Mit „Der Weiße Hai“ (im Original „Jaws“) schuf Regie-Legende Steven Spielberg einen Film für die Ewigkeit. Dank seiner Spannungsdramaturgie und der beeindruckenden Spezialeffekte entwickelte sich der Thriller zum Welterfolg – es war der Beginn der Blockbuster-Ära. Erstmals wurden bei einem Film in großem Umfang außerdem Lizenzen für den späteren Verkauf von Konsumartikeln und Alltagsgegenständen vergeben. Pullis, Tassen, Poster, Bücher oder Spielzeuge mit den Filmfiguren und natürlich dem monströsen Filmhai waren der letzte Schrei.
Doch nicht nur der Hai mit seinem aufgerissenen Maul zierte etliche dieser Merch-Artikel. Auch der Fischkutter Orca ist bis heute Millionenfach auf T-Shirts und Bettwäschen zu bewundern. Das Boot des Fischers Quint (Robert Shaw) ist mittlerweile fast ebenso bekannt wie der Hai selbst, schließlich stellen sich Polizeichef Martin Brody (Roy Scheider) und Ozeanograf Matt Hooper (Richard Dreyfuss) vom Schiff aus dem Monster aus der Tiefe. Umso bedauerlicher ist das Schicksal, das der Orca einige Zeit nach Drehschluss widerfuhr. Selbst Steven Spielberg war geschockt!
Beliebte Touristenattraktion
Im Gegensatz zu den Hai-Modellen blieb das schwimmende Filmset der Nachwelt vorerst erhalten. Die Orca wurde nach Drehschluss auf dem Gelände der Universal ausgestellt. Das Studio schuf nach dem Megaerfolg des Films eine „Jaws“-Themenpark-Attraktion. Das Boot, das im Film wesentlich häufiger zu sehen ist als der Hai, erfreute sich hierbei besonderer Beliebtheit. Im Übrigen auch bei Spielberg selbst, wie er in einem Interview mit Collider betonte:
„Ab und zu besuchte ich die Orca. Ich saß dann einfach im Steuerhaus oder in einer der Kabinen, ging die paar Stufen hinunter, wo all die Rettungswesten hingen […] und habe dann einfach in Erinnerungen geschwelgt.“ Laut Spielberg habe ihm die Zeit auf dem Boot geholfen, Demut zu empfinden und auf diese Weis seine Dankbarkeit zu zeigen. Schließlich brachte „Der weiße Hai“ die Karriere des damals erst 28-jährigen Filmemachers erst so richtig in Schwung.
"Wir zerlegten es mit Axt und Kettensägen"
Eines Tages, bei einem erneuten Besuch der Orca, war der Schock für Spielberg groß. „Das Boot war weg! Ich rief den Leiter des Studiogeländes an und fragte ihn: ‚Was ist mit der Orca passiert?‘ Er sagte: „Nun, es verrottete einfach nur, also nahmen wir eine Axt und ein paar Kettensägen und machten daraus Bauholz.‘“
Universal Pictures
Und tatsächlich war die Orca ohne Spielbergs Wissen zwischenzeitlich zerstört worden. Der Regisseur war, verständlicherweise, ziemlich außer sich. Nach eigener Aussage machte er seinem Ärger am Telefon mit dem Filmpark-Leiter Luft. Die Studiomitarbeiter „retteten“ zwar noch einige Schiffsschrauben, die man Spielberg übergab. Aber diese überschaubaren Überbleibsel der legendären Bootskulisse waren für Spielberg vermutlich nur ein kleiner Trost.
Wohl nur wenige Filmfans können sich vorstellen, wie der Film ausgesehen hätte, wenn nicht Steven Spielberg auf dem Regiestuhl gesessen hätte. Doch fast wäre es tatsächlich dazu gekommen – wenn der von den Produzenten eigentlich favorisierte Regisseur den Hai nicht ständig mit einem Wal verwechselt hätte. Lest hier die ganze Geschichte:
"Ich dachte schon: Das war's": Steven Spielberg wäre die Regie von "Der weiße Hai" beinahe weggeschnappt worden