Auch ein Zocker: Steven Spielbergs Lieblings-Videospiel-Franchise passt überraschend gut zu seinem filmischen Stil
Jaroslav Sebov
Jaroslav Sebov
-Freier Autor
Erholt sich immer noch von der 8. Staffel "Game Of Thrones" und vertreibt sich die Zeit mit allerhand Fandoms wie "Star Wars", "The Witcher" und "Der Herr der Ringe". Findet, kein anderer Film verdient einen zweiten Teil mehr als "Master And Commander".

Hollywoods Meisterregisseur Steven Spielberg ist ein bekennender Gamer – aber es sind nicht etwa Sci-Fi- und Abenteuer-Spiele, die ihn reizen. Lieber erlebt er Geschichten eines ganz bestimmten Genres aus der Ego-Perspektive.

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Wenn jemand ein Fan von Fantasy, Außerirdischen und mutigen Helden ist, dann doch wohl Steven Spielberg. Man könnte meinen, der Regisseur von „Jurassic Park“, „E.T.“ und „Indiana Jones“ würde sich am liebsten in virtuellen Sci-Fi-Welten verlieren oder epische Story-Games wie „Uncharted“ spielen. Doch die Wahrheit überrascht: Spielberg zockt bevorzugt Call of Duty – und zwar mit voller Leidenschaft und aus einem Grund, der nicht unbedingt auf der Hand liegt.

"Spiel lieber die Kampagne!" Was Spielberg an "Call Of Duty" reizt

In einem Interview mit MinnMax verriet Steven Spielbergs Sohn Max Spielberg, selbst Game-Designer, dass sein Vater ein echter PC-Gamer sei – mit klaren Vorlieben. Konsolen? Fehlanzeige. „Er weigert sich, einen Controller in die Hand zu nehmen“, erzählt Max. Stattdessen setzt Spielberg ganz auf Maus und Tastatur. Ein Treffen mit Super-Mario-Erfinder Shigeru Miyamoto und ein Match in „Wii Sports Tennis“ waren wohl charmante Ausnahmen, offenbart der Junior weiter.

Obwohl er bei den Fans umstritten ist: Darum liebt Steven Spielberg diesen "Star Wars"-Film ganz besonders!

Auch „Uncharted“, das wie ein spielbarer Indiana-Jones-Film daherkommt, konnte Steven nicht wirklich begeistern – obwohl er die Parallelen anerkennt. Stattdessen verlässt er sich auf Max’ Empfehlungen, wenn es um gute Ego-Shooter geht. Dabei geht es ihm aber nicht etwa um Multiplayer-Rambos oder Twitch-Reaktionen – sondern um die Geschichten. „Er liebt die Kampagnen“, so Max – also das Element, das ein Spiel fast zu einem Film macht.

Krieg und persönliche Pespektiven: Themen, die Spielberg im Film und Spiel beschäftigen

Die Faszination für „Call of Duty“ und vor allem die darin erzählten Kriegsgeschichten ergibt Sinn, wenn man Spielbergs filmisches Gesamtwerk betrachtet. Denn neben fantasievollen Blockbustern wie „E.T.“ und „Indiana Jones“ finden sich darin vor allem historische Dramen und Kriegsfilme. Schindlers Liste, Lincoln und vor allem Der Soldat James Ryan – alles Filme, die Krieg nicht nur inszenieren, sondern emotional aufladen, aus persönlichen Perspektiven zeigen. Und „Call of Duty“ schlägt abseits des reinen Shooter-Geschehens in eine ähnliche Kerbe: Die Kampagnen sind oft aufwendig inszeniert, dramatisch erzählt, emotional dicht.

Vor allem die frühen Teile wie „Call of Duty 2“ und „World At War“ bieten Krieg aus Soldatenperspektive – realistisch, schmutzig, bedrückend. Eine Art interaktives Kriegsdrama. Sogar der aktuelle Teil „Black Ops 6“ greift mit dem Setting in der Operation Desert Storm erneut auf historische Motive zurück. Dass Spielberg diese Erzählweise schätzt, liegt auf der Hand, verwendet er sie doch oft selbst in seiner Filmsprache.

Und wer sich schon immer einmal gefragt hat, welche Filme zu Spielbergs absoluten Favoriten gehören, der sollte in den folgenden Artikel reinlesen:

Viele Klassiker und zwei Comic-Spektakel: Regie-Legende Steven Spielberg nennt die 20 besten Filme aller Zeiten

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