Heute im TV: In dieser unterschätzten Fortsetzung eines Horror-Meisterwerks erlebt ihr Matthew McConaughey außer Rand und Band!
Pascal Reis
Pascal Reis
-Redakteur
Ob "Rosemaries Baby", "Halloween", "Cannibal Holocaust" oder "Scream": Pascal liebt das Horrorkino in seiner ganzen verstörenden Schönheit.

„Texas Chainsaw Massacre“ ist eines DER Horror-Meisterwerke. Über die Fortsetzungen kann man das zwar nicht behaupten, faszinierend sind diese aber dennoch oft, wie auch „Texas Chainsaw Massacre: Die Rückkehr“ beweist, der heute im Free-TV läuft.

Mit „Texas Chainsaw Massacre“ (oder „Blutgericht in Texas“, wie der Film im Deutschen heißt) schuf Regisseur Tobe Hooper einen Meilenstein des Terror-Horror-Kinos – sowie den Urknall eines inzwischen neun Fortsetzungen umfassenden Franchises. Während die Produktionen nach der Jahrtausendwende (wie etwa der Reboot „Michael Bays Texas Chainsaw Massacre“ oder das Prequel „Leatherface“ von 2017) vor allem auf blutrünstige Ernsthaftigkeit setzten, schlugen die Fortsetzungen der 1980er- und 1990er-Jahre oftmals gänzlich andere Töne an.

War schon „Texas Chainsaw Massacre II“ ein satirisch-enthemmter Gegenentwurf zum Original, folgte nach dem eher spröden „Texas Chainsaw Massacre III“ mit „Texas Chainsaw Massacre: Die Rückkehr“ ein fast schon surreales Panoptikum des Irrsinns. Fans des ersten Teils warfen dem Film vor, Schindluder mit der verstörenden Intensität von Hoopers Meilenstein zu treiben – allerdings kann man den vierten Teil der „Texas Chainsaw Massacre“-Reihe ebenso gut als faszinierendes Vergnügen begreifen.

Euer Interesse an „Texas Chainsaw Massacre: Die Rückkehr“ ist geweckt? Dann könnt ihr ihn heute Nacht um 1.05 Uhr bei Tele 5 nachholen. Ist euch dieser Ausstrahlungstermin zu spät, habt ihr zudem die Möglichkeit, auf Amazon Prime Video auszuweichen, wo der Film gegen Aufpreis geliehen oder gekauft werden kann:

Darum geht’s in "Texas Chainsaw Massacre 4":

Jenny (Renée Zellweger) ist auf dem Heimweg von ihrer Abschlussfeier, als sie, ihr Freund Sean (John Harrison) sowie das Pärchen Barry (Tyler Cone) und Heather (Lisa Marie Newmyer) in eine Falle geraten. Mitten im Wald werden sie hinterhältig von einem Jeep gerammt. Da der Fahrer bewusstlos wirkt, machen sich Jenny, Barry und Heather auf die Suche nach Hilfe.

Sean bleibt beim Auto zurück – ein folgenschwerer Fehler, denn er gerät in die Fänge des perversen Sadisten Vilmer (Matthew McConaughey). Auch das Trio steuert auf eine schreckliche Nacht zu, als es sich per Anhalter zu einem verfallenen Farmhaus bringen lässt, in dem Leatherface (Robert Jacks) bereits mit seiner Motorsäge wartet...

Hier wird die Sau rausgelassen!

Schon „Texas Chainsaw Massacre II“ wirkte wie eine Reaktion auf die verstörende, unausweichliche Finsternis, in die Tobe Hooper sein Publikum mit „Texas Chainsaw Massacre“ stürzte. Trotz aller Absonderlichkeiten hatte der zweite Teil jedoch noch immer etwas über ein vergessenes Amerika zu erzählen – und baute zugleich die tragische Dimension der Figur Leatherface aus, der sich nach Liebe sehnt, aber zum Töten verdammt ist.

„Texas Chainsaw Massacre 4“ löst sich dagegen endgültig von solchen gesellschaftlichen Bezügen und dekonstruiert das Franchise ein für allemal. Vom flirrenden texanischen Hinterland ist kaum etwas übrig, und Leatherface ist nicht mehr die bedrohliche Ikone der frühen Filme, sondern stolpert als verwirrtes Elefantenküken hilflos und deplatziert durch den eigenen Film – inklusive Drag-Queen-Auftritt. Und am Ende wird nicht mehr die ganze Familie zum Menschfleischfest geladen – stattdessen gibt es Pizza!

Als „Texas Chainsaw Massacre“-Fan der ersten Stunde kann man das natürlich als Unfug abtun, denn mit dem vielschichtigen Original hat all das nur noch wenig zu tun. Doch „Texas Chainsaw Massacre 4“ entfaltet eine eigene surreale Dynamik, sobald Regisseur Kim Henkel klar macht, dass in seinem Film buchstäblich nichts mehr heilig ist. Passend dazu liefert Matthew McConaughey einen ungebremst-schwitzigen Auftritt als schmieriges Ekelpaket, das das heillose Chaos mit süffisanter Manie anführt – amüsierend, angsteinflößend und irritierend zugleich... genau wie der Film.

Ihr seid auf der Suche nach einem weiteren Horror-Highlight? Dann haben wir den richtigen Streaming-Tipp für euch auf Lager:

Heute Abend streamen: Dieses brutale Horror-Highlight ist das Gegenstück zu einem Werk von Quentin Tarantino

Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.

facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren