"Ich werde nicht erneut mit ihm arbeiten": Christian Bale bereut seit 16 Jahren, dass er diesem Regisseur eine Chance gegeben hat
Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.

Hat man nach drei Filmen genug Erfahrung, um einen „Terminator“-Teil zu drehen? Der „3 Engel für Charlie“-Regisseur war offenbar dieser Ansicht und flehte Hauptdarsteller Christian Bale an, ihm eine Chance zu geben – was dieser bis heute bereut.

Die Erwartungen von Fans und Kritikern waren hoch, als im November 2007 offiziell bekannt gegeben wurde, dass Christian Bale die Hauptrolle des John Connor im vierten Terminator-Film spielt. „Terminator: Die Erlösung“ kam schließlich Mitte 2009 in die weltweiten Kinos und war als Auftakt einer neuen Trilogie geplant – doch dazu kam es nie. Der Sci-Fi-Actioner spielte deutlich weniger ein als die beiden Vorgänger (nämlich nur 371 Millionen Dollar) und auch bei der Fachpresse kam der 200 Millionen teure Sci-Fi-Actioner alles andere als gut weg.

Viele bemängelten die erzählerischen Schwächen und die fehlende Bereitschaft der Macher zur Weiterentwicklung von Story und Figuren. Die damalige FILMSTARS-Kritik spricht Bände. Autor Jan Hamm nannte den Film einen „Blockbuster ohne Charisma“ mit einem Regisseur „ohne eigene Vision“. Und der Regisseur, der US-Amerikaner McG, ist es auch, an dem Hauptdarsteller Bale kein gutes Haar lässt. Der Oscar-Preisträger („The Fighter“) war von „Terminator: Die Erlösung“ derart enttäuscht, dass er bei der Frage nach einer neuerlichen Kooperation eine ganz klare Antwort parat hat.

"Gib mir eine Chance"

Für McG (eigentlich: Joseph McGinty Nichol) war „Terminator: Die Erlösung“ das bis dato größte und teuerste Regie-Projekt. Der damals 39-Jährige hatte sich in den Jahren 2000 und 2003 mit seinen kurzweiligen Action-Komödien „3 Engel für Charlie“ und „3 Engel für Charlie – Volle Power“ einen Namen gemacht. Beide Filme liefen an den Kassen gut und McG galt als talentierter Jung-Regisseur mit einem Händchen für unterhaltsame, massentaugliche Blockbuster. Bis zum „Terminator“-Dreh im Mai 2008 sollte McG allerdings nur noch einen weiteren Film inszenieren: das uninspirierte Sport-Drama „Sie waren Helden“ (2006), das an den Kinokassen kolossal baden ging.

Jene Ausbeute von drei gedrehten Filmen zum Zeitpunkt von „Terminator“ ließ Bale an den Qualitäten des Regisseurs zweifeln. Bei ihrem ersten Treffen habe er McG mitgeteilt, dass dessen Erfahrung und Filmografie nicht genügen würden, um den vierten Teil des populären, von James Cameron erdachten Action-Franchise zu realisieren.

Der Schauspieler bestätigte dies gegenüber dem Wall Street Journal und erklärte, dass McG regelrecht darum gebettelt habe, ihm eine Chance zu geben. „Er hat zu mir gesagt: ‚Jeder muss sich weiterentwickeln und ich möchte mit ‚Terminator‘ ein neues Kapitel aufschlagen. Bitte gib mir einen Vertrauensvorschuss‘“, so Bale. Zudem habe McG ihm versprochen, für diese große Produktion definitiv „bereit zu sein“.

Terminator: Die Erlösung
Terminator: Die Erlösung
Starttermin 4. Juni 2009 | 1 Std. 48 Min.
Von McG
Mit Christian Bale, Sam Worthington, Anton Yelchin
Pressekritiken
3,0
User-Wertung
2,9
Filmstarts
2,0

Zu viel versprochen

Bekanntermaßen vertraute Bale diesen Aussagen und es kam zur Zusammenarbeit. Das Ergebnis war, wie oben bereits beschrieben, ernüchternd. Am ehesten ist „Terminator: Die Erlösung“ vermutlich für Bales legendären Ausraster am Set, der an die besten Zeiten des unerreichten Cholerikers Klaus Kinski anknüpft, in Erinnerung geblieben – und das sagt schon alles über die filmische Qualität. Entsprechend war der Ex-Batman-Darsteller in dem Interview auf McG alles andere als gut zu sprechen.

„Es gibt viel Raum für verschiedene Herangehensweisen und es gibt verschiedene Charaktere in der Filmindustrie“, so Bale. Mit dieser Äußerung deutete er etwas verschwurbelt aber zwischen den Zeilen dennoch überdeutlich einen Aspekt an: McGs anfängliche Begeisterung und Überzeugungsversuche genügten nicht, um die eklatanten Story- und Drehbuchschwächen zu kompensieren. Ein Skript, von dem Bale offenbar schon zu Beginn nicht wirklich überzeugt gewesen war. Auf die Frage, ob es richtig gewesen sei, McG eine Chance zu geben, wurde Bale deutlich: „Ich werde nicht erneut mit ihm arbeiten, aber ich wünsche ihm alles Gute.“

Mit Bales absolutem Lieblingsregisseur wiederum haben viele seiner Kolleginnen und Kollegen ein riesiges Problem – allen voran George Clooney! Die ganze Geschichte lest ihr im nachfolgenden Artikel:

"Ein miserabler Kerl, der dir das Leben zur Hölle macht": George Clooney will nie mehr mit Christian Bales Lieblingsregisseur arbeiten

Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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