Neue Serie des "Monster: Die Geschichte von Ed Gein"-Machers erobert weltweite Streaming-Charts – trotz unterirdischer (!) Bewertungen
Daniel Fabian
Daniel Fabian
-Senior-Redakteur
Berührt und fasziniert zu werden, aber auch etwas über sich selbst lernen – das bedeutete Kino schon immer für Daniel. Darum machte der einstige Sozialarbeiter am Ende seine Leidenschaft auch zum Beruf.

Ryan Murphy zählt zu den fleißigsten und erfolgreichsten Serien-Schöpfern der modernen TV-Landschaft. Jetzt ist sein neuestes Format „All‘s Fair“ auf Disney+ gestartet und erntet fast durch die Bank miserable Reaktionen.

Ja, man könnte fast meinen, was Ryan Murphy anfasst, wird zu Gold. Anders lässt es sich fast nicht erklären, dass es der demnächst 60-jährige Amerikaner inzwischen auf fast 40 (!) Emmy-Nominierungen sowie zahlreiche Auszeichnungen bringt. Von „Glee“ und „Nip/Tuck“ über „American Horror Story“ bis hin zum Serienkiller-Format „Monster“, das mit „Die Geschichte von Ed Gein“ kürzlich in die dritte Staffel ging: Ryan Murphy weiß die breite Masse zu erreichen – und zu begeistern.

Während viele von Murphy erdachten Serien also auch durchaus gut bei Publikum und Fachpresse ankommen, kann aber natürlich auch ihm mal ein Ausreißer passieren. Seine jüngste Produktion etwa, die am 4. November 2025 gerade erst auf Disney+ gestartet ist, hat einen vergleichsweise schweren Stand. Man sollte nicht vorschnell urteilen, aber „All‘s Fair“ könnte zum Flop werden.

Die mit unter anderem Kim Kardashian, Naomi Watts, Sarah Paulson und Glenn Close überaus namhaft besetzte Serie schickt sich an, so etwas wie das „Sex And The City“ in der Welt der Anwält*innen“ zu sein – und damit ein durchaus großes Zielpublikum anzusprechen. Das scheint zumindest erst mal auf Neugierde zu stoßen.

„All's Fair“ konnte so kurz nach Start zunächst in vielen Teilen der Welt die Serien-Charts auf Disney+ erobern (laut Auswertungen des Portals FlixPatrol). Bei genauer Ansicht sind die Zahlen allerdings nicht mehr ganz so beeindruckend. Die am Dienstag gestartete Serie lag am gestrigen Mittwoch in 27 Ländern auf Platz 1 der lokalen Top-10-Listen der aktuell meistgestreamten Inhalte. Das war ein starker Start, weil es aufgrund des Erhebungszeitraums und der Erfassungsmethode von FlixPatrol in vielen Ländern für diesen Tag noch keine Zahlen gibt. Umso wichtiger waren die Zahlen von heute. Eine deutliche Steigerung dürfte man sich erhofft haben. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Serie ist zwar weltweit in den Top-Listen, doch nur noch in 15 Ländern an der Spitze.

Das mag zu einem sehr großen Teil auch damit zusammenhängen, dass es mit dem jüngsten Disney+-Start von Marvel-Film „The Fantastic Four: First Steps“ hochkarätige Blockbuster-Konkurrenz gibt (Disney+ selbst hat nur eine gemeinsame Top-10 für Filme und Serien). Ein weiterer Grund könnte sein, dass viele die drei zum Start veröffentlichten Episoden direkt gebingt haben und es so zu einem Rückgang am zweiten Tag kommen musste. Doch es ist trotzdem ein leichtes Warnsignal – zumal positive Mundpropaganda, die helfen könnte, in Zukunft wieder zu klettern, komplette Fehlanzeige ist.

"All's Fair" wird verrissen

Ein Blick auf eine der größten Film- und Serienbewertungsplattformen zeigt einen Wert, bei dem „schlecht“ fast noch untertrieben ist. Mit nur 3.0 von 10 möglichen Sternen bei der IMDb gehört „All's Fair“ zu den am schlechtesten bewerteten Serien der jüngeren Vergangenheit – allerdings mit einer Einschränkung: Hier kann jeder werten, die IMDb wurde in der Vergangenheit schon massiv zum Ziel von Fake-Votes. Viel deutet darauf hin, dass die hohe Anzahl an 1-Sterne-Bewertungen zumindest zu einem Teil darauf zurückzuführen ist. Denn Reality-Superstar Kim Kardashian ist eine mehr als umstrittene Persönlichkeit. Und gerade viele Film- und Serienfans, die mitunter sicher auch auf IMDb aktiv sind und deren Stimmen dann stärker gewichtet werden, kommentierten schon im Vorfeld negativ, dass sie jetzt als Schauspielerin eine Serie anführt. Daher ist ein Blick auf IMDb hier kein gutes Kriterium.

Allerdings sieht es auch auf Rotten Tomatoes nicht viel besser aus. Gerade einmal sechs Prozent aller bei der Kritiken-Sammelseite verzeichneten und ausführlich begründeten Rezensionen fallen positiv aus. Oder anders formuliert: Es gab nur einen einzigen Daumen nach oben – und 17 nach unten. Wer sich auf das Format schon gefreut hat, sollte seine Erwartungen also vielleicht ein wenig herunterschrauben.

Ob „All's Fair“ wirklich die große Enttäuschung ist oder noch die Kurve kriegt, wird sich zeigen. Sehr gut möglich ist natürlich, dass genug Menschen erst nach ein paar Tagen oder am Wochenende Zeit finden und die Serie wieder klettert. Entscheidend werden aber vor allem die kommenden Wochen sein, wenn nach und nach weitere Episoden erscheinen.

Am 12. November landet mit „Freakier Friday“ dann übrigens ein Film auf der Streaming-Plattform des Maushauses, den wir euch ans Herz legen können. Warum das Comeback von Lindsay Lohan und Jamie Lee Curtis für unseren Autor Sidney Schering sogar der bislang beste Disney-Film des Jahres ist, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

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