiges Video-on-Demand zu haben:

Falls ihr Amazon-Prime-Kund*in sein solltet, könnt ihr den Titel dort übrigens ebenfalls ohne Aufpreis streamen*. Dazu müsst ihr euch lediglich für den 7-tägigen Gratis-Test des MovieCult-Channels anmelden. Sofern ihr nicht wieder stornieren wollt, werden nach Ablauf des Probezeitraums 3,99 Euro pro Monat fällig.

Härter! Schrecklicher! Angsteinflößender!

Der 1975 in die Kinos gekommene „Der weiße Hai“ ist bis heute die Vorlage für unzählige Filme im Bereich des Tierhorrors. Und dabei beschränken sich die Nachahmer*innen nicht allein auf Filme mit Haien, sondern lassen auch alle möglichen anderen Kreaturen gegen sich meist naiv oder dusselig, gelegentlich aber auch geradezu bösartig benehmende Menschen antreten.

Diese Praxis, dem Werk von Meisterregisseur Steven Spielberg nachzueifern, begann nahezu umgehend nach dessen Erscheinen. Als Produzenten-Legende Dino De Laurentiis („Conan der Barbar“, „Flash Gordon“) „Der weiße Hai“ zum ersten Mal sah, rief er schwer beeindruckt noch in derselben Nacht einen seiner zuverlässigsten Drehbuchschreiber an, um einen Film in die Wege zu leiten, der diesem Konkurrenz machen könnte: Luciano Vincenzoni, den Autor von unter anderem „Zwei glorreiche Halunken“.

Doch Di Laurentiis wollte nicht einfach nur eine Kopie von „Der weiße Hai“ drehen. Sein Ehrgeiz war es, diesen in Bezug auf die Action und den Angstfaktor beim Publikum noch zu toppen. So lautete seine Anweisung an Vincenzoni und den kurz darauf zur Unterstützung engagierten Sergio Donati („Spiel mir das Lied vom Tod“): „Findet mir einen Fisch, der noch härter, noch schrecklicher und noch angsteinflößender ist als ein weißer Hai!“

Nun, mit einem Fisch konnte das Autorenduo trotz intensiver Suche nicht dienen. Nach einer Konsultation bei Vincenzonis Bruder Adriano, einem ausgewiesenen Zoologie-Experten, kam man allerdings auf einen Schwertwal, auch bekannt als Orca oder Killerwal. Die bis zu zehn Meter langen Meeressäuger greifen in der Regel keine Menschen an, sondern jagen eher Robben oder kleinere Wale und Delfine. Allein aufgrund ihrer Größe, ihres einzigartigen Aussehens und ihrer beeindruckenden Zahnreihen erschienen sie den Machern allerdings als geeignet. So einigte man sich auf dieses Tier als Antagonisten für den mit einem für damalige Verhältnisse durchaus üppigen Budget von 7,5 Millionen Dollar anzufertigenden Film.

Orca, der Killerwal
Orca, der Killerwal
Starttermin 15. Dezember 1977 | 1 Std. 35 Min.
Von Michael Anderson
Mit Richard Harris, Charlotte Rampling, Will Sampson
User-Wertung
3,2

Für die Inszenierung wurde Michael Anderson engagiert, der sich unter anderem mit dem Abenteuer-Hit „In 80 Tagen um die Welt“ und dem heutigen Sci-Fi-Klassiker „Flucht ins 23. Jahrhundert“ einen guten Namen gemacht hatte. Als Stars wurden die Edelmim*innen Richard Harris („Ein Mann, den sie Pferd nannten“) und Charlotte Rampling („Dune“) verpflichtet, die Unterstützung durch Robert Carradine („The Big Red One“), „Einer flog übers Kuckucksnest“-Veteran Will Sampson und das damalige Sex-Symbol Bo Derek („Die Traumfrau“) erhielten.

Das Ergebnis ihrer Arbeit ist ein durchgehend unterhaltsamer Streifen mit glaubhafter Atmosphäre sowie einigen beeindruckend gedrehten Action- und Schockmomenten. Weil man sich in Bezug auf die Story schamlos und offensichtlich sehr stark bei „Der weiße Hai“, aber auch beim Literatur-Monument „Moby Dick“ bediente, fielen die damaligen Kritiken recht negativ aus. Ebenso wurde die Verfälschung und Vermenschlichung des Verhaltens des tierischen Titelstars beklagt. Diese Reaktionen hatten sicher einen Anteil daran, dass der Film an den globalen Kinokassen zwar das Doppelte seines Budgets einspielte, aber letztlich doch weit von dem durchschlagenden Erfolg entfernt war, den Produzent De Laurentiis sich versprochen hatte.

Dennoch: Wer mit den genannten Kritikpunkten leben kann (was angesichts der anderen Qualitäten des Films wirklich nicht allzu schwierig ist, findet der Autor dieser Zeilen), wird als Fan des Genres auch fast 50 Jahre später noch Spaß an „Orca, der Killerwal“ haben.

Darum geht’s in "Orca, der Killerwal"

Da Tierparks bereit sind, für ein Exemplar viel Geld zu zahlen, hat es sich der kanadische Walfängerkapitän Nolan (Richard Harris) in den Kopf gesetzt, einen Orca dingfest zu machen. Obwohl Meeresbiologin Rachel Bedford (Charlotte Rampling) ihn eindringlich vor den Gefahren des Unterfangens warnt, sticht Nolan mit seiner erfahrenen Besatzung ins Meer.

Als sie auf einen Schwarm der sogenannten „Killerwale“ treffen, harpuniert die Crew versehentlich ein trächtiges Weibchen. Im Kampf um ihre Freiheit reißt sie sich dabei an der Schiffsschraube den Bauch auf. Als Nolan und seine Leute das Tier mit ihrer Hydraulik an Bord hieven, verliert es sein Ungeborenes und verblutet dank der ihm zugefügten Verletzungen elendig.

Der männliche Gefährte der Orcakuh hat vom Wasser aus alles mitangesehen und sinnt nun offenbar auf Vergeltung. Als die Seeleute wieder an Land sind, beginnt der Walbulle, ihr Fischerdorf zu terrorisieren, und startet einen gnadenlosen Rachefeldzug. Schließlich muss sich Nolan – auch auf Drängen der Bewohner – dem Tier stellen und folgt ihm ins Eismeer, wo es schließlich zum finalen Showdown kommt …

Mit „Dangerous Animals“ wird noch in diesem Sommer ein vielversprechend aussehender Haihorror in den deutschen Kinos gezeigt. Infos zum Film und natürlich auch den Trailer gibt es im folgenden Artikel:

Hai-Horror trifft Serienkiller-Thriller: Deutscher Trailer zu "Dangerous Animals" mit Stars aus "Yellowstone" und "Terminator"

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