Da war doch was! Für eine gewisse Zeit sah es ganz so aus, als würde Guillermo del Toro Peter Jacksons Erbe übernehmen und für die „Hobbit“-Filme als Regisseur verantwortlich zeichnen. Ab 2008 galt der mexikanische Auteur als Hauptverantwortlicher der „Hobbit“-Filme, derer seinerzeit zunächst noch zwei geplant waren. Gemeinsam mit Peter Jackson, der sich im Vorjahr dazu bereiterklärt hatte, dem Projekt als ausführender Produzent erhalten zu bleiben, sowie Fran Walsh und Philippa Boyens arbeitete del Toro jahrelang an Drehbüchern, die im Zuge intensiver Zusammenarbeit erhebliche Änderungen unterliefen. Bekanntlich wurde aus dem Projekt nichts, del Toro verkündete im Mai 2010, nach anhaltenden Verzögerungen aufgrund verschiedener Rechtstreitigkeiten zwischen MGM, Warner und Jackson, seinen Rückzug.
Marvel oder Mittelerde - oder nichts von beidem
So weit, so bekannt. Doch was vielleicht weniger Leute auf dem Schirm haben, ist, dass del Toro, der sich zu diesem Zeitpunkt bereits einen Namen gemacht hatte – zunächst durch Indie-Horrorfilme wie „Cronos“ und „Mimic“, später durch Blockbuster wie die „Hellboy“-Filme oder „Blade II“ – dadurch die Chance durch die Lappen ging, einen der größten Superhelden aus dem damals noch in den Kinderschuhen steckenden Marvel Cinematic Universe auf die große Leinwand zu befördern. Die Rede ist vom Donnergott Thor.
In ihrem Buch „MCU: The Reign of Marvel Studios“ berichten die Journalist*innen Joanna Robinson, Dave Gonzales und Gavin Edwards davon, dass die Marvel-Studiobosse seinerzeit, nachdem sie zunächst Matthew Vaughn ausgewählt hatten, schließlich auf del Toro zugekommen seien, um Thor mit einer neuen Storyline auf die große Leinwand zu befördern.
Zu diesem Zeitpunkt steckte del Toro jedoch sämtliche Aufmerksamkeit in die Ausarbeitung der Hobbit-Filme, mit vielen Flugreisen von Los Angeles nach Neuseeland, Beratschlagungen mit dem zuständigen Design- und Effektstudio Weta und Skript-Überarbeitungen mit Jackson und den anderen. Mit all diesen Verpflichtungen sagte er Marvel schließlich ab – und hatte damit ganz viel Pech.
Der Regieposten für „Thor“ aus dem Jahr 2011 fiel, wie wir heute wissen, schließlich dem Briten Kenneth Branagh zu. Es ist aber lohnenswert, darüber nachzudenken, wie ein Film aus der Feder Guillermo del Toros ausgesehen hätte, schließlich ist dieser für seine vor Fantasie nur so strotzenden Szenenbilder und Sets bekannt (man denke nur an seine Oscar-prämierten dunklen Märchen „Pans Labyrinth“ oder „The Shape of Water“) – ganz abgesehen von der Action, wie wir sie in den „Hellboy“-Filmen oder „Pacific Rim“ bewundern können.
Seither hat Chris Hemsworth in zahlreichen Solo- und „Avengers“-Filmen den nordischen Gott mit dem Hammer Mjölnir gespielt. Zwischenzeitlich gab es dahingehend allerdings aufgrund der großen Unterschiede im Gehaltsgefüge – insbesondere zu Robert Downey Jr. – ernsthafte Konflikte. Mehr dazu, wie sich der „Iron Man“-Darsteller schließlich für seine Kolleg*innen um Hemsworth und Co. einsetzte, erfahrt ihr hier:
"Er hatte Eier aus Stahl": So hat Robert Downey Jr. verhindert, dass Chris Hemsworth & Scarlett Johansson von Marvel gefeuert werden*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.