„A Perfect World“ läuft am heutigen 23. November 2025 um 22.15 Uhr auf Tele 5. Eine Wiederholung folgt noch in derselben Nacht um 2.55 Uhr. Alternativ ist der FSK-12-Titel als Blu-ray, DVD und kostenpflichtiges Video-on-Demand zu haben:
Ein bestechend gelungener Thriller
Nachdem er 1993 komplett verdient Oscars für den Besten Film und die Beste Regie für sein Western-Meisterwerk „Erbarmungslos“ eingeheimst hatte, legte Clint Eastwood mit einer beinahe ebenso grandiosen und doch ganz anderen Arbeit nach. „Perfect World“ ist ein eher ruhiger, dennoch immens kraftvoller Film. Geschrieben hat ihn John Lee Hancock, der unter anderem auch die Drehbücher für das Oscar-Drama „Blind Side“ mit Sandra Bullock oder für Eastwoods „Mitternacht im Garten von Gut und Böse“ lieferte.
Clint Eastwood, der das Skript in die Hände bekam, während er in Wolfgang Petersens brillantem „In The Line Of Fire“ schauspielerte, wollte hier eigentlich nur Regie führen. Als dann aber „Der mit dem Wolf tanzt“-Superstar Kevin Costner für die Hauptrolle in „Perfect World“ unterschrieb, bestand dieser darauf, dass die Hollywood-Legende ebenfalls selbst vor die Kamera treten solle. Da die Rolle des Polizeichefs nicht übermäßig viel Screentime in Anspruch nahm, willigte Eastwood schließlich ein und so wurde eines der für viele Kinofans aufregendsten Leinwand-Duelle der 1990er auf den Weg gebracht.
In der mit hervorragenden 4,5 von 5 möglichen Sternen nur haarscharf an der selten vergebenen Höchstwertung vorbeischrammenden FILMSTARTS-Kritik nennt Autor Andreas Staben „Perfect World“ einen untypischen, aber auf nahezu jeder Ebene bestechend gelungenen Thriller. Indem Eastwood in ihm mehr auf intelligente Charakterentwicklung als auf plumpe Action setzt, kann er sich zudem noch Zeit für Stimmungen und Details nehmen, die die Authentizität der Story unterstreichen. Dabei wird die Atmosphäre der texanischen Provinz in den 1960ern von Chef-Kameramann Jack N. Green in wunderschönen Cinemascope-Bildern präsentiert.
Diese Kulisse wirkt fast wie der Zeit entrückt und ist garantiert nicht zufällig an die mythischen Landschaftsbilder des Western-Genres angelehnt. „Wie schon in früheren Werken wie ‚Bronco Billy‘ und ‚Honkytonk Man’“, analysiert unser Rezensent, „sorgt dabei Eastwoods eigene Vergangenheit als Westernheld für eine Reibung, aus der ein neuer Blick auf die filmische Gegenwart entsteht.“ Der hier nun von Costner verkörperte Outlaw kommt allerdings nicht mehr aus dem Nichts, wie die Protagonisten von Sergio Leones „Dollar-Trilogie“, sondern mitten aus einer zeitgenössischen Gesellschaft mehr und mehr versagender Väter und Autoritäten.
"Perfect World": Das ist die Story
1962 in Texas: Die Schwerverbrecher Butch Haynes (Kevin Costner) und Terry Pugh (Keith Szarabajka) brechen gemeinsam aus dem Knast in Huntsville aus. Auf der Flucht vor der Polizei dringt das Duo in das Haus der alleinerziehenden Mutter Gladys Perry (Jennifer Griffin) ein und nimmt schließlich deren achtjährigen Sohn Phillip (T.J. Lowther) als Geisel mit.
Schnell kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen dem immer wieder seine psychopathischen Züge zeigenden Pugh und dem deutlich besonnener handelnden Haynes, der in einem gestohlenen Auto bald allein mit dem Jungen unterwegs ist. Dabei wird der Entführer zusehends zu einer Vaterfigur für den schüchternen Phillip, während ihm die Staatsgewalt unter Führung des erfahrenen Chief Red Garnett (Clint Eastwood) unerbittlich näher kommt…
„Perfect World“ ist so stimmig, da ist es kaum zu glauben, dass es am Set reichlich Reibereien zwischen den beiden Superstars gab. Im folgenden Artikel von FILMSTARTS-Autor Sidney Schering erfahrt ihr mehr darüber:
Zoff der Western-Legenden: So hat Kevin Costner dafür gesorgt, dass Clint Eastwood der Kragen platzt*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.