Der von „Cat Ballou“-Regisseur Elliot Silverstein inszenierte Western „Ein Mann, den sie Pferd nannten“ machte neben seinem exzellenten Hauptdarsteller Richard Harris („Gladiator“) vor allem durch zwei Besonderheiten auf sich aufmerksam. Die eine waren die fast schon in Richtung knallharter Folter-Horror-Streifen tendierenden körperlichen Qualen, die der Titelheld im Laufe der Handlung durchleben musste. Über die andere Sache klären wir euch im hinteren Teil dieses Artikels auf. Hier kommen jetzt erst einmal die Zahlen und Fakten zur heutigen TV-Ausstrahlung.
„Ein Mann, den sie Pferd nannten“ läuft am heutigen 26. September 2025 um 22.50 Uhr im BR Fernsehen. Alternativ könnt ihr den Titel aktuell gratis bei Plex oder ohne Aufpreis im Rahmen des Flatrate-Abos von JoynPLUS+* streamen. Zudem ist er als Blu-ray, DVD und kostenpflichtiges Video-on-Demand zu haben:
Falls ihr Amazon-Prime-Kund*in sein solltet, könnt ihr den Klassiker dort übrigens ebenfalls kostenlos streamen*. Dazu müsst ihr euch lediglich für den siebentägigen Gratistest des Kabel-Eins-CLASSICS-Channels anmelden. Sofern ihr nicht wieder stornieren wollt, werden nach dem Probezeitraum 3,99 Euro pro Monat fällig.
Neben Richard Harris zählten Judith Anderson („Star Trek 3: Auf der Suche nach Mr. Spock“), Manu Tupou („Payback - Zahltag“), die 1964 zur Miss Universe gekürte Corinna Tsopei („Das Tal der Puppen“), Dub Taylor („Pat Garrett jagt Billy The Kid“) und James Gammon („Nash Bridges“) zum Cast.
"Ein Mann, den sie Pferd nannten": Das ist die Story
1825: Etwas arg blauäugig glaubt der englische Lord John Morgan (Richard Harris), dass der Wilde Westen Nordamerikas ein prima Ort sei, um einen Abenteuerurlaub zu machen. Als er in Gefangenschaft des Stammes der Lakota-Sioux gerät, ist das natürlich weit mehr Action, als er sich hat träumen lassen. Seine Kidnapper behandeln den weißen Mann zudem mit sehr wenig Respekt. So zwingen sie ihn, alle möglichen Arten von niederen Arbeiten für sie zu verrichten.
Im Laufe seines unfreiwilligen Aufenthaltes bei den Ureinwohnern steigt er dank seiner Zähigkeit sowie des offensichtlichen Respektierens und Annehmens ihrer Sitten jedoch immer mehr in deren Achtung. Vor allem sein erfolgreicher Kampf gegen zwei Krieger der feindlichen Shoshonen eröffnet Morgan irgendwann sogar die Möglichkeit, ein vollwertiges Mitglied ihrer Gemeinschaft zu werden.
Bevor es so weit ist, muss der Adlige allerdings ein von extremen körperlichen Qualen begleitetes Aufnahmeritual überstehen. Als Lohn für sein Durchhalten wird ihm dabei aber nicht nur eine erhebliche Verbesserung seines Status innerhalb des Stammes in Aussicht gestellt, sondern auch die Hand von Running Deer (Corinna Tsopei), der attraktiven Schwester von Häuptling Yellow Hand (Manu Tupou) …
Ein ziemlich anderer Western
Das Drehbuch von Jack DeWitt („Ein Mann in der Wildnis“) basierte auf einer in der deutschen Übersetzung „Sein Name war Pferd“ betitelten Kurzgeschichte von Autorin Dorothy M. Johnson („Der Mann, der Liberty Valance erschoss“). Der daraus resultierende Film war der erste große Western, der versuchte, die Ureinwohner*innen als Protagonist*innen zu präsentieren und ihre Kultur zu würdigen, anstatt sie einfach nur als eindimensionale Bösewicht*innen zu verheizen.
Diverse Angehörige des Stammes der Sioux merkten damals kritisch an, dass der Film aus kommerziellen Beweggründen ja immer noch einen weißen Hauptdarsteller gehabt hätte und auch diverse Bräuche verfälscht wurden, um sie besser in das Narrativ einbauen zu können. „Ein Mann, den sie Pferd nannten“ betrat dennoch mutig Neuland, indem er lange Passagen zeigte, in denen die Ureinwohner*innen ihre eigene Sprache sprechen durften. Außerdem erschienen sie trotz einiger für viele von uns grausam anmutender Rituale als nahezu durchgehend sympathisch.
Beide Phänomene gab es zuvor noch nie in einem Hollywood-Werk zu sehen. Für ein damals – der Film kam 1970 in die Kinos – wie heute oft sehr reaktionäres Genre war das geradezu revolutionär. Auf diese Art avancierte der Film zum Vorläufer für beispielsweise Kevin Costners Meisterwerk „Der mit dem Wolf tanzt“, Walter Hills „Geronimo“, „Der letzte Mohikaner“ von Michael Mann oder Terrence Malicks „The New World“.
Einen anderen Western-Klassiker empfehlen wir euch im folgenden Streaming-Tipp:
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Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.