Es gibt sie heutzutage viel zu selten: die sogenannten Mid-Budget-Movies, also Filme mit einem Budget zwischen 20 und 100 Millionen US-Dollar. Produktionen, die sich einer klar formulierten Prämisse verschreiben, dabei dennoch mit Starpower aufwarten und klassisches, schnörkelloses Genre-Kino bieten, ohne sich in überbordendem Bombast zu verlieren. Im Horror-Bereich erlebt diese Art Film in den letzten Jahren zwar eine erfreuliche Renaissance, doch wie steht es eigentlich um das reinrassige Thriller-Kino?
Falls ihr mal wieder Lust auf einen Film habt, der genau das liefert, dann dürfte „Am wilden Fluss“ die perfekte Wahl sein! Der bildgewaltige Abenteuer-Thriller mag zwar kein makelloses Meisterwerk sein, bietet aber rund 120 Minuten fesselnde Unterhaltung – und dazu einige wirklich großartige Bilder! Gegen einen Aufpreis könnt ihr den Film derzeit bei Amazon Prime Video kaufen oder leihen.
Darum geht's in "Am wilden Fluss":
Gail (Meryl Streep) ist eine erfahrene Raftingexpertin und plant für den Geburtstag ihres Sohnes Roarke (Joseph Mazzello) etwas ganz Besonderes: eine mehrtägige Bootstour auf einem Gebirgsfluss in Idaho – und zwar mit der ganzen Familie. Doch Vater Tom (David Strathairn) muss aufgrund eines wichtigen Auftrags erneut absagen.
Enttäuscht, aber entschlossen, bricht Gail mit ihren Kindern Roarke und Willa (Stephanie Sawyer) sowie Hündin Maggy allein zum Salmon River auf. Als Tom dann in letzter Sekunde doch noch auftaucht, scheint der Familienfrieden endlich wiederhergestellt. Unterwegs begegnen sie Wade (Kevin Bacon) und Terry (John C. Reilly), zwei scheinbar unerfahrenen Raftern, die angeblich von ihrem Guide im Stich gelassen wurden. Gail bietet ihre Hilfe an – was sich schon bald als folgenschwerer Fehler erweist...
Voller Einsatz!
„Am wilden Fluss“ ist ein Film, der sich dramaturgisch klar an einem roten Faden entlangarbeitet. Nachdem die angespannte Familiendynamik um Gail, Tom und ihre Kinder etabliert wurde, geht es direkt hinein in die majestätische Wildnis Idahos – und ab diesem Punkt darf Regisseur Curtis Hanson („L.A. Confidential“, „8 Mile“) erneut beweisen, welch routinierter und versierter Genre-Handwerker er doch ist.
Denn „Am wilden Fluss“ erzählt nicht nur eine packende Geschichte darüber, wie sich eine Familie gegen zwei skrupellose Verbrecher zur Wehr setzen muss – und dabei wieder zueinanderfindet. Hanson fängt zudem einige atemberaubende Aufnahmen des Salmon River ein, eingerahmt von einer imposanten Bergkulisse und durchzogen von reißenden Stromschnellen, die für spektakuläre Schauwerte sorgen.
Besonders bemerkenswert: Der Film wurde tatsächlich vor Ort gedreht, und die Stars Meryl Streep, Kevin Bacon und Co. verzichteten weitgehend auf Stunt-Doubles. Das verleiht dem Ganzen eine beeindruckende Authentizität – wenn man sieht, wie die Schauspieler selbst durch die tückische Teufelsschlucht manövrieren, ringt das nicht nur Respekt ab, sondern steigert auch die Immersion enorm. Allein dieser sichtbare Einsatz macht „Am wilden Fluss“ absolut sehenswert!
Falls ihr Lust auf einen weiteren richtig guten Thriller von Curtis Hanson habt, solltet ihr euch „Die Hand an der Wiege“ nicht entgehen lassen. Warum der Film klasse ist, erfahrt ihr im nachfolgenden Streaming-Tipp:
Streaming-Tipp: Dieser fiese Psycho-Thriller ist auch nach 30 Jahren richtig spannend – bald kommt das Remake zu Disney+!*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.