Mit „City Of God”, in dem es um die tragische Gewalt in den Elendsvierteln Braisiliens geht, schuf Regisseur Fernando Meirelles wohl eines der elektrisierendsten Werke der 2000er Jahre. Er wurde dafür mit dem Oscar für die beste Regie gewürdigt und katapultierte sich quasi über Nacht in den Sternenhimmel der internationalen Filmszene.
Auch sein nächster großer Film, „Der ewige Gärtner", ist erneut eine Literaturverfilmung – und basiert auf dem gleichnamigen Bestseller* von John le Carré, dem Altmeister der Spionageliteratur, der hier ausnahmsweise nicht den Kalten Krieg, sondern Pharmakonzerne und deren skrupellose Machenschaften ins Visier nimmt.
Analog zur Buchvorlage ist Mereilles Adaption ein interessanter Clash aus Spionage- und Politthriller geworden – beinhaltet dabei aber auch eine starke emotionale Komponente in Form einer Liebesgeschichte, die im Buch nicht ganz so stark ins Gewicht fällt. Das Ganze trifft dann noch auf beinah schon poetisch anmutende Landschaft- und Naturaufnahmen Afrikas, was den Film umso interessanter macht. Euch selbst von dem Film überzeugen könnt ihr heute Abend, wenn „Der ewige Gärtner" um 20.15 Uhr auf arte läuft.
Wer es heute nicht schafft, hat im Nachgang zwei Wochen lang die Möglichkeit, den Film in der arte-Mediathek zu streamen – alternativ gibt es ihn auch im Abo bei Netflix oder bei Amazon Prime Video zu leihen bzw. zu kaufen.
Zwischen Liebe und Thrill in Afrika
Der britische Diplomat Justin Quayle (Ralph Fiennes) lebt mit seiner Frau Tessa (Rachel Weisz) in Kenia. Als Tessa brutal ermordet wird, scheint es zunächst ein gewaltsamer Überfall zu sein – doch als Justin beginnt, Nachforschungen anzustellen, wird schnell klar, dass mehr dahintersteckt: Denn offenbar stand Tessa vor ihrem Tod kurz davor, einen Pharmaskandal mit illegalen und tödlichen Medizintests an Menschen aufzudecken. Auf der Suche nach Antworten begibt Justin sich selbst in Todesgefahr...
Ralph Fiennes, der später als Lord Voldemort in „Harry Potter" das Schrecken lehren sollte, zeigt hier seine verletzliche, zarte Seite – und hätte eigentlich schon für seinen verunsicherten Blickwechsel mit Rachel Weisz, wenn sie ihn bittet, mit nach Afrika kommen zu können, eine Oscar-Nominierung verdient. Bekommen hat den Goldjungen am Ende allerdings Rachel Weisz für ihre Leistung als beste Nebendarstellerin – zurecht, denn sie performt die Aktivistin Tessa mit einnehmender Präsenz.
Zusätzlich war „Der ewige Gärtner" für das beste Drehbuch, den besten Schnitt und die beste Filmmusik nominiert, ging aber neben großen Werken wie „Brokeback Mountain" oder „L.A. Crash" unter. Dabei hätte gerade die Regie- und Kameraarbeit hier noch mehr Anerkennung verdient – das Verweben verschiedener Ebenen – realistischer Aufnahmen mit poetischen Landschaftsbildern ist doch recht bemerkenswert.
Für welche Rolle Ralph Fiennes sich aktuell ordentlich Muskelmasse antrainiert hat, könnt ihr hier nachlesen:
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