Von 1993 bis 2001 war Bill Clinton der 42. Präsident der Vereinigten Staaten. Jetzt wird er eine wichtige Rolle in einem geplanten Serienprojekt spielen. In „United“ wird Superstar Kevin Costner den amerikanischen Politiker verkörpern. Costner wird die Serie zudem gemeinsam mit seinem Schauspielkollegen Leonardo DiCaprio produzieren. DiCaprio wird aber zumindest in der ersten Staffel wohl nicht vor der Kamera zu sehen sein.
Hinter dem Projekt steckt zudem die bedeutendste zwischenstaatliche Organisation der Welt: die Vereinten Nationen! „United“ soll in enger Abstimmung mit der UN entstehen.
Darum geht es in "United"
Es scheint die Hoffnung zu bestehen, dass „United“ im Stil einer Anthologie-Serie mehrere Staffeln haben wird, die jeweils auf wahren Ereignissen beruhen. Es sollen dabei heldenhafte Geschichten und große Opfer von Humanist*innen, die danach strebten, die Welt für alle zu einem besseren Ort zu machen, im Mittelpunkt stehen.
Das Branchenmagazin Deadline konnte dazu in Erfahrung bringen, dass sich die erste Staffel auf die sogenannte UNAMET, die UN-Mission in Osttimor im Jahr 1999, konzentrieren wird. Damals beschützt die UN die Bevölkerung des Landes bei der Entscheidung über ihre Unabhängigkeit von Indonesien. Die UN half dabei ein Referendum durchzuführen. Als eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung für eine Unabhängigkeit stimmte, löste dies allerdings eine massive Welle der Gewalt aus, die von pro-indonesischen Milizen und Teilen des indonesischen Militärs orchestriert wurde. Der UN-Einsatz wurde kurzfristig zu einer Rettungsmission und schließlich auch zu einem bewaffneten Einsatz. Es mussten nicht nur zahlreiche internationale Mitarbeiter evakuiert werden, auch zahlreiche osttimoresische Zivilpersonen suchten Schutz auf dem UN-Gelände. Es gilt als einer der schwierigsten und gefährlichsten UN-Einsätze der Geschichte.
Bill Clinton spielte damals eine Schlüsselrolle, weil er massiven Druck auf die indonesische Regierung aufbaute, der gemeinsam mit der Entsendung einer multinationalen militärischen Einsatztruppe unter australischer Führung schließlich zu einem Ende der Gewalt führte.
Marvel- & DC-Star als Kofi Annan
Die wohl zentrale und entscheidende Führungsrolle auf UN-Seite hatte damals aber Kofi Annan, der Generalsekretär der Vereinten Nationen, inne. Er startete die UNAMET und überwachte die Durchführung der Abstimmung. Nach der Gewalteskalation war er maßgeblich daran beteiligt, die internationale Gemeinschaft zu mobilisieren und aus dem eigentlich unbewaffneten Vorgang einer Wahlorganisation schließlich eine militärische Rettungs- und Schutzmission zu machen.
Auch für ihn scheint eine Besetzung gefunden zu sein. Chukwudi Iwuji soll laut dem Branchenmagazin Deadline Kofi Annan verkörpern. Ihr könntet den Schauspieler unter anderem aus seinen Comic-Projekten kennen. In der ersten Staffel der DC-Serie „Peacemaker“ war er Teil der Hauptbesetzung, in Marvels „Guardians Of The Galaxy 3“ verkörperte er Bösewicht „The High Evolutionary“.
Disney und seine verbundenen Unternehmen
Als Regisseur und Autor wird der Brite David Raymond die Serie verantworten. Er ist bislang vor allem für den Thriller „Nomis - Die Nacht des Jägers“ bekannt. Unter seiner Regie sollen die Dreharbeiten 2026 in Atlanta sowie Spanien stattfinden.
Kevin Costner wirkte bereits mehrfach in Projekten mit, die eng mit realen US-Präsidenten verknüpft waren. In „JFK – Tatort Dallas“ verkörperte er den Staatsanwalt, der die Ermordung von Präsident John F. Kennedy untersucht. In „Thirteen Days“ war er als Sonderberater von Präsident John F. Kennedy während der Kubakrise zu sehen. „United“ wird allerdings das allererste Mal, dass Costner einen Präsidenten verkörpern wird.
"United" heißt auch: Vorerst weiter warten auf "Horizon 3" und Co.
Die Ankündigung einer Serie mit Bill Clinton in zentrale und heldenhafter Rolle kommt zu einem durchaus überraschenden Zeitpunkt. Schließlich ist der Name des Ex-Präsidenten gerade wieder in den Schlagzeilen. Rund um die viel diskutierte und nun wohl bald erfolgende Veröffentlichung der Akten über den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wird auch Clinton immer wieder genannt. Vor allem der amtierende US-Präsident Donald Trump versucht, Clinton in den Mittelpunkt der Untersuchungen zu stellen, um den Fokus weg von seiner eigenen Beziehung zu Epstein zu halten. Trump hat gerade sogar offizielle Ermittlungen beauftragt.
Die „United“-Macher um die Vereinten Nationen, DiCaprio und Costner scheint das aber nicht zu beirren. Ihr Projekt dürfte zudem deutlich machen, dass eine mögliche Fortsetzung von Kevin Costners „Horizon“-Saga mit den geplanten „Horizon 3“ und „Horizon 4“ weiter auf sich warten lassen wird. Bislang kann der zweifache Oscarpreisträger nicht die Finanzierung für weitere Teile der Western-Reihe auftreiben, weswegen er jetzt wieder verstärkt Schauspielrollen übernimmt. Auch ein möglicher Veröffentlichungstermin für den bereits abgedrehten und vor über einem Jahr bereits beim Festival in Venedig gezeigten „Horizon 2“ bleibt offen. Wie Costner hofft, seine Western-Vision doch noch fortsetzen zu können, erfahrt ihr im folgenden Artikel:
Kevin Costner hält weiter an seinem Western-Traum fest: So soll "Horizon 3" jetzt doch noch kommen!