„Klug geschrieben, selbstbewusst inszeniert, exzellent gespielt – das ist europäisches Kino der Spitzenkasse“, lautet das Fazit der offiziellen FILMSTARTS-Kritik zu „Königin“. Das dänische Erotik-Drama aus dem Jahr 2019, das von einer Affäre erzählt, die sämtliche gesellschaftlichen Normen sprengt, wurde von der Presse nahezu einhellig gefeiert – und machte deutlich, woran es erfolgreichen Reihen wie „Fifty Shades Of Grey“ oder „365 Days“ auf Netflix fehlte.
Mit „Im letzten Sommer“ startete vergangenes Jahr ein französisches Remake in den deutschen Kinos. Auch wenn es nicht ganz die Wucht des dänischen Originals erreicht, ist der Film von Catherine Breillat („Sleeping Beauty“) dennoch überaus sehenswert. Ihr habt ihn bislang verpasst? Dann bietet sich heute, am 4. August, eine gute Gelegenheit: „Im letzten Sommer“ feiert seine Free-TV-Premiere – um 22 Uhr auf arte. Werbefrei!
Darum geht's in "Im letzten Sommer":
Anne (Léa Drucker) führt mit ihrem Ehemann Pierre (Olivier Rabourdin) ein geregeltes, bürgerliches Leben in einem großen Haus außerhalb von Paris. Als renommierte Anwältin für Familienrecht setzt sie sich beruflich für missbrauchte oder vergewaltigte Jugendliche ein.
Doch ihre Welt gerät aus den Fugen, als Théo (Samuel Kircher), Pierres 17-jähriger Sohn aus erster Ehe, nach einem Vorfall in der Schule zu ihnen zieht. Théo wirkt anfangs verschlossen, rebellisch, schwer greifbar. Doch Anne findet Zugang zu ihm. Zunächst emotional, schließlich auch körperlich. Es entwickelt sich eine Affäre zwischen ihr und ihrem Stiefsohn – ein moralischer und psychologischer Abgrund tut sich auf.
Großes Arthaus-Kino – getragen von einer überragenden Hauptdarstellerin
Die offizielle FILMSTARTS-Kritik vergab starke 4 von 5 Sternen. Unser Autor Michael Meyns resümiert:
„Mit einer herausragenden Léa Drucker inszeniert Catherine Breillat mit ‚Im letzten Sommer‘ einen vorgeblichen Skandalfilm. Aber die Affäre zwischen einer 50-Jährigen und ihrem 17-jährigen Stiefsohn ist nur der Ausgangspunkt für eine in den besten Momenten harte und genau beobachtete Studie bourgeoisen Verhaltens und einer Frau, die sich erst nimmt, was sie will, und dann alles tut, um ihr bürgerliches Leben zu verteidigen.“
Dass „Im letzten Sommer“ so eindringlich unter die Haut geht, ist vor allem Léa Drucker zu verdanken, die ihrer Figur eine noch größere Ambivalenz verleiht als einst Trine Dyrholm in „Königin“. Ihre innere Zerrissenheit angesichts der verbotenen Anziehung auf der einen Seite und die kalkulierte Kälte einer erfahrenen Juristin auf der anderen, die genau weiß, wie Menschen manipulierbar sind, geben dem Thema rund um Macht, Missbrauch und Kontrolle eine erschütternd neue Tiefe – und Léa Drucker spielt das mit einer Wucht, die schlicht überwältigt.
Ihr seid auf der Suche nach weiteren Highlights? Dann haben wir einen Streaming-Tipp auf Lager, den ihr euch keinesfalls entgehen lassen solltet: