Streaming-Tipp: Dieser fiese Psycho-Thriller ist auch nach 30 Jahren richtig spannend – bald kommt das Remake zu Disney+!
Pascal Reis
Pascal Reis
-Redakteur
Pascal liebt das Kino von „Vertigo“ bis „Daniel, der Zauberer“. Allergisch reagiert er allerdings auf Jump Scares, Popcornraschler und den Irrglauben, „Joker“ wäre gelungen.

Am Box Office war „Die Hand an der Wiege“ ein voller Erfolg, inzwischen aber ist der Psycho-Thriller von „L.A. Confidential“-Macher Curtis Hanson etwas in Vergessenheit geraten. Zu Unrecht, findet FILMSTARTS-Redakteur Pascal. Unser Streaming-Tipp.

In den 1980er- und 1990er-Jahren erlebte das Genre der Psycho-Thriller seine Hochkonjunktur. „Der Feind in meinem Bett“, „Eine verhängnisvolle Affäre“, „Copykill“, „Fremde Schatten“ oder „Fatale Begierde“ sind nur eine Handvoll Beispiele für die zahlreichen Produktionen, die in dieser Zeit das Publikum in ihren Bann zogen. Viele dieser Filme waren zwar überaus erfolgreich an den Kinokassen, konnten sich jedoch dem Schicksal nicht entziehen, mit den Jahren ein wenig in Vergessenheit zu geraten – ein Schicksal, das auch „Die Hand an der Wiege“ von 1992 ereilte.

Der düstere Thriller von „L.A. Confidential“-Macher Curtis Hanson spielte bei einem doch recht bescheidenen Budget von rund 12 Millionen US-Dollar weltweit beeindruckende 140 Millionen US-Dollar ein. Trotzdem spricht heute kaum jemand mehr über „Die Hand an der Wiege“ – zu Unrecht, wenn es nach mir geht. Der Film mag das Genre nicht neu erfunden haben, doch er funktioniert hervorragend als routiniert inszeniertes Spannungskino mit einer herrlich fiesen Antagonistin im Zentrum.

Ihr habt „Die Hand an der Wiege“ bisher noch nicht gesehen? Dann könnt ihr ihn jetzt im Abo von Disney+ nachholen:

Darum geht's in "Die Hand an der Wiege"

Claire (Annabelle Sciorra) führt ein glückliches Leben mit ihrem Mann Michael (Matt McCoy). Doch bei einer Routineuntersuchung wird Claire, die ihr zweites Kind erwartet, von ihrem Gynäkologen Dr. Mott (John de Lancie) sexuell belästigt. Zutiefst erschüttert zeigt sie den Arzt bei der Polizei an – doch bevor es zu einem Verfahren kommen kann, nimmt sich der Mediziner das Leben.

Seine hochschwangere Witwe Peyton (Rebecca DeMornay) erleidet daraufhin einen schweren Schock und verliert ihr ungeborenes Kind. Von Schmerz und Hass zerfressen, fasst sie den Entschluss, in das Leben von Claire einzudringen – und dieses Schritt für Schritt zu zerstören. Denn Peyton sieht in Claire die Ursache ihres eigenen Unglücks und schwört, auf besonders niederträchtige Weise Rache zu nehmen...

Stimmungsvolles Thriller-Kino

Dass Curtis Hanson ein herausragender Handwerker (und oft auch mehr als das) war, hat der inzwischen verstorbene Filmemacher mit „L.A. Confidential“, „8 Mile“ und „Die Wonderboys“ mehrfach eindrucksvoll bewiesen. Auch „Die Hand an der Wiege“ zeichnet sich über weite Strecken durch eine unaufgeregte, präzise Inszenierung und eine sich stetig verdichtende Spannungsdramaturgie aus. Hanson nimmt sich Zeit, um Peytons perfides Spiel in all seinen hinterhältigen Facetten zu entfalten.

Denn Peyton manipuliert nicht nur Claires kleine Tochter (Madeline Zima) auf verschlagene Art und Weise gegen ihre eigene Mutter, sie versucht auch, Michael zu verführen und sabotiert das Familienleben an allen Ecken und Enden. Sie schreckt schließlich nicht einmal vor Mord zurück, wenn sie die Handkurbel des Gewächshauses in eine heimtückische Scherbenfalle verwandelt.

„Die Hand an der Wiege“ ist damit zugleich eine Suspense-Variation des Home-Invasion-Themas – nur dass die Familie das „Böse“ dieses Mal selbst in die eigenen vier Wände eingeladen hat. Sobald im letzten Drittel die Katze aus dem Sack ist, zeigt Curtis Hanson spürbar Freude daran, hemmungslosere Genremittel und -Bilder zu verwenden, um Peytons zunehmenden Wahnsinn zu illustrieren. Das sorgt nicht nur für Thrill, sondern macht auch schlichtweg großen Spaß – vor allem, weil Rebecca DeMornay als kaltherzige Parasitin, die eine Familie von innen heraus zersetzt, eine eiskalte Wucht ist!

Übrigens: Der Zeitpunkt, sich „Die Hand an der Wiege“ anzusehen, könnte derzeit kaum besser sein. Schon am 19. November 2025 startet unter demselben Titel ein Remake bei Disney+. In den Hauptrollen sind dieses Mal Mary Elizabeth Winstead und Maika Monroe zu sehen. Den Trailer dazu könnt ihr euch nachfolgend anschauen:

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