Sam Peckinpah war von den 1960ern bis in die 1980er hinein einer der wichtigsten Regisseure des US-Kinos. Aufgrund der oft ausufernd expliziten, gern in Zeitlupe inszenierten Gewaltdarstellungen in seinen Werken wurde er „Bloody Sam“ genannt. Peckinpah ist bis heute berühmt für brillante Western wie „The Wild Bunch“ und „Pat Garrett jagt Billy The Kid“, intensive Thriller à la „Getaway“ und „Wer Gewalt sät“ sowie gnadenlos realistische Kriegsfilme vom Schlage „Steiner - Das Eiserne Kreuz“.
Der erste Peckinpah-Film, den ich als Kind im Fernsehen schauen durfte, war jedoch „Convoy“ – vor allem, weil meine Mutter eine Bewunderin des als Hauptdarsteller agierenden Country-Sängers Kris Kristofferson („Blade“) war. Bis heute ereilen mich angenehme Erinnerungen an diese erste Sichtung, wenn ich auf der Autobahn oder an einer Raststätte eine Ansammlung tonnenschwerer Lkws sehe.
Doch der Mix aus Thriller, Action, Komödie und ein wenig Romantik ruft mehr als nostalgische Gefühle in mir hervor. Denn er ist bis heute ein treffsicherer Beleg für das inszenatorische Genie seines Machers. Deshalb möchte ich euch dringend empfehlen, ihn am Abend im Free-TV einzuschalten: „Convoy“ wird am 18. Juli 2025 um 22.45 Uhr werbefrei im BR Fernsehen gezeigt.
Falls euch der Termin nicht passen sollte, gibt es bei Online-Händlern Blu-rays oder DVDs zu bestellen. Wahlweise steht der FSK-12-Titel dort auch als kostenpflichtiges Video-on-Demand zum Streamen bereit:
Trucker gegen Cops
Ich bin mir sicher, ihr werdet viel Spaß am unweigerlich auf einen großen Showdown zusteuernden Aufbau der Story haben. Unbedingt sehenswert beziehungsweise hörenswert sind auch das coole Auftreten und die Sprüche von Kris Kristofferson samt seiner Kolleg*innen Burt Young („Rocky“), Madge Sinclair („Der Prinz aus Zamunda“) und Franklyn Ajaye („Car Wash“), die fast comichafte Bosheit der Figur von Ernest Borgnine („Das dreckige Dutzend“), der Charme von „Getaway“-Star Ali MacGraw und nicht zuletzt die herrlich in der Sommersonne funkelnden, 18-rädrigen Ungetüme.
Das Studio United Artists wollte mit „Convoy“ von der damaligen Popularität solcher Filme wie „Ein ausgekochtes Schlitzohr“, „Breaker! Breaker!“ oder „Cowboy mit 300 PS“ profitieren, die sich allesamt um CB-funkende Trucker drehten, und hoffte, einen launigen Blockbuster zu landen. Und genau das lieferte Peckinpah, der hier einige für ihn ungewöhnlich leichte Momente einbaute und den größten Box-Office-Hit seiner an Höhepunkten wahrlich nicht armen Karriere erreichte. Trotzdem gelang es ihm, bei all dem Spaß sehr pointiert Kritik an Polizeiwillkür und dem speziell im Süden der USA sehr verbreiteten Rassismus zu üben.
Der Film, dessen Drehbuch (Bill L. Norton, „Die Aufreißer von der Highschool“) vom gleichnamigen Song des Country-Sängers C. W. McCall inspiriert war, bietet neben den tollen Bildern und der mitreißenden Geschichte um Freundschaft und Gerechtigkeit zudem einen großartigen Soundtrack. Zu hören sind dabei stilechte, sich perfekt ins Geschehen einfügende Songs von Stars wie Kenny Rogers, Merle Haggard, Glen Campbell, Crystal Gayle und Billie Jo Spears. Seid ihr dabei?
"Convoy": Das ist die Story
Im US-Bundesstaat Louisiana herrscht Krieg zwischen der Polizei und den die Highways und Landstraßen rauf und runter bretternden Truckern. Letztere sind die Gängelei und laufende Belästigung – ganz zu schweigen von den ihrer Meinung nach meist völlig zu Unrecht ausgestellten Strafzetteln – satt, als der Konflikt auf einem Rastplatz in eine Kneipenschlägerei ausartet.
Die Fernfahrer um ihren Anführer Martin Penwald (Kris Kristofferson), dessen CB-Funkname „Rubber Duck“ lautet, gehen als Sieger aus der Hauerei hervor, müssen aber nun vor der alarmierten Verstärkung der Gesetzeshüter türmen. Über Funk beginnen die Trucker, sich daraufhin im großen Stil zusammenzuschließen. Sie bilden einen Konvoi und wollen so gemeinsam aus Louisiana flüchten.
Eingehüllt in Staub und Dieselqualm rollt die Kolonne auf die Staatsgrenze zu, als sich ihnen immer mehr Lkws aus Solidarität anschließen. Doch Sheriff Wallace (Ernest Borgnine) und seine Cops lassen nicht locker. Durch Lügen und drastischere Maßnahmen versuchen sie, die Trucker gegeneinander auszuspielen. Als das nicht fruchtet, lässt Wallace eine durch Panzerfahrzeuge gesicherte Straßensperre errichten …
Falls ihr danach noch Lust haben solltet, einen deutlich neueren, aber ebenfalls richtig guten Film mit dem leider 2024 verstorbenen Kris Kristofferson zu sehen, dann schaut doch mal in den folgenden Streaming-Tipp rein:
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