Oscar-Preisträger Guillermo del Toro („Shape Of Water“) ist in aller Munde. Ende August feierte seine lang herbei gesehnte „Frankenstein“-Version Weltpremiere beim Filmfest von Venedig – mit gemischten Reaktionen bei den Kritikern. Die gespaltenen Meinungen von „prächtig“ und „poetisch“ bis hin zu „überladen“ und „oberflächlich“ dürften die Vorfreude und Spannung unter del-Toro-Fans bis zum offiziellen Start auf Netflix am 7. November 2025 noch weiter angeheizt haben.
FILMSTARTS-Chefredakteur Christoph Petersen war jedenfalls begeistert und feiert del Toros Version von Mary Shelleys Schauerroman in seiner „Frankenstein“-Kritik als „überwältigend monumental“. Die Zusammenarbeit vom Großmeister des fantastischen Kinos und Netflix geht unterdessen nahtlos weiter:
Aktuell bereitet der Streamingdienst die Verfilmung von „The Boy In The Iron Box“ vor, die Adaption einer 2024 kurioserweise auf Amazon veröffentlichten, sechsteiligen Hörbuch-Horrorgeschichte von del Toro und Autor Chuck Hogan („The Strain“) vor. Die Chancen stehen ausgezeichnet, dass Freunde des gepflegten Grusels bei dem von del Toro produzierten Film voll auf ihre Kosten kommen – denn der Regisseur des Films zeichnet für einen der größten Horror-Geheimtipps der letzten Jahre verantwortlich!
Psycho-Horror trifft auf Thriller: Gefeiertes Horror-Debüt
Wie The Hollywood Reporter berichtet, wird David Prior bei „The Boy In The Iron Box“ auf dem Regiestuhl Platz nehmen und auch das Drehbuch schreiben. Der Mix aus übernatürlichem Horror und psychologischem Thriller ist Priors zweite Regie-Arbeit nach dem gefeierten „The Empty Man“ (aus dem auch das Titelbild dieses Artikels stammt), der unter Horror-Liebhabern schon jetzt Kultstatus besitzt und erst auf Silberscheibe und als Video on Demand so richtig populär wurde.
Priors Debüt erwies sich als provokativer, mit übernatürlichen Elementen und unerwarteten Wendungen angereicherter Indie-Horror-Trip. In der beklemmenden Eröffnungssequenz bringen die zerklüfteten, lebensgefährlichen Himalaja-Bergwelten den Tod.
Auf einem ähnlich abgelegenen, von Schnee bedeckten Gipfel muss eine Gruppe von Söldnern am Beginn von „The Boy In The Iron Box“ notlanden. Schutz finden sie in einer alten Festung, die jedoch ein düsteres Geheimnis birgt. In einer versteckten Grube finden die Männer eine in Ketten gewickelte Kiste mit einer unheimlich-übernatürlichen Macht im Inneren. Bald darauf brechen schreckliche Ereignisse über sie herein.
Wie in „The Empty Man“ geht es also auch in „The Boy In The Iron Box“ um unbekannte Mächte und eine unheilvoll-rätselhafte Atmosphäre, womöglich ebenso durchdrungen von philosophischen Verweisen und Folklore. Von Vorteil dürfte in jedem Fall sein, dass Prior schon früher erfolgreich mit del Toro zusammengearbeitet hat: Für des Meisterregisseurs Netflix-Horror-Anthologie-Serie „Cabinet Of Curiosities“ inszenierte Prior die dritte Episode „The Autopsy“.
Stars aus "Jurassic Park", "Die nackte Kanone" und "Es"
Zudem wurden die Hauptdarsteller des Films bekannt gegeben. Es handelt sich bei den Beteiligten um namhafte und etablierte Hollywood-Gesichter, die aktuell in so manch kassenträchtigem Blockbuster zu sehen sind:
Den Anführer der Gruppe spielt Rupert Friend („Jurassic World: Die Wiedergeburt“), dessen denkwürdiger Auftritt als schmieriger, schwerreicher und sexistischer Russe im KI-Horrorstreifen „Companion“ vielen Horror-Fans noch in bester Erinnerung sein dürfte. Neben Friend sind Kevin Durand („Planet der Affen: New Kingdom“, „Die nackte Kanone“) und Jaeden Martell („Es Kapitel 2“, „Knives Out“) in weiteren Rollen bestätigt.
Ein Netflix-Starttermin für „The Boy In The Iron Box“ steht noch aus, die Dreharbeiten sollen aber bereits im Oktober 2025 beginnen.
Es ist mittlerweile 17 Jahre her, dass del Toro ursprünglich als Regisseur für einen Marvel-Blockbuster vorgesehen war. 2008 verließ er das Projekt jedoch zugunsten einer (geplanten) Fantasy-Verfilmung – die am Ende ebenfalls nicht mit del Toro als Mann auf dem Regiestuhl zu Stande kam. Lest hier die ganze Geschichte:
Diesen Marvel-Hit sagte Meisterregisseur Guillermo del Toro ab – für einen Film, der nie zustande kam